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Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas: Roman [Gebundene Ausgabe]

Joaquim Maria Machado de Assis , Susan Sontag , Wolfgang Kayser
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

11. März 2003
«Vermutlich eines jener aufregend originellen, radikal skeptischen Bücher, die ihre Leser immer beeindrucken werden. Gewiss jedenfalls eines der unterhaltsamsten unprovinziellen Bücher, die je geschrieben wurden.» Susan Sontag

Ein gewitzter Fabulant und Fallensteller, ein liebenswerter Querkopf und Spötter ist dieser Bras Cubas, darin aufs engste verwandt einem Tristram Shandy oder einem Don Quijote. Selten las sich in der hohen Literatur die Summe eines Lebens so amüsant wie in diesem fiktiv-autobiographischen Schelmenstreich.

Exotische Landstriche, Brasilien, Rio de Janeiro geben die Bühne für Bras Cubas’ illusionslosen Lebensrückblick aus dem Jenseits ab, der wahre Schauplatz aber ist das menschliche Herz. Ob es sich um Heiratsabsichten oder berufliche Ambitionen dreht, um Liebeshändel oder Erbstreitigkeiten, um politische oder geschäftliche Großtaten – in launiger Nonchalance werden die Wirrnisse des Lebens verhandelt. Die satirische Rückschau auf Verfehlungen und Triumphe balanciert meisterlich auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik. Trotz bitterer Erfahrungen bleiben Selbstverklärung und biederer Lebensernst dem Helden fremd. Das macht die Leichtigkeit des Buches aus: Wo das Sentiment naht, ist der Schwank nicht weit.

«Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas», erschienen 1881, sprühen vor Geist und Witz, und auch der Leser bleibt von den Buffonerien des Erzählers nicht verschont. «Dieses Buch zu lieben heißt, etwas weniger provinziell zu werden», urteilt Susan Sontag und bezeichnet den Roman als «eines der unterhaltsamsten unprovinziellen Bücher, die je geschrieben wurden».


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag; Auflage: Überarb. N.-A. (11. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717520180
  • ISBN-13: 978-3717520184
  • Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 9,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 477.913 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

«Das Meisterwerk des Machado de Assis - wie soll man dieses Buch nennen? Großartig? Erstaunlich? Perfekt?» (FAZ)

«Endlich auf Deutsch zu entdecken... ein einzigartiges Meisterwerk!» (Süddeutsche Zeitung)

«Ein großartiges Buch..., das trotz seines Alters frisch und anregend wirkt.» (Rheinische Post)

Über den Autor

Joaquim Maria Machado de Assis (1839-1908) wurde in Rio de Janeiro geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, war Autodidakt, zunächst Druckerlehrling, dann Journalist und schließlich hoher Regierungsbeamter. Er gilt als bedeutendster Erzähler der brasilianischen Literatur.

Susan Sontag (1933-2004) war eine der bedeutendsten amerikanischen Literatur- und Kulturkritikerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie war außerdem Schriftstellerin - für ihren Roman "In Amerika" erhielt sie den National Book Award - und Filmregisseurin.

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5.0 von 5 Sternen Ein brasilianischer Eulenspiegel 3. August 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist kaum zu glauben: Da liegt eines der sensationellsten Werke der Weltliteratur 120 Jahre unübersetzt im portuguisischen Sprachraum herum, während wir uns durch langweilige Florian-Illies- und Stuckrad-Barre-Schinken quälen müssen. Endlich verschafft uns der Manesse-Verlag Glücksmomente: „Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas" von Joaquim Maria Machado de Assis (1839-1908) sind das Lustigste, Wahrhaftigste und Intelligenteste, was man in den letzten Jahren zu lesen bekam. Und selten gibt es eine solche Einheit von Form und Inhalt wie bei diesem Buch, das auf cremefarbenem Kuschelpapier und einer Augen-Wohlfühl-Typo gedruckt ist, was in book-on-demand-Zeiten ja selten geworden ist.
Machado de Assis erzählt sehr schludrig. Er springt in der Handlung herum wie ein Flummi, macht sich über den Leser lustig, dann über sich selbst - aber genau das ist sein Trick: Er verweigert sich den starren Strukturen der traditionellen Erzählweise, und genau deshalb macht sein Buch so viel Spaß. Es ist satirisch, ironisch, manchmal sogar albern, geschrieben in einem frischen, fast modern anmutenden Stil. Schon die Exposition ist ein schöner Kunstgriff: Bras Cubas ist bereits tot ("Dem Wurm, der zuerst an meinem kalten Leichnam nagt, widme ich zu herzlichem Angedenken diese nachträglichen Memoiren."), als er seine Aufzeichnungen beginnt. Das verschafft ihm einen entspannten, zugleich aber scharfsichtigen Blick auf das Establishment des damaligen Brasilien. Der Held fabuliert sein Leben wie eine wilde Kreuzung aus Simplicissimus, Don Quichote und Till Eulenspiegel. Ich freue mich schon jetzt, Bras Cubas im Jenseits zu treffen, bis dahin ist sein Buch jedoch ein großartiger Zeitvertreib!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Vor über einem Jahr entdeckte ich Alberto Manguels "Tagebuch eines Lesers", das als Mängelexemplar irgendwo verramscht wurde, und stieß darin auf den Titel dieses in Brasilien (einst?) sehr populären Buches... eine Kur im Juli dieses Jahres erlaubte, "liegengebliebenes" als Freizeitlektüre mitzunehmen, und während der anwendungsfreien Stunden boten die relativ kurzen und hintersinnig=humorvollen Kapitel dieser skurrilen Lebensgeschichte genau die passende Lektüre.
Bras Cubas stellt sich als ein Mann von Stand und fragwürdigem Charakter dar, der, weil er zum Zeitpunkt dieser Selbstdarstellung bereits tot ist, also auch keine Rücksicht mehr auf gesellschaftliche Sitten mehr zu nehmen braucht, und deshalb mit selbstoffenbarendem Witz (hierin Fielding, Klingemann oder Wieland ebenbürtig!) Rechenschaft über sein Leben ablegt... Dieses Buch verdient es, als Gesellschaftsspiegel und zugleich Studie eines Menschen, wie er nun einmal ist, wird er nicht idealisiert...
(ähnlich dem Urteil, das James Joyce über Edouard Dujardins "Les Lauriers sont coupés" gefällt hat!)

Ein grandioses Lesevergnügen! Und eine hervorragende Übersetzung!
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2 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen war bestimmt mal gut 18. November 2003
Von pge97afn
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich habe keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei um Weltliteratur handelt. Ebensowenig daran, dass der Humor für das 19. Jahrhundert revolutionär war. Insofern war es sicher wichtig, diesen Schriftsteller dem Vergessen zu entreißen. Ist es aber statthaft, zuzugeben, dass für einen verwöhnten, übersättigten Lesenden des 21. Jahrhunderts alles etwas abgedroschen, der Plot zu unspannend und die Grundidee nicht mehr spektakulär ist? Ganz hübsch, das Buch, aber wohl nicht mehr aufregend. Sehr gut ist aber die Aufmachung in der Manesse-Reihe, die zu den schönsten der heutigen Zeit zählt. Insgesamt also eher zum Verschenken als zum Selberlesen geeignet.
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