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Produktinformation
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Die Geschichte dieser "Zaren" wird in dem vorliegenden, mit einer ausführlichen und gut kommentierten Bibliographie versehenen Band in 24 von namhaften Fachleuten verfaßten Einzelportraits und einem einführenden Essay gezeichnet. Sie ist zugleich eine umfassende Darstellung der russischen Geschichte bis 1918, dem Jahr der Ermordung Nikolaus' II.
Licht bringt das Buch nicht nur in die Lebensgeschichte der Zaren selbst, es erhellt auch die politische Geschichte Rußlands und zwar auch über das Jahr 1918 hinaus: Wenige Tage vor seiner Abdankung im Frühjahr 1917 fragte Nikolaus den englischen Botschafter, der ihn auf seine abnehmende Beliebtheit angesprochen hatte: "Meinen Sie nun, daß ich das Vertrauen meines Volkes wiedergewinnen muß, oder meinen Sie nicht vielmehr, daß mein Volk mein Vertrauen zurückgewinnen muß?"
Diese realitätsferne Vorstellung von Herrschaft hat nicht nur die Oktoberrevolution überdauert. Sie ist auch heute noch nicht gänzlich überwunden. Und auch das seinerzeit hilflose und öffentlich als "Minister-Bockspringen" verspottete Austauschen von Personen erinnert sehr an heutige Zustände. --Andreas Vierecke
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fundierte Darstellung über Rußlands Zaren,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die russischen Zaren 1547 - 1917 (Taschenbuch)
Das vorliegende Werk, herausgegeben von dem Berliner Osteuropahistoriker Hans-Joachim Torke, von dem auch eine gute Gesamtdarstellung der russischen Geschichte vorliegt, ist eine vorzügliche Biographie der russischen Zaren von Iwan IV., dem Schrecklichen bis zum letzten Zaren vor der Revolution 1917, Nikolaus II. Neben Geoffrey Hoskings: Russland: Nation und Imperium; 1552-1917 aus dem Siedler-Verlag stellt das vorliegende Werk die beste Geschichtsdarstellung Rußlands in der beschriebenen Zeit dar. Die 370 Jahre russischer Geschichte, die durch den vorliegenden Band abgedeckt werden, stellen, wie der Herausgeber treffend bilanziert, mehrere Epochen großer sozialer Spannungen und Veränderungen dar. Das Wort Zar, etymologisch auf das lateinische Caesar zurückgehend, wurde zum ersten Mal von dem Überwinder der russischen Teilfürstentümer, Iwan III. (1462-1505) gebraucht, mit dem meines Erachtens diese hervorragende Darstellung hätte beginnen können. Doch erst sein Sohn Ivan IV., der Schreckliche, nahm 1547 den Zarentitel voll und ganz an. Es war der kirchliche Berater Iwans, der Metropolit Makarij, auf dessen Betreiben die Zarenkrönung Iwans IV. 1547 erfolgte. Das Interesse der Kirche an diesem Akt erklärt sich mit der EInflußnahme der geistlichen Führung auf die autokratie, wie sie schon zu Beginn des Jahrhunderts in der Lehre von Moskau als "Drittem Rom" zum Ausdruck gekommen war. Damit wurde der Moskauer Großfürst in den Rang des "ökomenischen Kaisers" und Nachfolger des byzantinischen Kaisers erhoben. Der Moskauer Metropolit erhoffte dadurch, wie Torke korrekt bilanziert, die Erhebung zum Patriarchen, was freilich erst 1589 gelang. Der Zarentitel ging jedoch nicht nur auf die für die Krönung ursächliche byzantinische Tradition zurück, sondern steht auch in der Tradition der tartarischen Fremdherrschaft. Der Titel der tartarischen Herrscher ging in den Zarentitel mit ein. Mit dem Tode Iwans des Schrecklichen starben die Rurikiden aus. Erst nach der Smuta, der "Zeit der Wirren" , die mit dem Tode Iwans begann, einigte sich eine extra einberufene Reichsversammlung 1613 auf Michail Romanov als neuen Zaren, dessen Geschlecht bis 1917 herrschte. Michails Nachfolger, Peter I., der Große, ließ sich 1721 offiziell zum Allrussischen Kaiser krönen. Es war Peter der Große, der die russische Autokratie zum Abschluß brachte und modernisierte. Sie unterschied sich von westeuropäischen Herrschaftsformen insbesondere durch die Abwesenheit der Stände und des ständischen Eigenrechts. Rußlands Problem, so bilanziert Torke zu Recht, bestand darin, dass Reformen, vor allem die unter Alexander II. initiierte "Bauernbefreiung" für das Land zu spät erfolgten und die Kaiser auf ihre Macht nicht verzichten wollten. So kam es zu den Revolutionen von 1905 und 1917. Beide erfolgten neben innenpolitischen Spannungen aufgrund außenpolitischer Niederlagen: gegen Japan 1905 und der katastrophalen militärischen Situation im ersten Weltkrieg, die die Revolution 1917 auslöste. Die provisorische Regierung erklärte Rußland am 1. September 1917 zur Republik. Damit endet die Geschichte der zaristischen Zeit. Die Portraits der Zaren werden - im Gegensatz zu dem leichter lesbaren, aber auch weniger gehaltvollen Werk von Detlev Jena: Die russischen Zaren in Lebensbildern nicht von einer Person, sondern von mehreren ausgewiesen Fachhistorikern jener Zeit geschrieben. Neben Torke wirken so bekannte Historiker wie Frank Kämpfer, Helmut Neubauer, Erich Donnert, Aristide Fenster, Marc Raeff, Alexander Fischer, Hans-Jobst Krautheim, Nikolaus Katzer und Heinz-Dietrich Löwe. Die Lebensbeschreibungen wirken Mythenbildung durch Aufklärung und wissenschaftliche Geschichtsschreibung entgegen. Neben der reinen biographischen Lebensbeschreibung werden Gesellschaft, Wirtschaft und Alltag Rußlands unter den jeweiligen Zaren und Zarinnen beschrieben. Ein hervorragendes, nicht immer leicht zu lesendes Werk und jedem Rußland-Interessierten sehr zu empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die russischen Zaren 1547 - 1917,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die russischen Zaren 1547 - 1917 (Taschenbuch)
Genau was ich suchte! Schnelle Information über die Persönlichkeit des einzelnen Herrschers. Jedem ist ein Kapitel gewidmet. Dabei wird über ihre politischen Ziele und ihre Antworten auf die Forderungen der verschiedenen sozialen Gruppen ebenso ausführlich berichtet wie über die Verbindungen zu den Nachbarstaaten. Rückverweise auf in vorhergehenden Kapiteln bereits dargestellte Ereignisse machen einen Quereinstieg leicht. Die Darstellungen durch verschiedene Verfasser fügen sich zu einer wissenschaftlich fundierten zusammenhängenden Geschichte Russlands bis 1917. Dabei ist ein sehr spannendes Buch entstanden, gesteigert durch die technisch gediegene Reproduktion der zeitgenössischen Porträts aller Zaren.
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Schock Schwere Not,
Von Herbstkind (Regensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die russischen Zaren 1547 - 1917 (Taschenbuch)
Nachdem ich eine Biographie von Alexandra Romanov, Rasputin und Zeitzeugenbiographien aus der letzten Zarenära gelesen hatte, wollte ich mir fundamentales Wissen über die russische Geschichte aneignen. Fragen brannten in mir, warum kam es zum Sturz des Zarentums, wieso war das russische Volk so unglücklich und warum bekam Stalin soviel Zuspruch? Ich musste in die Tiefe gehen, bei den Anfängen beginnen, "Die russischen Zaren" hielten Einzug in mein Bücherregal. Doch oh weh, was war das für ein Graus. So ein unverständliches Buch habe ich noch nie gelesen. Ich kann eigentlich gar keine adäquate Zusammenfassung geben, weil ich nicht viel verstanden habe. Es ging um Zaren, der Reihe nach, soviel ist mir klar. Die verschiedenen Autoren hielten viel Politisches in unverständlichen, verschachtelten, vor Fremdwörtern nur so strotzenden Sätzen fest, auch wenn meiner sehr achtens vieles davon nicht von Bedeutung für die spätere Entwicklung war. Ich habe nämlich keine Antworten auf meine Fragen bekommen und bin keinen Deut schlauer. Dass so wenig Privates in den Texten durchsickerte, bzw. kaum etwas zu finden war über die Menschen hinter den Titeln, habe ich auf die unvollständige Geschichtsschreibung in den früheren Jahrhunderten zurück geführt. Aber was war mit den späteren Zaren? Was waren das für Menschen? Zeitzeugenberichte und diverse Biographien geben hierüber ein besseres Bild ab. Nur Politik in unverständlichen Worten, alle Kapitel hindurch, teils mit russischen Fachausdrücken. Für Studenten der Slavistik womöglich interessant, alle anderen Leser Finger weg!
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