Ich muss sagen, dass ich das Buch nicht einmal fertig lesen konnte. Je mehr ich gelesen habe, desto mehr ist mir der Schreibstil unsympathisch geworden. Es ist viel Blabla dabei wie wenn man mit jemandem einfach nur plaudert und den Anschein erwecken will, supertoll zu sein. Ich mag es, wenn Bücher eher konkreter sind.
Außerdem... Frau sollte eine Art Lili Marleene sein, mit ihren Zigaretten, ihrem Charme. Vor allem ab der Mitte des Buches waren da ein paar Sachen, die ich nicht so unbedingt empfehlenswert fand. Auch die perfekte Verführerin muss gewisse Niederlagen einstecken wie z.B. auf Seite 85 beschrieben:
'Ich warte also drauf, dass sich der Mann, dem ich soeben zugeprostet habe, auf meine Seite der Bar begibt... da klettert eines dieser jungen Dinger unvermittelt auf den Tresen und fängt dort oben an zu tanzen. In aufreizender Pose. Für alle sichtbar. Auf einen gepflegten Drink an meiner Seite kann der kernige Typ da natürlich verzichten. Außerdem hat er mich in dem Augenblick sowieso schon längst vergessen. Das Mädel tanzt auf der Bar und alle Männer werfen ihr bewundernde Blicke zu. Wer kann ihnen das verübeln. Alkoholpegel hin oder her - die Kleine hat Mut, das muss man ihr lassen. Ich gebe mich geschlagen und überlasse ihr das Feld. (...) Wenn sie nach diesem Barbesuch meine ehrliche Meinung hören wollen, wo Sie sich in einem Lokal am besten platzieren, um die Blicke der Männer auf sich zu lenken, dann kann ich Ihnen nur sagen: Setzen Sie sich nicht an die Bar, sondern besser noch auf die Bar. Aufmerksamkeit ist Ihnen in jedem Fall sicher' usw. usf.
Später geht sie zum Zigarettenautomaten und... siehe da! Sie wird angesprochen (das klingt aber für mich irgendwie unglaubwürdig. Hat sie das wirklich erlebt? Also bitte...):
'Ich stehe vor dem Automaten und nestle auf der Suche nach dem nötigen Kleingeld betont umständlich in meiner Jackentasche herum. Plötzlich haucht eine tiefe Stimme von hinten in mein Ohr: "kann ich dir behilflich sein?" Ich drehe mich um und sehe dieses mehrdeutig schmutzig-vergnügte Lächeln eines Mannes, der mein kleines Manöver ganz offensichtlich durchschaut - aber gekonnt darauf einsteigt'. (Es folgen ein paar Tipps) 'Und so endet der Abend genau so, wie ich mir das vorgestellt habe'.
Es bleibt den Leserinnen überlassen, sich vorzustellen, was dann passiert.
Später fand ich folgende Stelle auf Seite 90 eigentlich sehr geschmacklos:
'Selbst solche Männer, die im Augenblick gar nicht in Flirt-Laune sind, wird ein abgewendeter Blick kombiniert mit wiederholtem längerem Blickkontakt herausfordern. Das kann man gut auf Kinderspielplätzen an einem Sonntagvormittag testen. Da dürfen die Muttis nämlich zu Hause eben mal die Beine hochlegen (oder aber den Sonntagsbraten vorbereiten), und Papa geht mit Junior zum Schaukeln. Die meisten Männer dort sind natürlich in festen Händen. Doch mein scheuer Blickkontakt wird auch deren Ehrgeiz packen. Mit Sicherheit. Das männliche Ego wird selbst dem Vater auf dem Spielplatz einreden, dass sein Blick bei mir eine deutliche Wirkung hinterlassen hat.'
Verführen ist ok, aber ich denke eher an etwas, dass die anderen (vor allem Familien) nicht schadet und bei denen man nicht so ständig heucheln oder schauspielen muss. Ich kann diese Expertin einfach nicht ernst nehmen, es tut mir leid.