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Die paranoide Maschine - Computer zwischen Wahn und Sinn (TELEPOLIS)
 
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Die paranoide Maschine - Computer zwischen Wahn und Sinn (TELEPOLIS) [Taschenbuch]

Peter Krieg
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 205 Seiten
  • Verlag: Heise Medien; Auflage: 1., Aufl. (Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936931186
  • ISBN-13: 978-3936931181
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 16,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 867.410 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

WCM 235, Juni 2005

""Die paranoide Maschine" ist nicht nur für Computergeeks, es ist eine äußerst interessante Lektüre für all jene, die sich für komplexe Systeme und deren Auswirkung und Zusammenspiel interessieren, wobei nebenbei die Frage der künstlichen Intelliegenz und der Vergleich von logischen und "polylogischen" Systemen behandelt wird."

phlow.net - Magazin für Musik und Netzkultur, 20.10.2005

"Das Buch sei all denjenigen empfohlen, die sich für die Auswirkungen der Rechenmaschinen auf unsere Gesellschaft sowie für die weitere Zukunft der Technologie interessieren - erhellende Momente und ein tieferes philosophisches Verständnis der Computerproblematik sind garantiert."

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr erhellend 17. Juni 2005
Von Ein Kunde
Lange genug haben wir uns von der Technik mehr und mehr entmenschlichen lassen. Nun ist es aber wirklich an der Zeit, sich zu wehren und dem Kollegen Computer mal eine ordentliche psychiatrische Diagnose zu verpassen: Die Maschinen sind paranoid. Und Peter Krieg schildert sehr differenziert und fundiert warum dem so ist. Hinzuzufügen bliebe vielleicht:

Laut "Internationaler Klassifikation psychischer Störungen" zeigt sich eine Paranoia u.a. durch
- Mißtrauen und eine starke Neigung, Erlebtes zu verdrehen, indem neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich mißgedeutet werden,
- streitsüchtiges und beharrliches, situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten
- die Tendenz zu stark überhöhtem Selbstwertgefühl, das sich in ständiger Selbstbezogenheit zeigt.

Wer hätte das gedacht, die Psychotherapie hat in ihren klinisch-diagnostischen Leitlinien offenbar tatsächlich treffsicher das typische Verhalten eines Computers beschrieben. Computer wollen immer recht haben, sie sind nicht in der Lage andere Perspektiven zu übernehmen, kurz: sie sind weder anpassungsfähig noch flexibel und gehörten eigentlich umgehend in die geschlossene Abteilung verwiesen.

Die erstaunliche Parallele zwischen Psychiatrie und Computertechnik ist kein Zufall. Es ist dem Buch von der ersten Seite an anzumerken, dass sich der Autor lange Zeit mit dem Thema beschäftigt und tief geschürft hat. Krieg erläutert die Hintergründe eingehend, wenn man sich beim Lesen auch teilweise mehr Anschaulichkeit wünschen mag. Dennoch hat das Werk eine uneingeschränkte Empfehlung verdient.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SB
Mit seinem Buch Die paranoide Maschine legt sich Peter Krieg mit niemand geringerem als dem Konglomerat von Microsoft und Intel an. Dieser scheinbar übermächtige Gegner scheint den Autor nicht zu schrecken, predigt er doch wider deren Heiligtum, dem Mooreschen Gesetz. Intel Gründer Gordon Moore stellte Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts die Regel auf, dass sich die Transistoranzahl auf einem Prozessor alle 24 Monate verdoppelt. Diese exponentiell steigende Prozessorleistung wird benötigt, um die immer komplexer werdende Software bewältigen zu können. Diesen Teufelskreis nennt Krieg  in Anspielung auf Microsoft-Gründer Bill Gates  den Moore-Gates-Effekt, welcher für stetige Gewinne bei der Hard- und Softwareindustrie sorgt.

Nicht ganz unberechtigt stellt sich die Frage, warum das so sein muss. Der Autor frägt sich: Wer würde eine Waschmaschine kaufen, die alle zwei Jahre ersetzt werden muss, um das neue Waschmittel verwenden zu können? Seit rund 50 Jahren beißen sich die Entwickler an der Fehleranfälligkeit von Computern die Zähne aus. An die verheißungsvollen Versprechungen, aus den starren, unflexiblen Rechnern durch genügend Rechenleistung eine künstliche Intelligenz zu schaffen glaubt Krieg nicht. Durch die vorgegebenen Strukturen sowohl in der Industrie wie auch in der IT-Forschung fehlt es den Computern an der Fähigkeit sich an eine komplexe, sich ständig verändernde Umwelt anzupassen. Was die Softwarebranche als benutzerfreundlich verkauft, sei in Wirklichkeit nur die fortschreitende Anpassung der Nutzer an die Technik. Krieg postuliert zehn Compterplagen, die es auszumerzen gilt, um die Entwicklung aus ihrem Weg in eine Sackgasse herauszubringen.

Krieg hofft auf eine neue Technik: Ein Computer, der lern- und anpassungsfähig ist. Erreichbar soll dies durch veränderte Strukturen in der Datenabspeicherung werden. Nicht mehr streng hierarchisch, sondern beziehungsverknüpft. Hiermit soll auch das disproportionale Wachstum von Hard- und Software zu bändigen sein. Ansätze hierfür sieht Krieg in den Ideen des israelischen Tüftlers Erez Elul. Inwieweit sich dessen Ideen in die Praxis umsetzen lassen, ist noch nicht dargestellt worden. Der Autor jedenfalls kämpft dafür  bislang auf verlorenem Posten. In seinen Ausführungen manchmal etwas ausschweifend deshalb 'nur' 4 Sterne.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "mkd_01"
Zu Begin fand ich die Lektüre etwas trocken und ich mußte mir etwas Mühe geben, bei der Sache zu bleiben - aber dann wurde es immer interessanter. Und ich muß gestehen, daß ich jetzt erstmalig das Konzept von Existen-mit-Nicht-Existenz verstanden habe und deren Entsprechung in Pile. Allein das hat sich schon gelohnt. Die Kapitel nach der Pile-Einführung - sprich mögliche Ausblicke und Konsequenzen der bishrigen Denkweise - fand ich sehr gut nachvollziehbar, zumal sie sich mit persönlichen Erfahrungen decken.

Die Rolle, die dem Individuum zukommt und die individuelle Verantwortung, für sein Denken und (diesem Denken immer nachgelagert) für sein Handeln, wird als essentiell erkannt. Dass wir diese Verantwortung nicht leichtfertig an "engstirnige" Programme abgeben dürfen, sollte sich von selbst verstehen. "Was" da eigentlich denkt und "wo" die Gedanken eigentlich herkommen, ist noch keinesfalls entschieden. Es ist durchaus möglich, daß das Denken (als Erkennen von Zusammenhängen) durchaus nicht vom Gehirn geleistet wird. Daß dieses Gehirn vielmehr der Ort ist, wo diese erkannten Zusammenhänge sich spiegeln (in Form der Relationen zwischen den Neuronen "verobjektiviert"). In diesem Sinne wäre eine neue Maschinen-Metapher als Denkhilfe zu sehen, die strukutrell ähnlich verfährt, wie das menschliche Gehirn beim Verknüpfen der Neuronen. Es ist höchste Zeit, daß wir uns an die Realisierung dieser Metapher machen und das vorgestellte Pile-Konzept scheint ein prüfenswerter Ansatz.

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