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Die neuen Leiden des jungen W
 
 
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Die neuen Leiden des jungen W [Gebundene Ausgabe]

Ulrich Plenzdorf
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (54 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 148 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 5 (26. November 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518220284
  • ISBN-13: 978-3518220283
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 11,9 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (54 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die neuen Leiden des jungen W.
OA 1973 (Vorabdruck in Sinn und Form 1972)Form Roman Epoche Gegenwart
Mit Die neuen Leiden des jungen W. gelang es Plenzdorf, die Ängste, Hoffnungen und das Lebensgefühl der Jugend in den 1970er Jahren in Ost- und Westdeutschland auf ungewöhnliche Art und Weise auszudrücken.
Entstehung: 1968/69 entstand die Urfassung von Die neuen Leiden des jungen W. als Drehbuch, das jedoch nicht verfilmt wurde. Erst nachdem in der Kulturpolitik der DDR Ende der 1960er Jahre Tauwetter einsetzte, gelangte die Geschichte in die Öffentlichkeit, zunächst 1972 als Prosafassung in Sinn und Form, schließlich in einer Bühnenfassung, die am 18. Mai 1973 im Landestheater in Halle uraufgeführt wurde. Ebenfalls 1973 erschien die sich von der ersten Prosafassung kaum unterscheidende Romanfassung in ganz Deutschland. Die Urfassung von 1968/69, in der Edgar den Stromschlag überlebt, wurde erst 1982 veröffentlicht.
Inhalt: Der 17-jährige Edgar Wibeau nimmt einen Streit mit seinem Vorgesetzten zum Anlass, seine Lehre in einem Metall verarbeitenden Betrieb abzubrechen und geht nach Berlin. Dort richtet er sich in einer verlassenen Gartenkolonie ein und findet ein Reclamheft. Dass es sich dabei um R Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther handelt, weiß er nicht, weil er Titelblatt und Nachwort als Toilettenpapier benutzt. Von der Lektüre beeindruckt, verwendet Edgar fortwährend Zitate aus dem Werk. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich bei einer Malerkolonne: Nachdem deren Projekt, die Entwicklung eines Farbspritzgeräts scheitert und Edgar beinahe aus der Kolonne fliegt, baut er in seiner Laube an einem eigenen Gerät. Bei dessen Inbetriebnahme erleidet er schließlich einen tödlichen Stromschlag.
Aufbau: Der Roman beschreibt, wie Edgars Vater Nachforschungen über die Todesumstände seines Sohns anstellt. Dazu spricht er mit Personen aus dem ehemaligen Umfeld Edgars. Die Gespräche werden durch den Toten »jenseits des Jordans« kommentiert und ergänzt. Dabei zeigen sich zahlreiche Bezüge zu Goethes Die Leiden des jungen Werther, nicht nur durch den Titel und Parallelen in der Handlung (die Beziehung zwischen Edgar, Charlie und Dieter, bei Goethe zwischen Werther, Lotte und Albert), sondern auch durch die von Edgar immer wieder eingefügten Originalzitate. Dagegen setzt Plenzdorf die von Jerome D. R Salingers Roman Der Fänger im Roggen beeinflusste Haltung und Sprache Edgars.
Wirkung: Bereits nach der Veröffentlichung in Sinn und Form löste der Text in der DDR zahlreiche Diskussionen über Jugend und Gesellschaft aus. Sowohl das Theaterstück, das in der Saison 1974/75 das meistgespielte Stück in beiden deutschen Staaten war, als auch die Prosafassung wurden zu einem ungewöhnlichem Erfolg. 1975 verfilmte Eberhard Itzenplitz in Westdeutschland Die neuen Leiden des jungen W. nach dem Drehbuch von Plenzdorf. St. N. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

"Die neuen Leiden des jungen W." gehört zu jenen Büchern..., die wichtige literarische Dokumente ihrer Zeit sind, weil sie zum erstenmal etwas artikulieren oder doch erkennen lassen, was vorher überhaupt nicht oder nicht so deutlich sichtbar war. (Marcel Reich-Ranicki) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Werk für Furore - ob West, ob Ost, 25. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Die neuen Leiden des jungen W (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beginnt mit zwei Todesanzeigen. Edgar Wiebeau ist durch einen Stromschlag gestorben. Eine von seinen Kollegen vom Bau und eine von seiner alleinerziehenden Mutter. Der Vater liest den Tod des 17-Jährigen und beschließt Fakten über seine letzten Wochen zu sammeln indem er alle, die Kontakt mit ihm hatten, zu den Geschehnissen befragt. Das besondere bei der Ermittlung ist jedoch, dass nicht nur die Befragten und der Vater zu Wort kommen, sondern das auch Edgar sich aus dem Jenseits meldet und die Aussagen der Befragten für die Leser entweder korrigiert oder kommentiert.

Die Handlung erzählt, dass der siebzehnjährige DDR-Jugendliche nach einem Konflikt seine Ausbildung abbricht und in eine abrissbereite Laube nach Berlin zieht. Edgar Wiebeau war ein Musterschüler und zudem noch der Sohn der Werksleiterin. Die Laube stellt ihm sein bester Freund Willi, dem er auch gelegentlich Tonbänder schickt und ihm auf eine leicht unverständliche Art den Stand der Dinge mitteilt. In der Laube findet der junge Wiebeau zwei Dinge. Einmal ein Buch von Salinger über das Leben von Holden Coulfield und dann noch ein altes ReclamHeft, dass den Briefroman „Die Leifen des jungen Werthers" von Goethe enthält. In den Handlungen der beiden Personen sind Parallelen zu Edgars Leben zu finden. Edgar lernt in Berlin Charly kennen, eine verlobte Kindergärtnerin. Er verliebt sich. Doch seine gedankliche Leidenschaft zu ihr wird getrübt, als ihr Freund Dieter von der Armee zurück kommt. Dieter ist das komplette Gegenteil von Edgar, autoritär, loyal und ständig ernst. Edgar zieht sich zurück und beginnt bei einer Malertruppe an zu arbeiten. Nach einer Zeit beginnen seine Kollegen ein nebelloses Farbspritzgerät zu bauen. Doch als dies nicht gelingt, macht sich Edgar allein ans Werk. Doch was dann passiert, möchte ich nicht verraten.

Das besondere ist nicht nur, dass er das alles kommentiert, sondern auch seine Art, auf bestimmte Erlebnisse zu reagieren. Er fängt an solchen Erlebnissen an, Passagen aus Goethes Werther zu zitieren. Er reagiert damit auf die Einflüsse seiner Umwelt und gibt dieses als Zeichen des Widerspruchs wieder.

Der Roman ist besonders ergreifend und nah, realistisch und wirklich. Man stellt sich immer wieder vor, wie man selbst reagieren würde in jenen Situationen. Das Werk galt als Schubladenwerk, da es durch die Zensur erst zwei Jahre später erschienen ist, und das mit großer Resonanz auf beider deutschen Seiten. Geschrieben wurde es 1968 von Ulrich Plenzdorf und ist mit knapp 150 Seiten recht kurz. Es ist meines Erachtens auch ein Buch deutscher Geschichte und lohnt sich voll und ganz zu lesen.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Auch noch nach all den Jahren ein geniales Buch!!!!, 25. Oktober 2005
Von Ein Kunde
So viele Autoren haben versucht, mit Jugendjargon/Umgangssprache junge Leser zu ködern oder deren Lebensgefühl wiederzugeben. Die meisten sind gescheitert. In jüngster Zeit fällt mir nur No llores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz von André Pilz (ein Roman über einen Skinhead) ein, in dem das sehr gekonnt gemacht wurde. Ansonsten: Plenzdorfs Roman ist einfach genial, auch wenn es vor vielen Jahren geschrieben wurde!! Einiges mag veraltet wirken (Blue-Jeans-Song usw.), trotzdem spricht es - so meine Erfahrungen in der Schule - die jungen Menschen auch heute noch an. Im Gegensatz zu Pilz gibt es weniger Gewalt und Sex, aber das hat Plenzdorf gar nicht nötig. Ein wunderschönes Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das war Edgar?, 26. April 2005
Von 
Das Buch im Westen ein Riesenerfolg, im Osten Kult. Bis heute. Leider nicht immer zur Freude der Schüler. Denn dieses Buch bietet tatsächlich zahlreiche Interpretations- (und auch Überinterpretations-) Möglichkeiten. Diese werden auch wahrgenommen. Und lassen die Freude am Lesen diesen schmalen Büchleins mitunter schwinden. Eine zwangsweise, weil diktierte Beschäftigung mit Literatur ist immer ärgerlich. Dabei sollte man als Leser grundsätzlich frisch und frei ans Werk. Vielleicht wollen auch „Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf nichts anderes sein als intelligente Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger. Und selbst das ist schon sehr viel.

Zur Handlung: Der junge Edgar Wibeau (nicht Wibau!) ist tot. Gestorben am 24. Dezember 1972 in einer Laube in Ost-Berlin. Die Bastelei an einer Farbspritze hat er mit seinem Leben bezahlt. Die Ärzte sagten: Es war eine Stromsache. Die mühselige Tüftelei ohnehin nicht mehr als ein besseres Puzzlespiel, so Edgar. Ohne Sinn und Verstand. Arbeitskollegen vom Bau, die Eltern und die ach so geliebte Charlie (weiland Charlotte, siehe Goethe) erinnern sich an den Verstorbenen. Mit gemischten Gefühlen. Auch hier nicht alles Gold, was glänzt. War Edgar ein verkanntes Genie? Oder einfach nicht ganz dicht. Mit all seinen Tonbandaufzeichnungen. Und seinen Texten von „Old Willi". Auch Edgar selbst meldet sich zu Wort. Aus dem Reich der Toten. Und schreit herüber: So war's wirklich. Das ist nicht immer komisch. Da schwingt auch Trauer mit. Ändern lässt sich aber naturgemäß nichts mehr.

Es stimmt schon: In diesem Buch lesen wir viel über Holden Caulfield von J. D. Salinger und über Mr. Cruose. Darauf nimmt Ulrich Plenzdorf auch ganz direkt Bezug. Und deshalb darf man fragen: Wo ist Phoebe? Oder wann kommt Freitag? „Die Leiden des jungen Werther" von Meister Goethe stehen sowieso für sich allein. Viele Fragen. Noch mehr Antworten. Denken wir nach. Aber bitte ohne Zwang. Sondern besser: aus Lust am Lesen. Oder aus Freude an einem guten Buch.

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