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upj. Max Weber hatte seine berühmte Studie über die «Protestantische Ethik» erstmals 1904/1905 im «Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik» und dann, fünfzehn Jahre später, in teilweise stark überarbeiteter Form in seinen «Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie» veröffentlicht. Trotz zahlreichen Anfechtungen und Widerlegungsversuchen hat die «Protestantische Ethik» eine selbst für Fachleute kaum mehr zu überblickende Wirkungsgeschichte. Webers Auseinandersetzung mit dem «Geist des Kapitalismus» so der zweite Teil des Titels profilierte das Werk immerhin als Gegenposition zur Marx'schen Kapitalismusanalyse. Klaus Lichtblau und Johannes Weiss, beide ausgewiesene Weber-Spezialisten, haben ihrer (nun in dritter Auflage) vorliegenden Textausgabe die erste Fassung der «Protestantischen Ethik» in der originären Schreibweise von 1904/05 zugrunde gelegt. Ein ausführlicher Anhang verzeichnet die wichtigsten Zusätze und Veränderungen, die für die zweite Fassung von 1920 hinzugekommen sind. Viel philologische Kleinarbeit, aber doch so etwas wie ein Protokoll von Webers Umgang mit den «gegnerischen» Argumenten. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
63 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Die Ausgabe des area-Verlags,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Gebundene Ausgabe)
Während der Text selbst für Interessierte sehr spannend ist (und der auch 5 Sterne verdienen würde), ist die Ausgabe des area-Verlags eine Enttäuschung. Es war den Redakteuren des Verlags offenbar nicht der Mühe wert ein Mindestmaß an editorischer Sorgfalt walten zu lassen.Ich habe viel Mühe und Nerven gebraucht um zu verstehen, warum die enthaltene Vorbemerkung auf Sachen verweist, die nicht im Buch enthalten sind. Das liegt daran, dass die Vorbemerkung 1920 für die "Gesammelten Aufsätze zur Religionssoziologie Band I" geschrieben wurde - und nicht unmittelbar für diesen Text (1904/5). Sie verweist auf zwei unmittelbar folgende Artikel und eine Reihe von Artikeln zu diversen Weltreligionen. In der area-Ausgabe ist nur der erste Artikel enthalten (die "Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" von 1904/5). Das ist in dieser Ausgabe nicht angeführt. Wer also nur sie kennt wird maßlos verwirrt sein. Der area-Verlag hat eine Auswahl zusammengestellt, die entweder inkomplett oder inkorrekt ist. Inkomplett, weil zur Protestantischen Ethik noch mindestens der Artikel "Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus" gehört, ansonsten inkorrekt, weil die Vorbemerkung keine Vorbemerkung zu diesem speziellen, sondern einer Reihe von Artikeln ist. Fazit: Kaufen Sie sich eine andere Ausgabe. Der Preisunterschied sollte die Klarheit wert sein. Ich empfehle eine Ausgabe der Gesammelten Aufsätze zur Religionssoziologie für alle, die sich ernsthaft mit den Texten auseinander setzen wollen. Die Seitenzahlen darin sind übrigens den Originalausgaben gleich, was die Seitenverweise aus Sekundärliteratur finden lässt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für Soziologen ein Muss, aber keineswegs nur...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (Taschenbuch)
Soziologiestudenten kommen um Max Weber - ein "Klassiker" der Soziologie -nicht herum und schon gar nicht um eines seiner Hauptwerke, die protestantischen Ethik. Weber zeigt auf, dass der rationale Geist der Moderne und des Kapitalismus, nämlich Arbeit (Beschäftigung) und Gewinnstreben, aber nicht wie der postmoderne Mensch glauben würde, um die eigenen persönlichen Zielsetzungen zu verwirklichen, sondern allein des Systemes (der modernen Wirtschaftsordnung) wegen, seine Wurzeln in der Ethik der protestantischen Denominationen hat, besonders der Calvinismus mit seiner Prädestinationslehre hat für Weber dabei eine tragende Rolle. Platt und teilweise sehr undifferenziert formuliert könnte man sagen, den modernen Rationalismus und Kapitalismus gibt es nach Weber nur, weil es die protestantische Ethik der innerweltlichen Askese gegeben hat. Diese Zusammenhänge macht Weber hier deutlich und das führt letztlich zu einem Geschichtsverständnis Webers, dass erstmal in gewisser Hinsicht kontraproduktiv zu den gängigen zu sein scheint, nämlich, dass die Moderne - wie die Soziologen vor allem die Epoche der Industrialisierung bis ins letzte Jahrhundert hinein bezeichnen, was sie allerings an ganz bestimmten kulturellen Werten festmachen - eine Folge der Aufkärung sei. Aber am besten ist, einfach selber lesen...Diese Ausgabe enthält die vollständige protestantische Ethik, was bei anderen Ausgaben nicht immer zwingend der Fall ist. Darüber hinaus leitet Dirk Kaeseler, selbst ein renommierter Soziologe, Webers Werk eingehend ein und erklärt Entstehung und Absicht von Webers Werk. Zudem findet der Leser hier verschriftlichte Reaktionen Webers auf die Kritker seines Opus. Insofern ist diese Ausgabe auch sehr wertvoll für Nicht-Soziologen, die zudem eine kleine Einführung in Webers Werk suchen. Insgesamt absolut empfehlenswert und daher 5 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
43 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die "protestantische Ethik" immer noch soziologisch relevant,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik und der' Geist' des Kapitalismus (Broschiert)
"Die protestantische Ethik" ist die bekannteste (fat berühmte) Schrift Max Webers. Sie erschien erstmalig 1904/05, zu einer Zeit, als sich verschiedene Wissenschaftler mit den Entstehungsbedingungen des Kapitalismus und der Moderne und der Rolle, die die Religionen dabei spielten, befaßten. Insofern ist Max Webers These nicht grundsätzlich neu. Aber niemand zuvor, hat sie mit solcher Deutlichkeit formuliert. Sie steht im Zusammenhang mit Webers gesamten Forschungsprogramm. Er wollte angesichts der führenden Stellung Europas und Nordamerikas in der Welt versuchen aufzuzeigen, worin die besonderen Eigenheiten der okzidentalen (westlichen; abendländischen) Moderne bestehen, und wie sie entstanden sind. Weber beginnt dabei mit der Analyse der Entwicklung des Kapitalismus, der die Grundlage des modernen Lebens darstellt. Dabei ist er von der (zu seiner Zeit) empirischen Tatsache ausgegangen, daß Protestanten überall in Deutschland, auch in streng katholischen Gebieten unter den Unternehmern und höheren Gebildeten überrepräsentiert sind. Dieses Phänomen ließ sich nicht mit politischen oder strukturellen Argumenten erklären ausreichend, und Weber fand heraus, daß die Protestanten von einer völlig anderen Gesinnung geprägt waren, als die Katholiken. Eine Gesinnung, die dem kapitalistischen Wirtschaften am weitesten entgegenkam. Diese bezeichnete er als den "Geist" des Kapitalismus. Viele Kritiken haben diesen Aspekt übersehen und Webers Anspruch nicht verstanden. Denn er wollte mit seiner Studie keineswegs die Entstehung des Kapitalismus auf breiter Basis erklären. Er hat auch nicht behauptet, daß die spezifische Religion des (asketischen) Protestantismus die Hauptursache für die Entstehung des Kapitalismus in Europa war. Er erhob vielmehr nur den Anspruch, eine Wurzel dieser typisch okzidentalen Form des Wirtschaftens aufgedeckt zu haben. Weber unterschied streng zwischen der "Form" des Kapitalismus, also den ökonomischen, politischen, historischen und sozialen Gründen und Bedingung, die zu dieser Entstehung führten und sie ermöglichten, und dem "Geist" des Kapitalismus, der die entsprechende Gesinnung darstellte. Diese Gesinnung hat ursächlich religöse Wurzeln, die sie inzwischen unlängst abgestreift hat. Nicht mehr und nicht weniger wollte Weber mit seiner Studie zeigen. Dieser Anspruch ist durchaus legitim und ich halte diese Studie immer noch für eine der wichtigsten in der historischen Soziologie. Denn es wäre einseitig, historische Erscheinungen rein materialistisch aus der strukturellen Perspektive zu beobachten (oder analog die heutige Gesellschaft nur aus dem Blickwinkel der Systemrationalität zu betrachten [Luhmann]). Für mindestens ebenso wichtig halte ich zu untersuchen, welches Bewußtsein die Menschen in einer bestimmten historischen Epoche hatten. Wie schaute der Zeitgeist aus, an dem sie ihre Handlungen orientierten und aus dem heraus sie ihre Handlungsziele wählten. Damit teile ich Max Webers Verständnis der Soziologie, die den subjektiv gemeinten Sinn in individuellen Handlungen verstehen und sie dadurch ursächlich will. Alfred Schütz hat diesen Ansatz zur Phänomenologischen Soziologie oder Soziologie des Alltags ausgebaut - wie ich finde ein unverzichtbarer Teil sozialwissenschaftlicher Forschung. Damit ist die protestantische Ethik zwar dennoch ein Kind ihrer Zeit (denn ein gewisser, damals ganz normaler Eurozentrismus ist nicht zu verbergen), aber sie hat ihre Relevanz - methodisch wie inhaltlich - 95 Jahre nach dem ersten Erscheinen nicht verloren. Nicht zuletzt wird und wurde Weber ausführlich rezipiert - gründen manch andere bedeutende Soziologen Teile ihres Werkes auf den Arbeiten Max Webers (so z. B. Talcott Parsons, Jürgen Habermas) und auch auf der protestantischen Ethik. Was nicht heißt, daß es keine berechtigten Kritiken gibt. Aber meiner Meinung nach betreffen sie mehr Einzelheiten und greifen Webers Grundthese nicht an (aber das ist dann mehr Glaubenssache). So isoliert betrachtet erscheint die Studie dennoch ein wenig willkürlich, weswegen jedem Leser zu empfehlen ist, sich ihre Stellung in Webers religionssoziologischen Hauptwerk - den Wirtschaftsethiken der Weltreligionen - überblicksmäßig zu verdeutlichen.
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