Es wurde viel gesagt, über die Ähnlichkeit dieses Films mit Platoon, Full Metal Jacket etc. Falls man Vergleiche bemühen will, dann sind zwei sicher gerechtfertigt: Full Metal Jacket, da es sich hier auch um einen Film mit einer langen Boot Camp Sequenz handelt und Hamburger Hill, der auch auf einer wahren Story basiert und das Halten eines Hügels zum Inhalt hat.
All das hatten wir also schon. Was das Künstlerische betrifft ist die Boot Camp Sequenz von Full Metal Jacket sicher viel besser und der Infantry Combat Teil von Hamburger Hill lässt die neunte Kompanie im Vergleich weit hinter sich. Dennoch habe ich fünf Sterne vergeben. Einerseits, weil ich die Schlüsselaussage des Films (als die Soldaten mit der Afgahnischen Kultur vetraut gemacht werden) extrem wichtig und unangenehm aktuell finde. Der Instruktor sagt in etwa: "Die Geschichte hat gezeigt, dass niemand Afghanistan je erobern konnte, Niemand. Niemals." Wenn wir später im Film mit dem Terrain konfrontiert werden, den zerklufteten, kahlen Bergen, die ein ausgeklügeltes Tunnelsystem enthalten, versteht man, was so schwierig ist an der Eroberung dieses Landes. Doch dies allein würde für fünf Sterne wohl kaum reichen. Was mich beeindruckt hat ist das Emotionale an diesem Film und das ist es, was ihn völlig abhebt von seinen amerikanischen Gegenstücken. Diese jungen Sodaten machen zwar auch primitive Sprüche und fluchen, aber sie reden auch über ihre Ängste und Träume. Sie überlegen bevor sie nach Afghnaistan gehen, was es wohl heissen mag, nicht getötet zu werden, sondern als Invalide zurückzukehren. Sie reden über das Wesen des Krieges. Kann Krieg schön sein, wie einer behauptet? Vielleicht sind einzelne Kampfszenen nicht realistisch, aber die Realitätsnähe der Gefühlswelt dieser jungen Rekruten sucht im amerikanischen Kino seinesgeichen. Und nicht zuletzt ist der Film auch ein Abgesang. Das Ende der Sovietunion war eingeläutet.