Daß Herr Soros sehr intelligent ist, daran hege ich keinen Zweifel. Aber galt es, dies mit Hilfe des Buches zu beweisen? Der tiefere Sinn für seine langatmigen, philosophischen Betrachtungen im ersten Teil des Buches will mir nicht recht einleuchten. Denn etwas Überraschendes oder Neues habe ich da kaum entdecken können.
Den zweiten Teil des Buches halte ich zwar für interessanter, doch konnte auch hier bei mir keine echte Begeisterung aufkommen. Die Botschaft von der offenen Weltgesellschaft verliert sich in komplexen Beschreibungen und Analyen bisheriger politischer und wirtschaftlicher Abläufe. Ich erkenne zwar in dem Buch das aufrichtige Bestreben, unsere Welt zu verbessern, halte aber die Idee von der offenen Weltgesellschaft für unpraktikabel. Soros selbst nennt die vielen Schwierigkeiten, glaubt aber offenbar an große Wunder und weltweite Einsichten. Insgesamt gesehen geriet das Buch viel zu umfangreich, die vielen Studien und Meinungsäußerungen verwirren. Würde das Buch von qualvollen 400 Seiten auf 100 Seiten gekürzt, würden Soros Botschaften vermutlich eher verstanden und seine Thesen hätten bessere Aussichten, wahrgenommen und diskutiert zu werden.