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Die neue Intelligenz: Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden
 
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Die neue Intelligenz: Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden [Broschiert]

Steven Johnson , Violeta Topalova
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 238 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (16. März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462036637
  • ISBN-13: 978-3462036633
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 178.547 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Steven Johnson
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wenn es stimmt, dass Computerspiele, Fernsehen und überhaupt die Popkultur uns verblöden, weshalb nimmt dann eigentlich trotzdem die durchschnittliche Intelligenz des Menschen immer noch zu? Ganz einfach, lautet die Antwort Steven Johnsons, weil die These von den negativen Auswirkungen der Popkultur insgesamt, sowie die angeblichen Schadwirkungen von Computerspielen und Fernsehen auf die intellektuellen Fähigkeiten von "Gamern" und TV-Konsumenten nichts als moderne Mythen sind.

In Wahrheit, so Johnson, ist das genaue Gegenteil der Fall: Die immer komplexeren Computerspiele fordern von den Spielern immer intelligentere Spielstrategien und entwickeln in der Summe zahlreiche kognitive Fähigkeiten, die ohne solche Spiele wenig bis kaum stimuliert würden. Ähnliches gilt für Fernsehsendungen, insbesondere solche für Kinder. Auch die haben, was ihren Wert für die kognitive Entwicklung angeht, entgegen dem weitverbreiteten Vorurteil von dem sich beschleunigenden Qualitätsverfall des Fernsehens, in den vergangenen Jahrzehnten ebenso beständig wie deutlich an Qualität gewonnen. Auch die beliebten Erwachsenenserien seien inhaltlich erheblich komplexer geworden: Während beispielsweise in den siebziger Jahren die Macher von "Starsky and Hutch" noch mit zwei Charakteren und einem linearen Erzählstrang ausgekommen seien, müsse man als Zuschauer der "Sopranos" heute schon fünf parallele Handlungsstränge und mindestens ein Dutzend Figuren im Auge behalten. Vom Zuschauer wird also mehr kognitive Aufmerksamkeit verlangt, die so trainiert und à la longue auch verbessert wird.

Johnsons nur auf den ersten Blick "provokatives" Buch macht auf eine sehr unterhaltsame Weise deutlich, dass Medienkompetenz heute mehr bedeutet als die Fähigkeit lesen und schreiben zu können und das derjenige seine intellektuellen Fähigkeiten am besten entwickelt, der sämtliche Medien, auch jene, die vorderhand "nur" der Zerstreuung dienen, zu nutzen versteht. Das haben wir uns zwar auch zuvor schon irgendwie gedacht, aber so pointiert und wissenschaftlich fundiert hat uns das noch niemand vor Augen geführt. -- Hasso Greb

Kurzbeschreibung

Was Jugendliche ihren Eltern nicht verraten: Wir amüsieren uns und werden klug. Computerspielen und Fernsehgucken macht dumm – das wissen Eltern und Lehrer schon lange. Alles falsch, sagt Steven Johnson. Viele Computerspiele trainieren das Gehirn und steigern die Intelligenz! Fernsehserien fördern die emotionale Intelligenz, das Lesen und Verstehen sozialer Signale! Kinder und Jugendliche sollten nicht so viel vor ihren Spielekonsolen und Fernsehern hocken und lieber mehr Bücher lesen. Da sind sich alle einig – die Lehrer, Eltern und Erziehungsexperten. Aber kennen sie die Welt der Computerspiele überhaupt, in der die Jugendlichen – und immer mehr junge Erwachsene – zuhause sind? Oder sind sie in der Vorurteilsfalle gefangen, vor der schon Marshall McLuhan gewarnt hat: Die jüngere Vergangenheit ist stets in uns präsent, färbt also unweigerlich den Blick auf eine neue Medienform. Dabei ist die populäre Kultur – ob Fernsehen, Internet oder Games – in den vergangenen Jahrzehnten immer komplexer und intellektuell anspruchsvoller geworden. Johnson hat beobachtet, dass Kinder sich beim Computerspielen mit kniffligen Sachverhalten beschäftigen, die ihnen im Unterricht nur ein Gähnen entlocken würden. Denn man merkt gar nicht, dass man lernt, während man die Spielwelt erforscht und unterschiedlichste Informationen auf mehreren Ebenen kombiniert. So wird eine neue, nichtlineare Form des Denkens geschult. Und wer sich moderne Fernsehserien wie »24« ansieht, muss dem komplexen sozialen Netzwerk der vielen Charaktere folgen. Dabei trainiert man seine emotionale Intelligenz, die Fähigkeit, soziale und emotionale Signale zu verstehen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Sieben Jahre sind es her, seit ich auf „Interface Culture“ und damit auf Steven Johnson gestossen bin. Und alles, was mich an diesem Autor schon damals begeisterte, finde ich nun im Buch „Neue Intelligenz“ wieder. Der amerikanische Redakteur ist belesen, neugierig, engagiert und Optimist. Er verbindet Wissensgebiete, bezieht Stellung und kreiert eigene Vorstellungsbilder. Schade, dass “Mind Wide Open: Your Brain and the Neuroscience of Everyday Life” noch nicht auf Deutsch vorliegt. Wenn Manfred Spitzer in seiner Streitschrift “Vorsicht Bildschirm” Rundschläge gegen die neuen Medien verteilt, dass es ihm wohl selber schwindlig wird, wählt Steven Johnson durchwegs einen sachlichen Ton. Aber eine Sprache, die sich auch in der Übersetzung leicht lesen lässt. Johnson hat auch Witz, was nicht nur den Original-Titel "Everythin Bad Is Good For You" belegt. Und im Unterschied zu Spitzer und anderen Kulturpessimisten weiss Johnson, wovon er spricht. Denn er gehört zu den besten Kennern des Internets und der Computerspiele. Worauf die Jungen abfahren, kennt er nicht nur vom blossen Hörensagen, sondern durch eigenes Eintauchen in diese Welt.

Was Jugendliche an den elektronischen Medien anzieht, ergründet Johnson, indem er genau hinschaut, wie das mit allgemein menschlichen Verhaltensmustern zusammenhängt. Er zeigt überzeugend auf, dass das scheinbar Banale hochkomplex ist. Spielerisches Lernen, heisst das. Und dass es dabei Qualitätsunterschiede und Auswüchse gibt, ist einem so gescheiten Mann wie Steven Johnson sehr wohl bewusst. Nur begeht er nicht den Fehler der notorischen Kulturpessimisten, wegen Unvollkommenheit ein ganzes System zu verurteilen.

Mein Fazit: Auch im Glaubensmodell von Steven Johnson gibt es Merkwürdigkeiten, Übertreibungen oder Widersprüche. Doch wer wirklich wissen möchte, was bei den neuen Medien abgeht und weshalb sie die Netzwerkkinder nicht dümmer machen, muss Steven Johnson lesen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Interessante Gedanken 19. September 2006
Format:Broschiert
Steven Johnson stellt die These auf, daß wir durch Fernsehen, Computerspiele und Internet klüger werden.

In dem Buch versucht er seine These an Hand von Beispielen zu untermauern.

Zum Thema Fernsehen sagt er, daß Fernsehserien in den letzten Jahren viel komplexer geworden sind. Es gibt nicht nur einen Handlungsstrang sondern mehrere. Beispielsweise bei 24 oder den Sopranos. Solche Serien hätten seiner Meinung nach vor 20 Jahren keinen Erfolg gehabt, weil sie den Zuschauern zu komplex gewesen wären.

Zum Thema Computerspiele, sagt er, daß Jugendliche durch Computerspiele lernen, mit komplexen Situation umzugehen und durch herumprobieren knifflige Rätsel lösen. Er grenzt dabei Ego-Shooter, Adventures und Strategiespiele ganz klar voneinander ab.

Zum Internet, sagt er, daß es sich um ein interaktives Medium handelt, bei dem nicht nur konsumiert wird, sondern der Benutzer aktiv teilnehmen muß.

Ganz wichtig ist, daß er auch der Meinung ist, daß das Lesen von Büchern extrem wichig ist. Er sagt, daß Klugheit nichts mit Wissen zu tun hat. Also jemand der sehr klug ist, muß nicht unbedingt eine gute Allgemeinbildung oder ein großes Wissen haben.

Das Buch enthält zweifelsohne eine ganze Reihe interessanter Ideen, die sich auch gut nachvollziehen lassen. Das zum Beispiel durch Serien wie 24 der Geist angeregt wird und die Zuschauen klüger werden, mag einleuchten. Daß dabei aber alle klüger werden, ist eher zweifelhaft, denn dumme Leute schauen eher selten intelligente Fernsehserien. Mehr dazu in dem Buch von Gabor Steingart (Weltkrieg um Wohlstand).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dirk Engel TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Bei dem folgenden Buch kann man sich den Eindruck nicht erwähren, es handelt sich in erster Linie um eine Provokation. Der amerikanische Originaltitel macht das noch deutlicher: Everything bad is good for you" - alles Schlechte ist gut für Dich. Der deutsche Verlag - wohl wissend über den intellektuellen Zeitgeist in Deutschland - milderte das ab in Neue Intelligenz".
Doch schon der Untertitel hat auch im Deutschen eine provokative Kraft: Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden". Eine unerhöhte These, bedenkt man, dass ansonsten nur Sachbuchtitel wie Vorsicht Bildschirm!", Die Wüste Internet" oder Wir amüsieren uns zu Tode" Chancen auf den lukrativen Taschenbuchmarkt haben. Steven Johnson behauptet, ein Ansteigen der Durchschnittwerte bei dem standardisierten Intelligenztest hat seine Ursache darin, dass unsere Unterhaltungsprodukte immer komplexer werden und so bestimmte Fähigkeiten trainieren.

Komplexe Computerspiele (nicht die einfachen Baller- und Jump & Run"-Spielchen) haben komplizierte Regeln, die man erst beim Spielen erlernt - dadurch trainieren wir, solche Regeln auch im wirklichen Leben herauszufinden. TV-Serien wie 24" sind in Erzähltechnik, Personendarstellung und Montage anspruchsvoller wie die kühnsten Avantgarde-Filme der Vergangenheit - und sprechen gleichzeitig ein Massenpublikum an, dass es versteht, diese Art TV-Unterhaltung zu dechiffrieren. Johnsons Argumentation ist größtenteils schlüssig, vergnüglich geschrieben und inspiriert durch aktuelle Befunde aus der psychologischen Forschung.

Ein Plus des Buches besteht in den prägnanten Beschreibungen aus der Welt der Unterhaltungsmedien (die viele Forscher und Kulturpessimisten ja gar nicht aus eigener Anschauung kennen). Wieso sind Jugendliche - denen man Lesefaulheit und Konzentrationsschwäche nachsagt - eigentlich mit Begeisterung dabei, 40 Stunden lang eher stupide PC-Games mühselig im Tiral&Error-Verfahren zu erkunden oder sich sogar durch Handbücher in Telefonbuchdicke durchzubeißen? Der Autor beobachtet genau und berichtet kenntnisreich aus einer Welt, die viele seiner Leser vielleicht nur vom Hören-Sagen kennen.

Des Weiteren verknüpft er viele auf den ersten Blick unzusammenhängende Einzelbefunde der Forschung zu einem großen Gesamtbild. Aber auch wenn bei kritischer Lektüre die Korrelation zwischen dem Anstieg der Intelligenz (übrigens die These mit den schwächsten Belegen) und dem Anstieg der Komplexität unserer Unterhaltung alles andere als eindeutig ist, so bietet Neue Intelligenz" eine erfrischend neue Sichtweise auf Medienwirkungen, jenseits der gängigen Klischees der medienfeindlichen Kulturkritik.
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