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The Crimson Rivers/Die purpurnen Flüsse sieht französisch aus, fühlt sich aber amerikanisch an. Auch wenn er nicht die Größe von Das Schweigen der Lämmer oder Sieben erreicht, so schlägt er doch viele der Thriller, die in deren Gefolge gedreht wurden. Mathieu Kassovitz führt Regie, als handele es sich dabei um einen Kunstfilm, was dem Film letztendlich zugute kommt: Die Besetzung ist umwerfend, die Kameraarbeit überwältigend, und die ausgezeichnete Filmmusik ruft Erinnerungen an Der Exorzist wach. Obwohl der abschließende Showdown in luftiger Höhe nicht ganz hinhaut, ist The Crimson Rivers dennoch ein großartiger Beitrag zu einem zunehmend überfüllten Genre. --Kathleen C. Fennessy
Abgesehen von Cassel, der – trotz der Änderung des eigentlichen Charakters – eine gute Darbietung gibt, überzeugt vor allem Jean Reno in der Rolle des bärbeißigen Kommissars Niémans, für die der Franzose die perfekte Besetzung ist. Nadia Farès als Fanny kann als weiblicher Gegenpart zu diesen beiden Männern gut mithalten. Die übrige Besetzung ist ordentlich, aber die Gewichtung liegt eindeutig auf Cassel und Reno, die als streitlustiges Ermittlerduo glänzen und wunderbar harmonieren.
Die Geschichte mag stellenweise etwas verwirren; ein Manko des Films ist, dass manche wichtigen Aspekte zwar angerissen, aber nicht eingehend beleuchtet werden, so dass der Zuschauer manchmal allein gelassen wird und für ihn die eine oder andere Wendung etwas verwirrend erscheinen mag. Dennoch weiß die Handlung zu fesseln. Die Idee, was es mit den „purpurnen Flüssen“ auf sich hat, ist spannend konstruiert, wenngleich es wie bereits erwähnt nicht immer einfach ist, dem Geschehen zu folgen. Trotzdem durchzieht der Spannungsbogen die Handlung bis zum Finale, das wesentlich actionreicher inszeniert ist, als es im Buch vorgegeben war.
Hier muss nun sowohl Buch als auch Film ein großer Minuspunkt zugesprochen werden. War die gesamte Inszenierung bis zum Finale spannend aufbereitet und interessant erzählt, so verliert die Geschichte sämtlichen Reiz, wenn es an die viel zu schnell und hektisch dargelegte Auflösung kommt. Hinzu kommt eine zwar überraschende, aber auch dick aufgetragen wirkende Wendung, die jedoch den insgesamt starken Film letzten Endes doch etwas schwächer wirken lässt.
Doch der Reihe nach: an einer Universität in den französicehn Alpen passieren grausame Morde, die von einem Kommissar (Jean Reno) untersucht werden. Parallel dazu untersucht ein anderer Polizist eine Grabschändung eines Kindergrabs auf einem Friedhof. Zuerst sieht niemand die Zusammenhänge beider Taten, aber nach und nach erkennen beide Polizisten, dass die beiden Taten zusammenhängen. Der Grund für die Taten ist im Umfeld der Universität zu suchen und als die Fakten scheinbar offen auf dem Tisch liegen, nimmt die ganze Geschichte doch noch mal eine andere Wendung.
Gerade die Wendung am Schluss veranlasst mich trotz eines vielversprechenden Anfangs und Mittelteils doch, dem Film nur drei Sterne zu geben, da dieser Handlungsstrang im Buch wesentlich besser angelegt ist. Für Thrillerfans, die das Buch nicht gelesen haben, ist der Film aber doch eine lohnende Anschaffung.
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