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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein brasilianischer Eulenspiegel,
Rezension bezieht sich auf: Die nachträglichen Memoiren des Brás Cubas: Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist kaum zu glauben: Da liegt eines der sensationellsten Werke der Weltliteratur 120 Jahre unübersetzt im portuguisischen Sprachraum herum, während wir uns durch langweilige Florian-Illies- und Stuckrad-Barre-Schinken quälen müssen. Endlich verschafft uns der Manesse-Verlag Glücksmomente: „Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas" von Joaquim Maria Machado de Assis (1839-1908) sind das Lustigste, Wahrhaftigste und Intelligenteste, was man in den letzten Jahren zu lesen bekam. Und selten gibt es eine solche Einheit von Form und Inhalt wie bei diesem Buch, das auf cremefarbenem Kuschelpapier und einer Augen-Wohlfühl-Typo gedruckt ist, was in book-on-demand-Zeiten ja selten geworden ist.Machado de Assis erzählt sehr schludrig. Er springt in der Handlung herum wie ein Flummi, macht sich über den Leser lustig, dann über sich selbst - aber genau das ist sein Trick: Er verweigert sich den starren Strukturen der traditionellen Erzählweise, und genau deshalb macht sein Buch so viel Spaß. Es ist satirisch, ironisch, manchmal sogar albern, geschrieben in einem frischen, fast modern anmutenden Stil. Schon die Exposition ist ein schöner Kunstgriff: Bras Cubas ist bereits tot ("Dem Wurm, der zuerst an meinem kalten Leichnam nagt, widme ich zu herzlichem Angedenken diese nachträglichen Memoiren."), als er seine Aufzeichnungen beginnt. Das verschafft ihm einen entspannten, zugleich aber scharfsichtigen Blick auf das Establishment des damaligen Brasilien. Der Held fabuliert sein Leben wie eine wilde Kreuzung aus Simplicissimus, Don Quichote und Till Eulenspiegel. Ich freue mich schon jetzt, Bras Cubas im Jenseits zu treffen, bis dahin ist sein Buch jedoch ein großartiger Zeitvertreib! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schade, daß solche Bücher so selten zu finden sind!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die nachträglichen Memoiren des Brás Cubas: Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vor über einem Jahr entdeckte ich Alberto Manguels "Tagebuch eines Lesers", das als Mängelexemplar irgendwo verramscht wurde, und stieß darin auf den Titel dieses in Brasilien (einst?) sehr populären Buches... eine Kur im Juli dieses Jahres erlaubte, "liegengebliebenes" als Freizeitlektüre mitzunehmen, und während der anwendungsfreien Stunden boten die relativ kurzen und hintersinnig=humorvollen Kapitel dieser skurrilen Lebensgeschichte genau die passende Lektüre.Bras Cubas stellt sich als ein Mann von Stand und fragwürdigem Charakter dar, der, weil er zum Zeitpunkt dieser Selbstdarstellung bereits tot ist, also auch keine Rücksicht mehr auf gesellschaftliche Sitten mehr zu nehmen braucht, und deshalb mit selbstoffenbarendem Witz (hierin Fielding, Klingemann oder Wieland ebenbürtig!) Rechenschaft über sein Leben ablegt... Dieses Buch verdient es, als Gesellschaftsspiegel und zugleich Studie eines Menschen, wie er nun einmal ist, wird er nicht idealisiert... (ähnlich dem Urteil, das James Joyce über Edouard Dujardins "Les Lauriers sont coupés" gefällt hat!) Ein grandioses Lesevergnügen! Und eine hervorragende Übersetzung! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
war bestimmt mal gut,
Rezension bezieht sich auf: Die nachträglichen Memoiren des Brás Cubas: Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei um Weltliteratur handelt. Ebensowenig daran, dass der Humor für das 19. Jahrhundert revolutionär war. Insofern war es sicher wichtig, diesen Schriftsteller dem Vergessen zu entreißen. Ist es aber statthaft, zuzugeben, dass für einen verwöhnten, übersättigten Lesenden des 21. Jahrhunderts alles etwas abgedroschen, der Plot zu unspannend und die Grundidee nicht mehr spektakulär ist? Ganz hübsch, das Buch, aber wohl nicht mehr aufregend. Sehr gut ist aber die Aufmachung in der Manesse-Reihe, die zu den schönsten der heutigen Zeit zählt. Insgesamt also eher zum Verschenken als zum Selberlesen geeignet.
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