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Die rot-grünen Jahre. Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum 11. September: Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum Irak
 
 
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Die rot-grünen Jahre. Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum 11. September: Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum Irak [Gebundene Ausgabe]

Joschka Fischer
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nie wieder Krieg. Nie wieder Auschwitz. Diese zwei Prinzipien galten nicht nur für Joschka Fischer unumstößlich. Doch dann marschierte die serbische Armee 1999 im Kosovo ein. Deutschland musste sich entscheiden, entweder „ethnische Säuberungen“ zuzulassen oder erstmals seit 1945 wieder Krieg zu führen. Folglich steht die Kosovo-Krise im Zentrum dieses politischen Rückblicks. Zudem erörtert der Ex-Außenminister und -Vizekanzler den rot-grünen Wahlsieg 1998, die anschließenden Regierungsgeschäfte, die Partei-, Nahost- sowie Europapolitik samt EU-Osterweiterung. Anekdoten erzählen von Schröders Haifischlächeln, einem schmuddeligen Hotel in New York oder davon, worüber sich Madeleine Albright einmal köstlich amüsierte.

Staatstragend, offen und persönlich, mitunter ausschweifend erklärt, ja legitimiert der Politiker getroffene Entscheidungen. Der Leser jettet gleichsam mit Joschka Fischer durch die Welt -- von Konferenz zu Krisenherd und zurück nach Berlin. Da Fischers Erinnerungen immer länger wurden und zwei angekündigte Erscheinungstermine verschoben werden mussten, reifte die Idee heran, seine Sicht der Dinge in zwei Bücher zu fassen. Deshalb reichen die vorliegenden Memoiren nur bis zum 11. September 2001. In einem zweiten Band wird Fischer die Zeit vom Terror-Anschlag auf das World Trade Center bis zur Bundestagswahl 2005 beleuchten.

Laut Umfragen war Joschka Fischer jahrelang der beliebteste Politiker Deutschlands. Im politischen Alltag jedoch fühlte sich der Pragmatiker oft zwischen Bundeskanzler und grüner Partei wie „eingeklemmt zwischen Baum und Borke“. Keinen Hehl macht der charismatische Macher daraus, dass ihn Parteilinke wie Jürgen Trittin mit ihren grundsätzlichen Vorbehalten und anstrengenden Diskussionen nerven. „Politik kennt keinen Konjunktiv“, hält Fischer dagegen. So steht dieses Buch auch als Mahnung an Bündnis 90/Die Grünen, sich keinen politischen Illusionen hinzugeben. Vielmehr könne die Partei nur mittels realpolitischer Pragmatik zurück an die Regierung kommen. Und darum gehe es letztendlich in der Politik, so Realo Fischer überzeugt. --Herwig Slezak

Aus der Amazon.de-Hörbuchredaktion

Der Grüne Joschka Fischer ist müde. Das sieht man schon auf dem Cover des ersten Bandes seiner Memoiren, Die rot-grünen Jahre

. Das dort abgedruckte Porträtfoto, das niemand Geringerer als der Hausfotograf gealterter Rockstars, Jim Rakete, geschossen hat, zeigt einen in Würde ergrauten Pensionär, dessen Blick zwischen Lustlosigkeit und spöttischer Distanz zum Weltgeschehen changiert. Dass Deutschlands ehemaliger Außenminister müde ist, das hört man aber auch in dieser gegenüber der Buchausgabe gekürzten Hörbuchfassung an vielen Stellen klar heraus. Denn hin und wieder meint man in Fischers etwas monotoner Stimme die Langeweile eines Ruheständlers herauszuhören, den man aufgestört hat -- und der aus dem Studio am liebsten schnell wieder zurück nach Hause will.

Das ist schade. Denn Fischer hat etwas zu sagen. Und es ist nicht so, dass er dabei etwas -- oder gar, wie in Politikerbiografien durchaus üblich, das Entscheidende -- verschweigen würde. Die rot-grünen Jahre spannen den Bogen vom Kosovo-Konflikt bis zu den Terror-Anschlägen des 11. September, und da ist wirklich, das macht einem die Lesung wieder einmal deutlich bewusst, eine ganze Menge passiert in der Welt. Wie stark die deutsche Außenpolitik unter Fischer daran beteiligt war, zeigen Die rot-grünen Jahre auf. Und auch, wenn manche Mitstreiter wie Kanzler Gerhard Schröder in der Figurenzeichnung eher blass bleiben und man etwa über Fischers radikale Jugend eher wenig (und nichts Neues) erfährt, tritt der Autor hier doch so erfrischend selbstkritisch auf, dass das Hörbuch in dieser persönlichen Lesart doch noch zu etwas Besonderem wird.

„Warum musste die Geschichte ausgerechnet unter Rot-Grün so hart zuschlagen?“ fragt sich Fischer einmal. Für die Spannungselemente dieser Memoiren allerdings war diese harte Zeit im Rückblick nicht verkehrt. Da kann man sicher über manche stimmliche Schwäche des Autors getrost hinweghören. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

4 CDs, ca. 322 Minuten -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Joschka Fischer - das Buch Die politischen Erinnerungen des deutschen Außenministers und Vizekanzlers Joschka Fischer an die Jahre der rot-grünen Koalition. Die deutsche Außenpolitik in Zeiten der weltpolitischen Umbrüche nach dem 11. September, zwischen innenpolitischer Reformpolitik und parteilpolitischen Krisen und Kontroversen. Die sieben Jahre der rot-grünen Regierungszeit von 1998 bis 2005 sind schneller als erwartet zum Gegenstand zeitgeschichtlicher Erinnerung und Bewertung geworden. Joschka Fischer hat als Außenminister und Vizekanzler die Politik der Regierungskoalition entscheidend geprägt und getragen. In seinem großen autobiographischen Buch stellt Joschka Fischer die Außenpolitik in diesen Jahren tiefster weltpolitischer Umbrüche dar, schildert die Krisen vom Kosovo bis zum 11. September, von Afghanistan bis zum Irak-Krieg. Er zeichnet eindringlich die historischen Entscheidungssituationen nach, denen sich die Regierung ausgesetzt sah, porträtiert die internationalen Akteure von George W. Bush bis zu Jassir Arafat oder Kofi Annan und analysiert die Bedrohungsszenarien vom Nahen Osten bis zum pakistanisch-indischen Konflikt. Hinzu kommen die Auseinandersetzungen über den EU-Beitritt der Türkei, die Reform der UN, die Russland- und Chinapolitik. Eingebettet sind diese Erinnerungen in die wichtigsten innenpolitischen Ereignisse und Krisen der Zeit, parteipolitische Kämpfe und die Kontroversen etwa um die Visa-Politik und die 68er-Vergangenheit von Joschka Fischer. Joschka Fischer, der seit Sommer 2006 in Princeton an der Woodrow Wilson School als Gastprofessor Internationale Krisen-Diplomatie unterrichtet, hat ein hochlebendiges, kontroverses, kritisches und selbstkritisches Buch von großer erzählerischer und analytischer Qualität geschrieben.

Über den Autor

Joschka Fischer, geboren 1948 in Gerabronn. Seit 1994 Mitglied des Bundestages, von November 1998 bis Oktober 2005 Außenminister der Bundesrepublik Deutschland. Zurzeit Gastprofessor an der Universität Princeton, USA. Weitere Titel bei Kiepenheuer & Witsch »Risiko Deutschland«, 1994. »Für einen neuen Gesellschaftsvertrag«, 1998. »Die Rückkehr der Geschichte. USA, Europa und die Welt nach dem 11. September«, 2005.

Auszug aus Die rot-grünen Jahre. Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum Irak von Joschka Fischer. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wir waren endlich angekommen. »Kneif mich,« flüsterte ich meinem neben mir stehenden Ministerkollegen und Freund Otto Schily zu. »Ich kann es einfach nicht glauben, es ist ein Traum.« Bundespräsident Roman Herzog hatte uns kurz zuvor die Ernennungsurkunden überreicht, und wir standen jetzt während dessen Rede einträchtig nebeneinander. Ort der Handlung war die ehrwürdige Villa Hammerschmidt in Bonn am Rhein. Am Morgen erst hatte die erfolgreiche Kanzlerwahl stattgefunden, und jetzt, am späten Nachmittag dieses denkwürdigen Tages, hielten wir, die Mitglieder der rot-grünen Bundesregierung, unsere Urkunden in der Hand. Anschließend würde noch die Vereidigung im Bundestag erfolgen und am frühen Abend dann die erste Sitzung des neuen Bundeskabinetts.
Dann saß ich zum ersten Mal im großen Kabinettsaal des Kanzleramtes in Bonn. Ein wahres Blitzlichtgewitter tobte sich vor unseren Augen aus. Wir - die SPD und Die Grünen und damit auch die Generation der 68er - waren angekommen im Zentrum der politischen Macht Deutschlands, in der Bundesregierung, im Kanzleramt, in den Bundesministerien. Vier Jahre sollten wir jetzt unser Land, Deutschland, regieren. Lust oder Last? - Vermutlich beides. Verantwortung, Bürde und viel Mühsal auf jeden Fall. Helmut Kohl, der scheinbar »ewige« Kanzler, war nach sechzehn langen, endlos langen Jahren abgewählt worden und damit Geschichte. Vor wenigen Stunden erst, am 27. Oktober 1998, hatte der 14. Deutsche Bundestag den Abgeordneten Gerhard Schröder (SPD), gemäß der Vorgabe der Verfassung »ohne Aussprache«, zum Kanzler gewählt. Die rot-grüne Koalition verfügte über einundzwanzig Mandate Vorsprung vor der Opposition, und Gerhard Schröder hatte, wie die Auszählung zeigen sollte, in der geheimen Kanzlerwahl darüber hinaus noch sieben Stimmen aus den Reihen der Opposition bekommen. Dies war zwar noch kein Wunder, wohl aber ein Hoffnung machendes Zeichen. Schienen es die höheren Mächte gut mit uns zu meinen? Die Ursachen dieses »Zeichens« waren jedoch höchst irdischer Natur. Tatsächlich hatten wir die Kanzlerwahl einfach nur gut vorbereitet, gut gearbeitet, wie die Eingeweihten wussten.
Ich saß jetzt also im großen Kabinettsaal, neben Gerhard Schröder und all den anderen Ministern, als Mitglied der Bundesregierung, als Bundesaußenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Irgendwie verrückt, unfassbar eigentlich, und obwohl ich mich selbst für einen großen, ja unerschütterlichen Realisten hielt, hatte ich in diesem Moment einige innere Zweifel zu überwinden, ob ich denn nun wirklich wach wäre oder am Ende gar nur träumen würde. Es kam jedoch niemand, der mich wachrüttelte, kein Wecker klingelte und niemand machte das Licht an. Stattdessen hörte ich die Stimme des Bundeskanzlers, sah einen vergnügten Otto Schily und all die anderen zufriedenen und zugleich erstaunten Gesichter der anderen Kabinettmitglieder. ...
Ich war glücklich, aber zugleich erinnerte ich mich zurück an jenes furchtbare Jahr, voller Rückschläge und Beinahe-Katastrophen, das hinter mir lag. Dieses verfluchte Jahr 1998 hatte bis zur Bundestagswahl im Wesentlichen darin bestanden zu verhindern, dass Die Grünen erfolgreich Selbstmord begingen, dadurch eine erschöpfte bürgerliche Bundesregierung unter Helmut Kohl vier weitere Jahre im Amt halten und zugleich auch den Traum von einer rot-grünen Mehrheit im Bund mit erledigen würden. Ich erinnerte mich in dieser Stunde des Triumphes aus guten Gründen auch an all die Plagen, die Mühen und das mehrfach drohende Scheitern der zweiten rot-grünen Landesregierung in Hessen zwischen 1991-94, an all die kaum vorhersehbaren Fallen und Abgründe des Regierungsalltages als hessischer Umweltminister. Und ich ahnte auch, ja ich wusste es, dass es noch um ein Vielfaches härter werden würde, die Bundesrepublik Deutschland mit ihren 82 Millionen Menschen zu regieren ...
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