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Die salzweißen Augen: Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit
 
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Die salzweißen Augen: Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit [Gebundene Ausgabe]

Dietmar Dath
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (15. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351841707X
  • ISBN-13: 978-3518417072
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 364.123 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Dietmar Dath
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

» … prächtiges Kanonenfutter für die gerade einmal wieder aufbrandenden Scharmützel innerhalb der Linken in Deutschland. Altlinks oder poplinks, modern oder poststrukturalistisch, für oder gegen Amerika, politisch korrekt oder neoliberal - wer raus aus dem Graben und rein ins Schlachtfeld will, lese den drastischen Dietmar Dath.«

(Die Zeit )

»... es könnte das beste Problem sein, mit dem sich in diesem Bücherherbst auseinander zu setzen lohnt.« (Die Tageszeitung )

»Die salzweißen Augen ein packendes Buch, eine Theorieschrift und ein herzzerreißender Liebesroman.« (n-tv )

»... der produktivste und radikalste Schriftsteller Deutschlands«

(Thomas Lindemann Die Welt )

Kurzbeschreibung

"Liebe Sonja", schreibt David in diesen aufklärerischen und verzweifelten Briefen an eine angebetete Mitschülerin von einst, "zurückzuschauen ist nicht immer die beste Idee: Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule."
Dennoch hält er Rückschau: Damals, in den "klebrigen siebziger Jahren", wollte Sonja wissen, was ihn an Heavy Metal, an Zombie- und Pornofilmen und Horrorcomics denn fasziniere. Jetzt, in den Briefen, holt er aus, zitiert Gräßliches und definiert theoretisch: Drastik, das ist "die kulturindustrielle Form, die das Selbstwunsch- und -angstbild von modernen Menschen annimmt, wenn die sozialen Versprechen der Moderne nicht eingelöst werden -" Doch angetrieben wird seine Erklärung von der eigenen Geschichte: einem kaputten Elternhaus, der Sonjafixierung, Drogenerfahrungen, einem Zusammenbruch.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor des Buchs ist mit dem fiktiven Verfasser der Briefe nicht identisch. Alle nichtöffentlichen Personen sind erfunden." Das steht ganz vorn und da ruft man als Rezensent: Glück gehabt - denn, wenn das autobiographisch wäre, hätte der 35jährige FAZ-Redakteur Dietmar Dath wirklich Pech gehabt.

Sie sind vielleicht eine Frau oder kennen eine? Sehr gut. Dann beantworten Sie bitte folgende Frage: Lässt sich eine Frau von einem Mann beeindrucken, der ihr erzählt, dass er Horror- und Pornofilme der übelsten Sorte am liebsten hat und dass bei ihm zuhause auf dem Schreibtisch eine DVD mit dem Titel Unschuldig, erniedrigt, vollgesaut" herumliegt? Das ist unwahrscheinlich, meinen Sie, aber genau diese Tour versucht der ziemlich beschädigt wirkende David in vierzehn Briefen an seine Liebste. Die heißt Sonja und David liebt" sie seit er 15 oder 16 ist. Aber statt sich ein bisschen einzustellen auf die Gepflogenheiten eines anständigen, etwas schüchternen Mädchens, stellt er sich an wie ein dämlicher Esel. Immer wenn mal was gehen könnte, rennt er zu seinem Freund Paul und heult sich bei dem aus. Diesen Paul verehrt er abgöttisch. Er nimmt dreistündige Telefongespräche mit diesem Helden auf Kassette auf, um alles ganz genau mitzukriegen und einmal spricht er von den sexy Bartstoppeln" Pauls. Na, na, na, wenn da mal nicht eine kleine uneingestandene Neigung ihren Kopf rausstreckt. Bezeichnenderweise hassen beide von ganzem Herzen Michel Foucault. Sie bekritteln seine Inhalte, aber vielleicht ist da eine untergründige Hassader am sprudeln, weil Foucault eben ein offener Schwuler war und nicht so ein verklemmter Männerfreund, wie es ihn so oft auf dem Land, im Fußballstadion und beim Militär gibt. Aber egal, dieser David auf jeden Fall ist wirklich ein ziemlicher Dämlack. Er denkt jahrelang Tag und Nacht nur an seine Sonja und als sie ihm dann auf einem Klassentreffen anbietet sich wie Erwachsene kennen zu lernen", flüchtet David wieder zu seinem lieben Paul und lässt sich auf der Couch mit viel Alk von ihm trösten. Tja, so ist sie eben, die Singlegesellschaft. Man könnte lachen wie ein Pferd, wenn es nicht todtraurig wäre.

Ein zweiter Erzählstrang dieses Buches ist nicht so herzzerreißend. David behauptet, in diesen Horrorfilmen, in den Brutalpornos und den entsprechenden Büchern, wie etwa American Psycho", wäre der ästhetische Rest der politisch gescheiterten Aufklärung zu finden. Es sei also politisch korrekt sich um acht Uhr abends statt Wer wird Millionär" einen Zombiegedärmefresserfilm anzusehen, um sich sorgsam eine eigene Hornhaut zu züchten". Nun ja, was soll man da schon sagen? Es gibt massenhaft Produkte zum Hornhautzüchten. Probieren Sie es ein paar Klicks weiter südlich. David hat es jedenfalls super geschafft mit dieser Hornhaut. Ich plädiere für eine Fortsetzung dieses Buches. Im zweiten Teil sollen David und Sonja zusammenziehen und ein Kind haben. Da wäre ich gespannt, was David mit seiner perversen Sammlung anstellen würde.
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Dath ist der Wahnsinn 27. Dezember 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Dietmar Dath ist ein Workaholic. Man muss nur seine Veröffentlichungen der letzten Jahre begutachten und vermutet, dass er nichts außer Schreiben wenig unternimmt. "Die salzweißen Augen" sind meines Erachtens sein bestes Buch. Unterhaltsam schlägt Dath Brücken zwischen Deathmetal und Adorno, zwischen "American Psycho" und philosophischem Diskurs. Gleichzeitig arbeitet er sich akribisch an den Begriffen "Drastik" und "Deutlichkeit" und an der seiner ersten großen, doch unerfüllten Liebe ab - der er mit diesem Buch ein Denkmal setzt. Freilich lässt er seine breite Bildung immer wieder durchschimmern, böse gesagt: er gibt ein wenig ein. Doch wenn es jemand darf, dann Dietmar Dath. Wenn doch nur alle Theoretiker mit einem so luftigen Stil glänzen würden. Absolute Kaufempfehlung.
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12 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sehr gestelzter Vortrag 13. Januar 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Um es vorweg zu sagen: Ich habe das Buch nur bis zur Hälfte gelesen. Dieser fiktive Briefschreiber, der in 14 Briefen an eine gewisse Sonja sehr gestelzt über Drastik doziert, ist allenfalls psychologisch interessant. Welches Motiv könnte jemand haben, eine Frau mit einem solchen Vortrag über die Unterhaltungs- und Subkultur der letzten 30 Jahre zu bombardieren?
Und was könnte Sonja neues aus den Briefen erfahren? Z. B., dass das verworrene Drehbuch zu Matrix mit seinen willkürlichen mythologischen Bezügen noch nicht mal den Ansprüchen der „Cyberpunks“ genügen kann. Nun, sollte sich Sonja je diesen Film angesehen haben – nicht der visuellen Effekte wegen, sondern um etwas über das Leben zu erfahren –, dann wäre auch sie ... allenfalls psychologisch interessant.
Dietmar Dath stopft den Darm seines Drastikessays mit soziologischen Begriffen so voll, dass sich eine prall gefüllte Bildungswurst ergibt – wenn auch die Deutlichkeit dabei auf der Strecke bleibt. Wem die Augen bei solchen Sätzen wie den unten zitierten nicht salzweiß werden, mag das überteuerte Büchlein immerhin lesen.

„Drastik, wie ich sie verstehe (...) ist nicht chthonisch, kommt nicht aus der „Bluturenge“ (Marx) irgendeiner vorsintflutlichen Unzivilisiertheit hervorgeschossen, steht nicht unter Wahndampf. Ihre Indienstnahme für gegenmoderne, anti-aufklärerische, irrationale Propaganda, vom rechten Flügel der surrealistischen Bewegung bis zum Poststrukturalismus und dem Rechtsaußen-Fraktionen der popkulturellen Gothic-, Black-Metal und Dark-Wave-Strömungen, ist genau das: eine Instrumentalisierung, die über Interessen und Absichten läuft, also nicht dem „Wesen der Sache“ entspricht, dem sie vielmehr sowenig gerecht wird wie die ideologische „Verwissenschaftlichung“ des altabendländisch-christlichen Judenhasses zum modernen „Rassenantisemitismus“ irgendeinem „Wesen der Wissenschaft.“

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