....lesen Sie bloß nicht vorher Christoph Spielbergs "Die russische Spende"! Sie werden die Ärzte und Schwestern hernach mit anderen, kritischeren Augen betrachten, denn schließlich ist Spielberg Arzt und muss wissen wovon er schreibt! :-) Vom Schreiben allerdings versteht er sogar ziemlich viel! In seinem Erstling erzählt uns Spielberg die Geschichte des Mediziners Felix Hoffmann, der im Nachtdienst zu einem gerade mit dem Notarztwagen hereingebrachten Patienten gerufen wird, um festzustellen, dass eben dieser in diesem Moment im Gang der Klinik das Zeitliche gesegnet hat. Doch Hoffmann erkennt in dem quittengelben toten Russen einen seiner früheren Patienten und macht sich auf die Suche nach dessen Patientenakte - doch die ist unauffindbar, verschwunden, genauso wie ein paar Tage später der Totenschein, den Hoffmann selbst ausgefüllt hat. Als dann auch noch die Leiche aus der Pathologie verschwindet, obwohl Felix selbst die Autopsie festgesetzt hat, beginnt der Mediziner auf eigene Faust zu ermitteln und stößt dabei in ein Wespennest aus russsicher Mafia, falsch etikettierten Blutkonserven und Klinikfehlbeträgen in Millionenhöhe. Den scheinbar verantwortlichen Verwaltungsdirektor findet unser mutiger Arzt später bei einem nächtlichen Einbruch in dessen Büro erhängt auf der Toilette. Mächtige Drahtzieher scheinen ein hohes Interesse daran zu haben, dass Felix hier seine Finger aus dem Spiel lässt, doch der hat wenig Skrupel, unterstützt von seiner cleveren Freundin Celine, seine Recherchen durchzusetzen.
Christoph Spielberg, für sein Debüt mit dem Friedrich-Glauser-Peis ausgezeichnet, schafft es, mit seinem wunderbar ironischen Schreibstil, den Leser kurzweilig und intelligent zu unterhalten und dabei die Szene Krankenhaus und Ärzte schonungslos heiter zu entmystifizieren. Sprachgewandt überzeichnet er seine Charaktere bis zum Absurden und lässt den Leser dabei stellenweise herzlichst und laut lachen. Sein Protagonist Felix Hoffmann, durchweg sympathisch, der sich des öfteren naiv selbst im Weg zu stehen scheint, ist mir sofort ans Herz gewachsen mit seiner tollpatschigen Art an die Dinge heranzugehen. Von diesem Dr. Hoffmann würde ich gerne mehr lesen!