Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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78 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nobelpreisträger und die Wahrheit, 16. Februar 2009
Rund und rot prangt auf dem Cover der eingedruckte Kleber "Wirtschafts-Nobelpreisträger 2008". Das wirkt verkaufsfördernd und suggeriert Wahrheit. Wir folgen gerne den Insignien von Helden. Umso gespannter warte ich auf ein Buch, in dem uns die Irrtümer von Nobelpreisträgern vorgeführt werden. Auch wenn darin Paul Krugman kein langes Kapitel gewidmet wäre, müsste der Autor dennoch auf einige seiner Thesen genauer eingehen. Und er könnte "Die neue Wirtschaftskrise" als Beispiel anführen, wie man ein Buch aus dem Jahre 1999 so aufpeppt, dass es bei der nächsten Krise erneut auf den Bestsellerlisten steht. Immerhin, auch wenn Paul Krugman die heutige Finanzkrise nicht voraussagte, machte er früher als andere auf Fehlentwicklungen aufmerksam, die 2009 wieder diskutiert werden. Allerdings stört es mich gewaltig, dass Krugman sich zum Kreis derer zählt, die zu wissen meinen, was Sache ist und wie Störungen komplexer Systeme zu lösen sind. Frau Merkel und Herrn Steinbrück im Vorwort die Leviten zu lesen, mag populär sein, seinen Leser aber zu suggerieren, eine genaue Analyse der Weltwirtschaftskrise der Dreißiger Jahre führe zu praktikablen Lösungen für heute, scheint mir gefährlich. Oder anders gesagt: Ich hätte von einem Nobelpreisträger, der sich intensiver als seine Berufskollegen mit irrationalen menschlichen Verhaltensmustern beschäftigt, Substanzielleres, Innovativeres und Provokativeres erwartet. Aber vielleicht ist er soeben am Schreiben eines solchen Buches und hat sein Werk aus dem Jahre 1999 nebenbei aktualisiert. Sein Verlag und sein Agent werden ihn bestimmt dazu ermuntert haben.
Nach dem missglückten Vorwort mit der fragwürdigen Schelte an Europa erliegt auch Paul Krugman in seiner Einleitung der Versuchung, Geschichte im Nachhinein zu erklären. Wenn A, dann B. Im Zentrum der folgenden zehn Kapitel stehen danach die Analysen, die Krugman 1999 zu den Krisen in Thailand, Japan, Russland, Brasilien und verschiedenen Schwellenländern machte. Dabei treffen wir immer wieder auf Bösewichte, die heute erneut im Schweinwerferlicht stehen. Hedge-Fonds, IWF, Großkapitalisten, abgehobene Banker, dumme Politiker, arrogante Manager global agierende Konzerne und korrumpierbare Nachfolger von Stammesfürsten haben sicher einen großen Anteil an der Misere. Aber wie deren Verhaltensmuster mit denen des einfachen Bürgers zusammenhängen und welchen Regeln komplexe Systeme folgen, hätte mich weit mehr interessiert als die wenig überraschenden Schuldzuweisungen. Keynes in Ehren, aber seine Rezepte kennen wir.
Mein Fazit: So verständlich die aktualisierte Neuauflage dieses Buch auch ist, sehr viel Neues hat sie nicht zu bieten. Paul Krugman gehört zwar nicht zu den Ökonomen, die Patentrezepte schreiben und noch immer felsenfest an den Homo oeconomicus glauben, aber der große Wurf ist ihm mit diesem Buch nicht gelungen. Gerade weil Krugman oft andere Ansätze verfolgt und sich auch bei den Neurowissenschaftler und Systemtheoretikern umhört, erwarte ich mehr von ihm.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Krugman beweihräuchert sich und die USA!, 19. November 2009
...keine Formeln, keine Grafiken, keine Fachsprache! Und alles ist ja so einfach...
Krugman geht sämtliche Wirtschaftskrisen durch und hat für alle die Lösung:
S. 30: "Rezessionen lassen sich einfach dadurch bekämpfen, dass man Geld druckt - der Rest ergibt sich in der Regel von allein."
Ich bin sehr enttäuscht von dem Buch. Es enthält zuviel eigene Meinung und zuviel Patriotismus. Es ist insgesamt schlecht geschrieben.
S. 163: "In der Rückschau erscheint Greenspan wie ein General, der an der Spitze eines entmutigten Heeres reitend das Schwert hebt und seine Mannen zu neuen Taten anspornt - und auf wundersame Weise wendet sich das Blatt... Als Greenspan aus dem Amt schied, war er von einem Glorienschein umgeben..."
Ich möchte mir gerne meine Eigene Meinung bilden. Wer sich ernsthaft ein Bild machen möchte, der Sollte unbedingt "Die Weltvernichtungsmaschine" oder "Meltdown" von Thomas Woods lesen."Kasino Kapitalismus" von Hans-Werner Sinn enthält sehr viele Formeln und Grafiken, ist aber das Fachlichste Buch über das Thema. Am besten zu lesen und ebenfalls sehr interessant fand ich "Die Weltvernichtungsmaschine" von Stefan Frank:
S. 190 f.: "Danach erschließt sich, was passieren muss, wenn die Zentralbank eine Rezession vermeiden will, indem sie den Preis des Geldes senkt. Der erste Effekt ist, dass die Verschuldung nicht sinkt, sondern immer weiter steigt. Unternehmungen mit geringer Rentabilität werden nicht aufgegeben, sondern am Leben erhalten. Die Konsequenzen einer solchen Politik sind offensichtlich: eine immer höhere Verschuldung, eine sinkende Gesamtrentabilität der Wirtschaft und in der Folge eine immer größere Krisenanfälligkeit."
Die letzten 16 Seiten von Krugmans Buch bilden übrigens eine Rede von Irwin L. Collier, die er bei der Nobelpreisverleihung Krugmans gehalten hat. Dabei erfahren wir u.a., dass Krugman seinen Doktortitel nicht nach 4 Jahren (Regelstudienzeit am MIT), sondern schon nach 3 Jahren erhalten hat... Toll! Ich finde das Buch sehr überheblich geschrieben!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Tarnung! Unaufrichtige Neuauflage eines Buches von 1999, 21. August 2009
Der Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2008 zeigt in diesem erneuerten Aufguss eines schlechten Buches von 1999, dass er der große Weise unter den Denker ist, einer der alles im Nachhinein erklären kann.
Natürlich verschweigt Herr Paul Krugman, dass er als hochkarätiger Mainstream-Ökonom zu der Clique von Ökonomen zu zählen ist, die sich zwar Anmaßen die wirtschaftliche Entwicklung prophezeien zu können, aber vom Zerplatzen von Blasen stets und ständig überrascht werden.
Dabei schlägt Herr Paul Krugman in diesem Machwerk natürlich und selbstredend auf die ein, die für Gutmenschen schon immer an allem Übel auf der Welt die Schuld tragen. Wohlweislich verschweigt Herr Paul Krugman seinen eigenen Part an der Weltfinanzkrise - als Mitläufer und Anstifter - jawohl Mitläufer und Anstifter, nachzulesen in Herr Paul Krugmans Kolumnen in der "New York Times" (Quelle der deutschen Zitate ef-online, 13.10.2008):
- Herr Paul Krugman am 01.10.2001
"Alan Greenspan startete besser als seine japanischen Gegenstücke. Die Fed schnitt die Zinssätze früh und häufig. Diese 11 Zinskürzungen 2001 fütterten einen Boom sowohl in Eigenheimkäufen als auch in Darlehens-Refinanzierungen, was beides der Wirtschaft half, eine noch schlimmere Rezession zu vermeiden. Aber es beginnt so auszusehen, als wären diese Zinskürzungen nicht ausreichend gewesen. "
- Herr Paul Krugman am 07.10.2001
"Die Wirtschaftspolitik sollte weiteres Ausgeben fördern, um das vorübergehende Nachlassen von Geschäftsinvestitionen auszugleichen. Niedrige Zinssätze, welche Ausgaben in Immobilien und anderen dauerhaften Gütern fördern, sind die Hauptantwort."
- Herr Paul Krugman am 02.08.2002
" Um diese Rezession zu bekämpfen benötigt die Fed mehr als eine Einzelaktion; sie benötigt rapide steigende Privatausgaben um kränkelnde Geschäftsinvestitionen auszugleichen. Und dafür muss Alan Greenspan, wie Paul McCulley von Pimco sich ausdrückte, eine Immobilienblase erschaffen, um die Nasdaq-Blase zu ersetzen."
Erst Jahre später, z. B. im Dezember 2007, erkannte Herr Paul Krugman die Gefahr der platzenden Immobilienblase, an seine Empfehlungen, an sein Fordern nach einer Immobilienblase konnte er sich natürlich nicht mehr erinnern. Stattdessen schlägt er nun auf diejenigen ein, die seinen Ratschlägen gefolgt waren, z. B. auf Alan Greenspan, der genau die blasenerzeugende Geldpolitik betrieben hatte, die Herr Krugman 2001-2002 in seinen Artikeln gefordert hatte (Herr Paul Krugman in der New York Times vom 21.07.2007).
Anstatt von Herrn Paul Krugman, einem hilflosen und unaufrichtigem Mainstream-Ökonomen, sollten wir uns die Weltfinanzkrise von den Ökonomen erklären lassen, welche seit etlichen Jahren vor dieser Krise - leider vergeblich - gewarnt haben, z. B. von: Gary North, Peter Schiff, Frank Shostak oder William Bonner.
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