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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Erwartungen enttäuscht, 22. Juli 2009
Zunächst las ich das Buch mit großem Interesse - wer will nicht aus berufener Feder wissen, was in den nächsten 100 Jahren passieren könnte?
Spätestens seit dem Kapitel, in welchem in einem Weltraumkriegsszenario der Autor á la Science Fiction Japan die USA ausgerechnet an Thanksgiving 2050 angreifen lässt, habe ich jedoch meine Erwartungen, die der Titel des Buches geweckt hatte, abgeschrieben. Ich war neugierig auf einen hypothetischen Überblick über die Entwicklung des ganzen Globus, bedeutende Nationen wie z.B. Brasilien und Indien werden aber nur ganz am Rande abgehakt. Über Schwarzafrika und Australien/Neuseeland wird kein Wort verloren.
Auf eventuelle soziokulturelle Veränderungen, z.B. die Stellung der Frau in muslimischen Gesellschaften oder die Zukunft von Religion und Wissenschaft geht der Autor nicht ein.
Relativ ausführlich fällt dagegen die Schilderung eines möglichen Konfliktes zwischen den USA und Mexiko aus.
Zum Klimawandel äußert sich Friedman erst gegen Ende des Buches in zwei Absätzen mit folgendem lapidaren Fazit: Aufgrund der demografischen und technologischen Veränderungen der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird sich das Thema Erderwärmung erledigen."
Für mich ist das Buch somit erledigt!
PS: Im Buch zumindest der deutschen Ausgabe fehlt ein Register sowie Literaturhinweise.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ignorant und inkompetent, 22. November 2009
In den Augen George Friedmans unterscheidet sich Weltpolitik im 21. Jahrhundert nicht grundsätzlich vom 19. Jahrhundert oder von der Römerzeit: immer noch ist sie ein gigantisches Strategiespiel alle gegen alle, in dem Nationen Vorteile für sich auf Kosten anderer suchen und die Armeen der Staaten sich zähnefletschend gegenüberstehen, immer auf einen möglichen Zugewinn an Territorium bedacht. Gemeinsame Lösungen und internationale Zusammenarbeit gibt es nicht, des einen Gewinn ist des andern Verlust. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union sind im Weltbild des Autors dermassen nebensächlich, dass sie im Buch schlicht nicht vorkommen.
Selbst wenn man dieses Weltbild teilt, stellen sich die Thesen des Buchs bei fundierter Betrachtung als ignorant und inkompetent heraus. Die Macht und Grösse der USA ist gemäss Friedman so überwältigend, dass die Vereinigten Staaten in den nächsten 100 Jahren die Weltpolitik noch überlegener dominieren werden als Michael Schumacher vor einigen Jahren die Formel 1. Sie begründe sich schlicht auf militärischen Realitäten, so der Autor, oder genauer: auf der Beherrschung der Ozeane durch die US Navy. Die Navy könne jederzeit jedes beliebige Handelsschiff in jedem Winkel der Welt versenken. Darum könnten die USA die Regeln des internationalen Handels nach ihren Vorstellungen festlegen. Was würde wohl geschehen, wenn Amerika plötzlich damit beginnen würde, nach Belieben deutsche und chinesische Handelsschiffe zu versenken?
Die Überschätzung amerikanischer Macht zieht sich durch das ganze Buch. So sieht Friedman zwar eine massive ökonomische Abhängigkeit Chinas und Japans von den USA, aber nicht umgekehrt. Die Tatsache, dass die asiatischen Mächte durch ihre Weigerung, weiterhin die amerikanischen Auslandsschulden zu finanzieren, den Koloss USA theoretisch jederzeit zum Einsturz bringen könnten, ist nicht bei ihm angekommen.
Von Friedmans ökonomischer Inkompetenz zeugt seine hanebüchene Erklärung, warum bereits in 10 Jahren in sämtlichen westlichen Staaten ein akuter Mangel an Arbeitskräften herrschen würde - und das bei einer Arbeitslosenquote von gegenwärtig rund 10 Prozent: Durch die Verschiebung der demographischen Struktur würden immer mehr Pensionäre immer weniger Erwerbstätigen gegenüberstehen. Es brauche also zusätzliche Arbeitskräfte, um die Konsumbedürfnisse der Pensionäre zu befriedigen. Das werde dazu führen, dass sich die westlichen Staaten gegenseitig die Immigranten streitig machen. Auf die Idee, dass die Arbeitsplätze nicht notwendigerweise im gleichen Land wie die zusätzlichen Konsumbedürfnisse geschaffen werden, sondern vielleicht in China oder Vietnam, kommt der Autor nicht.
Friedmans These vom Zerfall Chinas um 2020 mag ja noch einige Bezugspunkte zur Realität haben. Aber der prognostizierte Zusammenbruch Russlands nur wenig später nimmt sich endgültig wie der feuchter Traum eines amerikanischen Militärkopfs aus. Unverhohlen drückt Friedman sein Bedauern darüber aus, dass die USA in den 90er Jahren, als Russland schwach war, nicht kurzen Prozess mit dem Erzfeind gemacht und das Riesenreich in seine Einzelteile aufgetrennt haben. Nun aber sieht er den Moment gekommen, da Russland endgültig von der Landkarte verschwindet. Von Westen her wird Polen, das zur stärksten Macht Europas aufgestiegen und ein enger Verbündeter der USA ist, nach Russland einmarschieren und Weissrussland und die Ukraine besetzen. Vom Kaukasus her drängt die Türkei nach Norden und vereinnahmt die muslimischen Gebiete Russlands. Die Ostküste schliesslich fällt an Japan.
Es folgen Kapitel über die Dominanz der USA im Weltall, die so weit geht, dass die US Space Army über sogenannte Todessterne jederzeit jeden Punkt der Erde treffen kann, sowie einen dritten Weltkrieg, der selbstredend mit einem totalen Triumph Amerikas endet.
Das Buch ist interessant für jene, die einen Eindruck von einem Weltbild gewinnen wollen, das in den USA wahrscheinlich verbreiteter ist, als uns in Europa lieb ist. Wer allerdings auf der Suche nach einer fundierten Prognose der Konflikte des 21. Jahrhunderts ist, sollte sich anderswo umsehen.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie gehts wohl weiter...?, 13. Juli 2009
Es ist ein echtes Problem mit Zukunftsvoraussagen. Zu dünn ist die Mauer zwischen Prognose und Science Fiction, zwischen reeler Annahme und ideologischer Vision (mit der man ja bekannt lich zum Arzt sollte...).
Der Autor bemüht sich, diese Mauer nicht zu durchbrechen. Dies gelingt ihm jedoch nicht immer.
Die Progenosen, die er zum Weiteren Weltgeschehen stellt, begründet er richtigerweise und vollkommen wissenschaftlich aus der gegenwärtigen Situation heraus. So sieht er einen Zusammenbruch von Russland und von China heraus, was er excellent begründet.
Wirklich gelungen ist ihm die Prognose bezüglich der Bevölkerungsentwicklung der Erde, dass eben die Explosion NICHT unbegrenzt weitergehen wird und welche Auswirkungen dies haben wird.
Etwas irreal und weit hergeholt wird es bei dem 3.Weltkriegsszenario. Dieser Krieg der Sterne wirks sehr phantastisch, aber auch das versucht er zu begründen.
Das Buch ist gut zu lesen, keine schwere Kost, sondern ein echter Pageturner!
Fazit: Ein wirkliches muss für die Generation, die die nächsten 60 bis 100 Jahre noch betrifft - aber auch für die, die einfach wissen wollen, wie es weitergeht!
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