Auch ich habe mir als großer Polanski-Fan den Film damals trotz
eher schlechter Kritik im Kino angesehen und war schon von der herrlich düsteren Atmosphäre des Vorspannes gefesselt.W.Kilar's
Musik lässt einen schon zu Anfang regelrecht durch die neun Pforten schweben und untermalt die Handlung wie es besser nicht hätte passen können.Um so mehr wundert es mich, dass der Film dermaßen geteilte Meinungen hervorruft, steht er doch durchaus in alter Polanski-Tradition.
Von lustloser Verlilmung einer besseren Romanvorlage kann meiner Meinung nach auch kaum die Rede sein, denn tatsächlich greift der Film nur einen von zwei grundverschiedenen Handlungssträngen
des Buches "El Club Dumas" auf, nämlich die Suche nach dem Geheimnis der "Neun Pforten".Hierbei noch den Club Dumas unterzubringen wäre überflüssig und irreführend.
Zugegebenermaßen ist der Film auch so schon nicht besonders leichte Kost, eröffnet aber, je öfter man ihn sieht immer wieder neue Interpretationsmöglichen für Leute, die einen Blick für Details haben. Zum offenen Ende sei gesagt,dass dies der einzig akzeptable Schluss für einen Film dieser Thematik sein kann,
jede Darstellung von dem was sich hinter der neunten Pforte verbirgt wäre zwangsläufig unglaubwürdig.Nein,dieses Ende sollte der Fantasie überlassen bleiben, vorausgesetzt man hat welche.
Gerade der moralisch eher zweifelhafte Schluss macht den besonderen Reiz des Films aus.
Interessant ist auch die Entwicklung der Hauptfigur,dieser gelangweilten, emotions-und skrupellosen Söldnerseele, gespielt von Johnny Depp,zum wahren "Wolf im Schafspelz".(Man beachte zum Beispiel den Blick des kleinen Mädchens am Flughafen , oder den Hund in der Szene vor dem brennenden Haus der Baronin.)
Abschließend sei gesagt, dass dies kein Film für Effekthascher und Actionliebhaber ist,(diese sind mit einem Streifen wie"Armee der Finsternis" besser bedient), sondern für Freunde subtiler, unterschwelliger Spannung.