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Die neue Redlichkeit: Werte für unsere Zukunft
 
 
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Die neue Redlichkeit: Werte für unsere Zukunft [Gebundene Ausgabe]

Rupert Lay , Ulf D. Posé
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (13. März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593379244
  • ISBN-13: 978-3593379241
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 615.433 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Rupert Lay
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

20.04.2006 / Horizont: Doktrin für mehr Redlichkeit "Ein wunderbares Buch."

01.08.2006 / Manager Magazin: Haben, haben, haben "Wohltuend faktenreich, gut belegt und mit originellen Gedanken."

09.11.2006 / Rheinischer Merkur: Werthaltig wirschaften "Eine schonungslos ehrliche Analyse der Zustände ... Detailliert untersuchen die Autoren Beispiele wie Mobbing, kulturelle Ausbeutung oder politische Machtbesessenheit und weisen Wege aus der Falle des sittlichen Verfalls."

Kurzbeschreibung

Rupert Lay und Ulf D. Posé zeigen, was im Kern unserer ethischen Krise steckt: die Unredlichkeit, ein unethisches Handeln, das zunehmend unbewusst stattfindet. Lay und Posé unternehmen einen Streifzug durch die Geschichte von Redlichkeit und Unredlichkeit. Sie analysieren die neue Unredlichkeit an Beispielen wie Mobbing, kulturelle Ausbeutung, politische Machtbesessenheit und eröffnen mit konkreten Vorschlägen die Perspektive einer neuen Redlichkeit.


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Am Anfang war die Moral. Von heroischen Erwartungen wie Tapferkeit in der Antike über theologisch dominierte Idealvorstellungen im Mittelalter bis zu rein nutzenorientierten Vehaltensvorschriften wie Fleiß und Disziplin im Merkantilismus der beginnenden Neuzeit: es war ganz klar, wie der redliche Mensch jeweils auszusehen hatte.

Die Aufklärung säte den Keim zur Auflösung fester Moralbegriffe. Das Gebot, den Willen Gottes zu erfüllen, wird von Forderungen abgelöst, der Vernunft gemäß zu leben. Damit wurden eindeutige Moralvorschriften und klares Gut und Böse zunehmend durch Ethik ersetzt und es begann eine Suche nach anwendbaren Modellen zur Begründung einer universellen Sittlichkeit. Wie die Autoren Rupert Lay und Ulf D. Posé aufzeigen, mit erheblichen Schwierigkeiten, die nur Kant mit seinem kategorischen Imperativ befriedigend überwinden konnte ('Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte'). Der redliche Mensch sollte also situationsbezogen einer Ethik gemäß sittlich handeln. Und damit waren feste Moralbegriffe dahin.

Auch die beste Ethik kann eingehalten werden oder eben nicht. Das führte dazu, dass auch die Unredlichkeit, die es natürlich immer gegeben hat, eine Parallelentwicklung durchmachte. Gemäß Lay und Posé mit der Besonderheit, dass etwa bis zum Zeitalter der Inquisition den handelnden Menschen klar war, dass sie unredlich handelten, während es danach - und die Autoren nehmen das als Merkmal der 'neuen Unredlichkeit' - auch für unredlich Handelnde üblich geworden sei, sich trotzdem redlich zu wähnen. Als Grund dafür führen sie die Eingebundenheit in zunehmend komplexe Systeme an, die die darin verankerten Menschen sittlich blind machten.

Die Autoren widmen dieser Unterscheidung wesentliche Teile Ihrer Betrachtungen ohne zu erklären, was daran so wichtig sein soll. Ich halte das für nebensächlich und behaupte noch dazu, dass Ablasshändlern wie Inquisitoren (abgesehen vom Gewicht ihrer Handlungen) die Unredlichkeit ihrer Handlungen genauso klar oder unklar gewesen sein dürfte, wie heutigen Managern ihre Unredlichkeit klar oder unklar ist, wenn sie voll ausgebildete junge Menschen auf ein bis drei Jahre unbezahlt als 'Praktikanten' oder unterbezahlt als 'Lehrlinge' einstellen; wenn sie Abfertigungen an Mitarbeiter durch Hinausmobben bis zur Selbstkündigung derselben umgehen; wenn sie ihre Ergebnisverantwortung auch durch Steuerhinterziehung erfüllen wollen; oder wenn sie, anderes Ende der Skala, mit entsprechend großen Unternehmen im Rücken nationale Regierungen partiell entmachten und der Politik (die im Dienste der Allgemeinheit agieren sollte) das Ruder der Staatsgeschäfte (im Interesse ihrer Unternehmen) aus der Hand nehmen. Die Frage, ob das jeweils klar oder unklar ist, halte ich nur insofern für relevant, als im zweiten Falle auch noch herauszufinden ist, wie die unbewusst unredlichen Täter zur Einsicht gebracht werden können. Wie auch immer - das Autorenduo blendet beide Themen völlig aus.

In geradezu barocker Ausführlichkeit (weit über 100 Seiten des Teils II) wird hingegen Beispiel an Beispiel für diese 'neue Unredlichkeit' (also die angeblich unbewusste) gereiht, als ob nicht jeder von uns zu jedem Thema wie Globalisierung, Politik, Mobbing, Egoismus u.a. ein aktuelles Beispiel aus dem Stehgreif anführen könnte. Und abgesehen davon: auch die Möglichkeit, dass die vermeintliche Unbewusstheit im Handeln der Täter schlichte Heuchelei und damit ganz einfach 'alte Unredlichkeit' sein könnte, mit der nur das Publikum getäuscht werden soll, ist ihnen keine Zeile wert.

Die Grundzüge der 'neuen Redlichkeit', die die Autoren schließlich im letzten Kapitel sorgfältig entwickeln, sind trefflich und werden wohl kaum auf Widerspruch stoßen. Jedenfalls nicht auf offenen - die Heuchler werden sich hüten! Dennoch frage ich mich: wenn es stimmt, dass die dadurch zu besiegende Unredlichkeit den Handelnden unbewusst sein sollte - wie bringen wir diese dann dazu, das erstens zu erkennen und zweitens die neue Redlichkeit aktiv anzuerkennen und zu praktizieren? Oder meine persönliche Annahme stimmt, dass nämlich den Handelnden ihre Unredlichkeit ohnehin zumindest größtenteils bewusst ist - dann entfällt der Erkenntnisschritt und wir stehen gleich vor dem zweiten Problem.

Das Buch ist zum Denken anregende, anspruchsvolle Lektüre und gesellschaftswissenschaftlich interessierte LeserInnen werden darin auf ihre Rechnung kommen. Ich hoffe, dass dieses Buch einen Anstoß geben wird, die Öffentlichkeit auf die jedenfalls kommende Auseinandersetzung mit dem Thema 'neue Werte' einzustimmen. Die Prominenz der Autoren ist dafür eine gut eingesetzte Investition; die oft auf implizite Definitionen zurückgreifende Darstellung weniger - ein Glossar, in dem die Autoren die wichtigsten Begriffe definieren und erklären, könnte hier helfen. Und ich unterstütze die im Anhang veröffentlichten persönlichen und unternehmerischen Grundsätze für eine neue Redlichkeit, die die vorgeschlagenen neuen Werte widerspiegeln, selbst wenn ich hier noch einige Diskussionen kommen sehe.

Bloß: wie wir dahin kommen, dass diese Grundsätze auch angenommen und praktiziert werden - diese Antwort oder wenigstens Ideen dazu, also Wege zur Umsetzung ihrer Vorschläge, bleibt uns das Autorenduo leider schuldig. Obwohl es der im Vorwort erhobene Anspruch, '...Möglichkeiten zu zeigen, wie wir der neuen Unredlichkeit begegnen können...' eigentlich in Aussicht gestellt hat. Es wäre der wichtigste Teil dieses Werkes gewesen.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Weshalb sollte man wohl redlich miteinander umgehen und worin zeigt sich diese Redlichkeit eines Menschen im konkreten Fall? Was überhaupt meint man, wenn man von Redlichkeit spricht? Auf diese und sich daraus ableitenden Fragen versucht das Autorenteam Lay/ Pose im vorliegenden Buch Antworten zu finden und entwirft als Konsequenz schließlich einen Leitfaden zur Etablierung einer neuen Redlichkeit, die auch näher definiert wird, um so friedliche Interaktion im Jetzt möglich zu machen und langfristig gewährleisten zu können.

Zunächst wird verdeutlicht, dass der Begriff Redlichkeit innerhalb der vergangenen Jahrhunderte mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt wurde, bis schließlich Kant sittliche Grundsätze diesbezüglich zur obersten Priorität erhob. Damit rückten alte moralische Maßstäbe in den Hintergrund. Redlich ist nun in erster Linie der Anspruch eines Menschen, sich unabhängig von den Normen sozialer Systeme sozialverträglich zu verhalten. Das scheint für Dogmatiker und Ideologen ein geradezu unlösbares Problem zu sein, denn sie leisten wohl eher der neuen Unredlichkeit Vorschub. Dies kann auch von bedenkenlosen " Globalisierern" und " Fusionierern" gesagt werden. Stets verschleiern fragwürdige Denkkostrukte unredliche faktische Positionen, die nicht immer leicht zu enthüllen sind.

Cargo- Kulte ( das sind Götzen-Kulte der besonderen Art) gibt es nicht nur in Papua- Neuguinea, auch bei uns frönt man ihnen hemmungslos und schafft eine riesenhafte Plattform für Unredlichkeit. Des weiteren sind die Motive und Mechanismen für so genanntes Mobbing aufschlussreich, wenn man begreifen will, inwieweit unsere Gesellschaft bereits in die Unfairness abgedriftet ist. Politik, Justiz, Wirtschaft, auch private Beziehungen werden vom Virus der Unredlichkeit , deren Ursache letztlich überzogene Egoismen sind, infiziert und machen die Gesellschaft krank. Deshalb haben die Autoren sich viele Gedanken gemacht, welche Voraussetzungen zu redlichem Handeln führen und konstatieren u.a., dass der redliche Mensch stets das Wesen einer Sache angeben kann, dass er bewusst handelt und die überschaubaren Folgen seiner Handlung übernimmt.

Verantwortung klärt die Zulässigkeit von Handlung. Eine Handlung ist dann redlich, wenn sie eigenes Leben eher mehrt, denn mindert. Unsittlich und unredlich ist ein Mensch, der im anderen nur sich selbst sucht. Um redlich handeln zu können benötigt man eine Wahlmöglichkeit, wenn diese fehlt liegt eine Handlung nicht vor, sondern bloßes Verhalten. Beim Klarwerden all dieser Begrifflichkeiten sind die Verfasser ungemein hilfreich und zeigen in der Folge welche Aufgaben zur Etablierung einer neuen Redlichkeit bewältigt werden müssen. Auch machen sie deutlich, dass die Zeit reif ist den vielen Affären in unserer Gesellschaft ein Ende zu setzen. Zahlreiche Meinungsumfragen verdeutlichen , dass man es einfach satt hat. Bleibt zu hoffen, dass viele Handelnde guten Willens sind und die Überlegungen Professor Dr. Lays und Ulf Poses beherzigen werden.

Empfehlenswert!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wir leben, so meinen die Wirtschaftsethiker Lay und Posé, im Zeitalter der neuen Unredlichkeit. Diese sei besonders heimtückisch, weil sie in unsere Werte und Ideologien Einlass gefunden hat und geradezu gesellschaftsfähig geworden sei. Wir merken demnach gar nicht mehr, wenn wir unredlich handeln. Zahlreiche Beispiele vor allem aus den Bereichen Wirtschaft und Politik schärfen den Blick und verdeutlichen, in welche Lebensbereiche sich unredliche Ansichten und Handlungen eingenistet haben. Die Autoren sind überzeugt davon, dass sich eine Wende abzeichnet, und zeigen, wie jeder Einzelne diese notwendige Entwicklung in Zukunft unterstützen kann. Die Lektüre ist nicht immer ganz einfach, sondern anspruchsvoll und differenziert. Manch ungewohnte und zunächst verquer erscheinende These lässt den Leser innehalten und regt zum Nachdenken an. Wir empfehlen das Buch allen aufgeschlossenen Menschen, die bereit sind, einen Schritt zur Seite zu treten, um einen kritischen Blick auf unsere derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen zu werfen, und insbesondere allen Führungskräften, die Redlichkeit in ihrem Umfeld fördern und verankern wollen.
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