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Das Leben der römischen Kaiser, 1. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Die römischen Kaiser. (Gebundene Ausgabe)
Wer einmal, vielleicht als Schüler, schon etwas hineingeschmeckt hat in das Leben der alten Römer, der kommt hier mit der Beschreibung der Kaiserviten voll auf seine Rechnung.
Sueton, als Kanzleichef mit Zugang zu den Archiven, hat sich wirklich die Mühe gemacht, von Cäsar bis Domitian, also etwa über 200 Jahre hin, alles, was er für wichtig hielt, aufzuschreiben.
Es wird ein Schreibstil offenbart, der prägnant gehalten ist. Dadurch ist es möglich, viele Begebenheiten aller Art einzufügen, man könnte sagen, Tratsch und Klatsch wurden nicht ausgespart. Auch Unmöglichkeiten, wie der Versuch Neros, einen jungen Mann zu kastrieren, ihn einer Schönheitsoperation zu unterziehen und ihn dann als Frau zu präsentieren ( also Geschlechtsumwandlungen auch schon damals, nur auf welchem Niveau ?! ), wird dargestellt.
Sueton fängt mit Cäsar an, hört mit Domitian auf, bringt also die Geschlechterfolgen, an denen er sich wie an einem roten Faden entlang hangelt.
Natürlich sind die Viten von Augustus, von Tiberius, von Caligula, Nero, Vespasian und Titus besonders interessant, doch die weniger bekannten von Galba, Otho, Vitellius ( wer kennt ihn ? )oder von Domitian ( hier endet der Autor! ) haben es ebenfalls in sich.
Was lernen wir daraus ?
Daß es zum Beispiel der eine oder andere Kaiser unternommen hat, den Tempel des Janus auch einmal zu schließen. War er geöffnet, befand man sich im Krieg. Und das war damals wohl ( wie heute ? ) Normalzustand (!).
Ja, das römische Reich mit seinen heidnischen Kaisern ist von Sueton ausführlich beleuchtet worden. Interessant wäre eine Fortsetzung der römischen Geschichte unter den Kaisern ( Konstantin ), die den christl. Glauben als Staatsreligion einführten, kurzfristig mal wieder in den alten Glauben zurückkamen ( Julian Apostata ), aber nur für sehr kurze Zeit natürlich.
Der Text wurde von Hans Martinet einfühlsam und deutlich übersetzt. Ein ausführlicher Anhang mit Erläuterungen und einem schönen Nachwort runden das Buch ab.
Dieses Werk ist ein wahres Sittengemälde, soll es wohl auch sein und der Autor widmete es seiner Tochter Juliane mit dem anrührenden Zitat:
JULIANE
filiae meae
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