Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Generation, um die es geht, wird nicht erst seit der PISA-Studie misstrauisch beäugt, ja als unpolitisch, konsumgeil und spaßsüchtig gebrandmarkt. Alles ein böses Missverständnis, meinen die Autoren des Hamburger Trendbüros. Für sie reagieren die "Kinder der Medienrevolution" lediglich angemessen auf den rasanten Wandel in unserer Gesellschaft.
Statt große Utopien zu entwerfen, besetzen sie "kleine Aktionsfelder", kratzen zum Beispiel durch E-Mail-Aktionen nachhaltig am Image eines Textil-Multis. Sie sind dank Nebenjob und eigenem Handy autonom wie nie zuvor, sehen ihre Eltern als Partner und wissen um den (Markt-)Wert einer guten Ausbildung. Der Protest-Pose der Achtundsechziger und der Verweigerungshaltung der Generation X setzen sie eine "Rebellion durch gutes Benehmen" entgegen. Selbstironie und Zynismus weichen "einem Hang zur Ernsthaftigkeit und tiefen Gefühlen".
Klar wird da vieles verkürzt, jeder steilen These folgt ein schicker Slogan: Bald wird man zum Schönheitschirurgen gehen wie heute zum Zahnarzt, denn das neue Körperideal lautet "synthetische Natürlichkeit". Aber es wird nicht gepredigt, sondern unterhaltsam erzählt, und man lernt einiges dazu, über "Third Places", die "Renaissance des Marktplatzes", "Sofortvertrauen" oder "Interpassivität". Die Grundstimmung des Buches ist so rosa wie sein Einband: es wird schon werden, "the kids are allright".
Kulturaposteln und Alteuropäern dürfte bei dieser spaßigen und informativen Trendfibel schwarz vor Augen werden. All jenen, die vom ewigen Untergangsgeschrei genug haben, bietet sich hier ein herrlich unbekümmerter Blick in die Glaskugel. Und der lohnt sich nicht nur für Trendsetter! --Patrick Fischer
Kurzbeschreibung
Die neueste Studie des Trendbüros stellt die Generation der Netzwerkkinder vor. Sie wachsen in einer vernetzten Welt auf, in der Mobilität und Flexibilität die bestimmenden Triebkräfte sind. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt, nicht zuletzt durch den Autonomiegewinn mittels Handy und Laptop. Auf die neuen Freiheiten reagieren die Jugendlichen mit einem neuen Moralverständnis. Alte Werte wie Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit und Gemeinsinn sind wieder im Kommen. Gleichzeitig sind die Netzwerkkinder ichbezogen, spaßorientiert und konsumfreudig. Vieles erscheint widersprünglich, ist aber lediglich auf die Netzwerkkultur von morgen ausgerichtet. Im Unterschied zur Generation ihrer Eltern verfügen die Netzwerkkinder über bessere Strategien, die Koplexität des modernen Lebens in den Griff zu bekommen. Sie haben das Prinzip der Selbstorganisation von frühauf verinnerlicht. Die Erwachsenen sollten ihnen zuhören und von ihnen lernen.