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Die neuen Herrscher der Welt: und ihre globalen Widersacher
 
 
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Die neuen Herrscher der Welt: und ihre globalen Widersacher [Taschenbuch]

Jean Ziegler , Holger Fliessbach
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Jean Ziegler ist ein Anhänger des starken und offenen Wortes. Wie schon in seinen letzten Büchern (Die Schweiz, das Gold und die Toten, Wie kommt der Hunger in die Welt) nimmt der derzeitige Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission auch bei dieser Analyse wieder kein Blatt vor den Mund. Schonungslos stellt er den Neoliberalismus, dessen Protagonisten und Helfershelfer an den Pranger.

Wie Ziegler Bill Gates von Microsoft und Larry Ellison von Oracle, zwei Parade-"Beutejäger", beschreibt, könnte aus Brehms Tierleben stammen: Nur ihrem Killerinstinkt folgend, sind sie und ihresgleichen raubtiergleich damit beschäftigt, Beute zu erlegen, sprich feindliche Firmen zu übernehmen. Auf ihren weltweiten Beutezügen werden sie von "Söldlingen" wie dem IWF oder der Weltbank unterstützt. Damit sind sie für den ehemaligen schweizerischen Nationalrat hauptverantwortlich für den "Weltkrieg gegen die Armen". Im Zeitalter der Globalisierung, also der schrankenlosen Liberalisierung der Märkte, werden die kapitalistischen "Oligarchien" zu den eigentlichen "Herrschern der Welt". Verlierer sind die Armen. Denn obwohl es möglich wäre, zwölf Milliarden Menschen zu ernähren, dämmert bei einer Weltbevölkerung von zirka sechs Milliarden etwa ein Fünftel chronisch unterernährt dem Tod entgegen. "Verantwortlich für sie ist die Ordnung der Welt. Wer auch immer an Hunger stirbt -- er ist Opfer eines Mordes", so das Urteil des Autors.

Es gibt aber auch Hoffnung. Nicht die Selbstregulierungskraft des Marktes, auch nicht die schwindende Macht der siechenden Nationalstaaten ist gemeint, sondern die Gegenmacht einer "globalen Zivilgesellschaft". Für den "bevorstehenden Kampf" gegen die Oligarchien des Kapitals will Ziegler mit seiner Analyse "Waffen" liefern. Dies ist ihm sicherlich gelungen. Ob sich das Buch zu einer Art Bibel der Zivilgesellschaft entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Kraft des Wortes spricht dafür, ebenso Zieglers klare Unterscheidung von Gut- und Bösmenschen. Für Zwischentöne allerdings ist in seinem Schwarz-Weiß-Gemälde, das leider viel Wahres abbildet, nicht sehr viel Platz. --Dr. Manfred Schwarzmeier -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Ein flammendes Plädoyer für Gerechtigkeit. Strittig. Provokativ. Lesenswert.« (Stuttgarter Nachrichten )

»Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler greift die Beutejäger des globalisierten Kapitals scharf an - und ruft zu einer weltweiten Gegenbewegung von unten auf.« (taz )

»Scharf und wohltuend unangepasst.« (Sonntags Zeitung Zürich )

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150 von 156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Schweizer Jean Ziegler, Mitglied der UN-Menschenrechtskommission, ist seit Jahren weltweit unterwegs und er verfügt über exzellente Kontakte bis in höchste Kreise. Der Kapitalismus- und Globalisierungskritiker hat vom Bankdirektor der Weltbank bis zum Häftling in einer Zelle im Hinterland von São Paulo mit Betroffenen gesprochen. In der Summe ergibt sich in diesem Buch ein ganzheitliches Bild der Welt, das weit mehr Aspekte erfasst als die Massenmedien vermitteln können.

Die Schieflage der Welt kennen wir alle: Reiche werden reicher, während der Großteil der Menschheit in Armut, zerstörter Umwelt und dem Krieg um Ressourcen versinkt. Ziegler analysiert verständlich die Hintergründe dieser Entwicklung. Sie gliedert sich in 4 Teile:
a) Geschichte der Globalisierung
b) Kapitalisten und die zerstörerische Gier nach Macht/
Steuerparadiese, nur die Armen zahlen Steuern
c) Machtorgane IWF, Weltbank, WTO
d) Neue planetarische Zivilgesellschaft - eine Revolution steht an

Auf folgende Forderungen arbeitet Ziegler in diesem Buch hin:
- 100% Schuldenerlass für Dritte Welt (Bildung statt Zinsen bezahlen)
- Einführung der Tobin-Steuer (Spekulationen auf Devisen einschränken)
- Abschaffung IWF (Spekulationsrisiken nicht auf Allgemeinheit abwälzen)
- Abschaffung WTO (Güterhandel wieder national kontrollierbar machen)
- Schließung von Agrar-Rohstoff-Börsen (keine Spekulation auf Nahrung)
- Unabhängigkeit der Zentralbank (Geldpolitik für das Volk, nicht nur Reiche)
- Schließen von Steuerparadiesen (normale Steuern auch für Reiche)
- Kartellämter stärken (Marktkonzentrationen verhindern)
- Verbot von Patenten auf lebende und genmanipulierte Organismen
- soziale und kulturelle Menschenrechte und Überführung in nat.Recht
- UNO-Rat für Soziales (ein Welt-Gremium für Welt-Probleme schaffen)
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53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Jean Ziegler, Soziologe an der Universität Genf, Autor mehrerer kritischer Politikbücher und derzeitiger Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission für das Recht auf Nahrung, zeigt in seinem nun erschienenen Buch die Schattenseiten des modernen Kapitalismus auf und ruft damit zu einer weltweiten Gegenbewegung in Form einer weltweiten Zivilgesellschaft auf.
Seiner Meinung nach akkumulieren die Protagonisten des neoliberalen, weltumspannenden Kapitalismus grenzenlose Gewinne, korrumpieren und zerstören schrittweise den Nationalstaat, treiben Raubbau an der Natur und behindern die Entwicklung einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Menschen durch Mangelernährung und Verelendung.
Als Beispiele für seine These führt Ziegler an, dass alle sieben Sekunden irgendwo auf der Welt ein Kind unter zehn Jahren an Hunger stirbt und dass um die 820 Millionen Menschen chronisch und schwer unterernährt sind. Für ihn sind sie alle Opfer einer Weltordnung, deren Gesetze nur nach dem grenzenlosen Profit ausgerichtet sind.
Das Finanzkapital stellt mit der Umsetzung des Konzepts der Globalisierung eigene Gesetze zur fortschreitenden Verschmelzung der nationalen Volkswirtschaften zu einem kapitalistischen und einheitlichen Weltmarkt auf, um schlussendlich einen nach ihren Regeln funktionierenden Weltstaat errichten zu können. Bereits derzeit verfügt dieses von einem „supranationalen" zu einem Weltstaat in Transformation befindliche Gebilde über eigene Institutionen, die Einfluss in Politik und Verwaltung sichern und noch weiter ausdehnen, wie den internationalen Währungsfond (IWF), die Weltbank, die Welthandelsorganisation (WTO) und die Organisation für ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Dabei verfolgen die Tätigkeiten dieser Organisationen samt der von den USA betriebenen Politik dieselben Ziele: Privatisierung und radikale „Verschlankung" des Staats und der Solidarsysteme, um die ganze Welt in eine Freihandelszone verwandeln zu können. Davon profitieren vor allem die 300 bis 500 mächtigsten Unternehmen der Welt, die bereits 25 Prozent des Weltsozialprodukts kontrollieren. Diese ungeheure Konzentration von Geld ermöglicht ihnen nationale Regierungen weltweit zu bestechen, Entscheidungsgremien inklusive der Justiz zu beeinflussen und die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten einzunehmen. So beschreibt Ziegler, wie die Welthandelsorganisation (WTO) teils durch Erpressung, teils durch Korruption die Handelsinteressen der Mächtigen bei den Regierungen der armen Länder durchsetzt. Wenn die Ziele durch Erpressung und Korruption nicht erreichbar sind, wird auch zur offenen militärischen Gewalt gegriffen.
Zieglers Buch vermittelt ein Bild der derzeitigen globalen Herrschaftsform, wobei er in seiner Darstellung ausschließlich nur zwischen Gut- und Bösmenschen unterscheidet. Dadurch ist für Zwischentöne nicht sehr viel Platz. In seiner Analyse demaskiert Ziegler die globalen Profiteure einer privatisierten Welt, analysiert ihre Sprache und prangert ihre menschenverachtenden Methoden an. Auf alle Fälle bildet dieses Buch eine Diskussionsgrundlage für eine differenziertere Haltung gegenüber der viel gepriesenen Globalisierung.
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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch zur Bewegung. Es fehlt auf keinem globalisierungskritischen Büchertisch. Endlich las auch ich es. Es geht von der Frage aus, wieso „auf einem mit Reichtümern gesegneten Planeten Jahr für Jahr hunderte Millionen von Menschen Opfer von Armut, gewaltsamem Tod und Verzweiflung werden". Und das, obwohl Reichtum, Wirtschaftsleistung, Produktionsziffern, Patente und Wissen stetig zunehmen. Der Grund ist die ungerechte Verteilung dieses Reichtums, der sich in wenigen Händen konzentriert - eben in den Händen der „Neuen Herrscher der Welt" - es ist ein Reichtum, der auf Kosten der Armen dieser Welt entsteht und sich zugleich von ihnen abschottet.

Der Schweizer Ziegler machte sich schon in seiner Heimat unbeliebt, weil er die dortigen Praktiken (Geldwäsche, Nazivergangenheit, schmutzige Geschäfte, organisiertes Verbrechen) durchleuchtete. Jetzt kommt Ziegler folgerichtig zum Thema „Globalisierung", denn von der Schweiz als Bankenparadies ziehen sich die Fäden des organisierten Kapitals in die ganze Welt. Die Jean Ziegler gründlich kennengelernt hat: zuletzt als Sonderbotschafter der UN-Kommission für das Recht auf Nahrung. Entsprechend kenntnisreich berichtet er aus allen Ecken der Welt (mich als deutschen Leser erinnert er ein wenig an Peter Scholl-Latour, in seiner schonungslos offenen, abgeklärten Art). Dort beobachtete er mit eigenen Augen, wie die heutige Form des „Raubtier"- oder „Dschungelkapitalismus" Menschenrechte verletzt, Nationalregierungen entmachtet und Länder in die Armut treibt. Alles im Interesse reicher Eliten, anonymer Konzerne und imperialer Gebilde, mögen es Staaten oder Firmen sein.

Im ersten Teil des Buches wird der Ist-Zustand umfassend und detailliert beschrieben, belegt mit zahlreichen schockierenden Beispielen. Im letzten Viertel des Buches beschäftigt er sich, zur Erleichterung des Lesers, mit dem Widerstand dagegen. Zum Glück gibt es bereits eine Menge von Verbänden, Nichtregierungsorganisation und Aktionsformen, die sich um eine gerechtere Welt bemühen. Auch wenn friedliche Aktivisten in Brasilien von Todesschwadronen ermordet, oder in italienischen Gefängnissen gefoltert werden (auch dies im Auftrag der „neuen Herrscher") so wächst die Bewegung dagegen doch stetig an. In der Gewißheit, das Recht auf seiner Seite zu haben. Zieglers Buch ist ein Teil davon, macht Mut, bietet Anknüpfungspunkte, an denen man seiner Empörung Ausdruck verleihen kann.

Nur ein Beispiel: im Jahr 2002 erschien das Buch. Und jetzt, im Juli 2005, versprechen die G-8-Regierungen tatsächlich einen Schuldenerlaß für die ärmsten Länder (eine zentrale Forderung der globalen „Widersacher", z.B. der Organisation Jubilé 2000, die Ziegler zitiert), während überall auf der Welt sog. „Live 8"- Konzerte vor Millionen (Milliarden) Zuschauern dieselbe Forderung stellen. Ein Erfolg, der einerseits Publizisten wie Ziegler zu danken ist, vor allem aber den vielen sozialen Bewegungen, die er in seinem Buch vorstellt.

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Jean Ziegler
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Vor 10 Monaten von Jens König veröffentlicht
Für alle. die verstehen wollen, wie die Welt tickt
Ein gutes Buch für alle, die schon immer verstehen wollten, wie die Welt tickt.
Herr Ziegler hat meine absolute Symphatie, denn er stellt ehrlich und ohne Blatt vor den... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Alexandra veröffentlicht
He awoke at dawn and went into the rising sun...limping...
zitiert J. Ziegler im "Nachwort" Walt Whitmann. So beschreibt er die Millionen von Menschen die beschlossen haben für eine andere Welt zu kämpfen, ein gewaltiger Zug... Lesen Sie weiter...
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top!
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Veröffentlicht am 19. Oktober 2005 von Christian von Montfort
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