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Die morawische Nacht: Erzählung
 
 
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Die morawische Nacht: Erzählung [Gebundene Ausgabe]

Peter Handke
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (12. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518419501
  • ISBN-13: 978-3518419502
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 331.517 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Handke
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Im Jahr 1963 reiste ein noch unbekannter Dichter aus Österreich auf die jugoslawische Insel Krk an der kroatischen Adria, um sein erstes Buch zu schreiben und seine erste Liebe zu durchleben. Seitdem hat der Dichter viele Bücher geschrieben und viele Lieben durchlebt, nicht nur solche zu Frauen. Auch Jugoslawien galt seine Liebe, gilt sie auch nach dem Tod des Landes noch: eine Liebe, die er in vielen Büchern besungen hat. Abschied des Träumers vom Neunten Land. Eine Wirklichkeit, die vergangen ist: Erinnerung an Slowenien ist der Titel eines solchen Buches, Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien ein anderes.

Jetzt ist der Dichter, der natürlich der für seine Jugoslawiennostalgie in der Öffentlichkeit stark kritisierte Peter Handke ist, ins Land seiner Träume zurückgereist, in einer Zeit „nicht lang nach Frühlingsanfang“, auf ein Haus- und Hotelboot, ans Ufer des Donau-Zuflusses Morawa, und in die Nähe der Insel Krk, die in der immerhin 560 Seiten langen „Erzählung“ aber anders, nämlich Cordura, heißt. An Bord der „Morawischen Nacht“ ist ein ehemaliger, ein „abgedankter“ Autor mit Papierallergie (!), der sich hier mit sieben (oder sechs?) Freunden trifft -- und die Gäste mit der Gegenwart einer Frau überrascht. Von einer planlosen „Rund- und Zickzackreise“ durch Europa erzählt er den Anwesenden von Fahrten zu den Orten, die wir aus anderen Romanen Handkes kennen, an deren Anfang die Flucht vor einer unbekannten Stalkerin, Verkörperung einer unfassbaren, unangreifbaren Gefahr. Der Weg führt zum Balkan, dem Ort, an dem er sich zuhause fühlt. Bis auch diese Sicherheit am Ende einer Lebensreise, die wieder von einer Frau flankiert wird, schwindet: „Was hatte er bloß bei den Verlorenen auf dem Balkan zu suchen gehabt? Der Verlorene, war das nicht in Wirklichkeit er?“

Ursprünglich hatte Handkes handlungsleeres, aber gedankenschweres Buch Samara heißen sollen, was man in etwa mit „die Nacht im Gespräch verbringen“ übersetzen kann. Jetzt spielt der Titel an auf die orientalischen Geschichten aus Tausendundeiner Nacht . Das hat einen guten Grund. Denn Handke erzählt, als ob es um sein Leben, seine Existenz als Dichter ginge. Poetisch, traurig, selbstironisch -- und über weite Strecken überaus gelungen. Die morawische Nacht ist ein Aufbruch zu neuen Ufern, der einen Handke zeigt, wie man ihn sich in den letzten Jahren immer wieder gewünscht hat. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen

»Der Autor derMorawischen Nacht ist jung, klar und rücksichtslos auch gegenüber sich selbst. Er geht auf die Wirklichkeit zu mit schnellen, entschlossenen Schritten.« (Thomas Steinfeld Süddeutsche Zeitung )

»Sein stilistisch lockerstes, befreitestes, wohl auch persönlichstes Buch ...« (Stephan Sattler Focus )

»So viel Handke war nie. Zu Beginn des neuen Jahres ist der Österreicher als Schriftsteller präsent wie kaum jemals seit seinem rasanten Start Mitte der sechziger Jahre. ... Die morawische Nacht, eine verspielte, weitgehend autobiografische Summe seines Lebens als Schriftsteller: Handkes großangelegter Versuch, die eigene Position poetisch zu bestimmen und zu verteidigen.« (Volker Hage Der Spiegel )


»Wer diesen großen und großartigen Text wieder nur auf verräterische Spuren des üblichen politischen Verdächtigen hin befragt, wird nicht nur enttäuscht, sondern geradezu beschämt werden. Nicht nur, weil dieser Erzähler mit niemandem schonungsloser verfährt als mit sich selbst.« (Martin Krumbholz Frankfurter Rundschau )

»Gern vertraut man sich den mäandrierenden Sätzen und wechselnden Stimmen, der gedanklichen Reife und epischen Weite dieses Buches an.« (Andreas Breitenstein Neue Zürcher Zeitung )

»Ein wunderliches, gelegentlich auch wundersames Buch, das nicht nur eine vielschichtige und vieldeutige Rückschau auf Handkes bisheriges poetisches Universum ist, sondern erzählerisch eine ironisch gebrochene Utopie inszeniert, die auf eigenen Erfahrungen und Anschauungen basiert. Und wo kämen wir hin ohne eine Literatur, die das in steter Beharrlichkeit immer neu versucht.« (Cornelius Hell Die Furche  )

»Ich lese fast ausschließlich Bücher, die im Zusammenhang mit meiner Arbeit stehen. Die morawische Nacht von Peter Handke werde ich mir als Nächstes vornehmen, ohne berufliche Gründe: Ich habe Handke kürzlich während eines Filmfestivals in Serbien kennengelernt, er war dort Jurymitglied. Ein faszinierender Typ.«   (Fatih Akin Kultur Spiegel )

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Reise zu sich selbst 16. Februar 2008
Von MS
Format:Gebundene Ausgabe
Peter Handkes neue Erzaehlung ist ein "echter Handke" im Sinne seiner "Reise"-Werke zu denen ich ausdruecklich auch die "Niemandsbucht" zaehle. Mit der Form hadernd (560 Seiten!), räumlich und thematisch breit angelegt, und vor allem eines: Bereichernd für den Leser, für mich zumindest.
Die "Handlung" ist diesmal wieder im Rahmen einer physischen Reise angesiedelt (wie etwa bei Kali oder dem Bildverlust), die Reise eines Ex-Autors quer durch Europa, jedoch ist die Route eigentlich nachrangig. Das entscheidende ist die Art zu Reisen, also soweit wie möglich zu Fuß zu laufen, Wert auf die gemachten Erfahrungen und deren Bedeutung fuer den Reisenden zu legen und unvoreingenommene Offenheit gegenüber Natur und Kultur an den Tag zu legen, insbesondere auch gegenüber den Hervorbringern der Letzteren.
Die Handlung wurde oben in Anführungszeichen gesetzt, weil es eigentlich um die Schilderung (vermutlich sehr stark autobiographisch gepraegt: PH lässt den Ex-Autor zum kulminierenden Zeitpunkt in seine, des Autors Heimat reisen) von Gefühls- und Denkprozessen eines Ex-Autors geht. Dieser setzt sich im Rahmen der Erzählung sowohl damit auseinander, was Autorschaft existenziell bedeutet (also z. B. menschliche Beziehungen kappen zu müssen, um dem inneren Ruf nach dem Schreiben folgen zu können), als auch inwiefern im Zeitalter der "neuen Medien" (wird zwar so nicht gesagt) nicht sowieso alles nur noch kopiert wirkt und insofern der Begriff der Autorschaft verschwimmt.
Diese inneren Entwicklungsprozesse werden auf kunstvolle Art verwoben mit den Menschen, die er auf der Reise teils aufsucht und die ihm teils "zufällig" begegnen. Man kann sich aufgrund der erzielten Dichte und Stimmigkeit des Eindrucks nicht entziehen, dass hier eigenes Schicksal verarbeitet wird (s.o.).
Peter Handke bedient sich auch in diesem Buch wieder auf das Schoenste seiner "warmen" (ich weiss es nicht besser auszudruecken) und bei Naturbeschreibungen zusätzlich detailgetreuen Sprache und verwendet bei der Schilderung besonders bedeutungstragender Momente wie schon in vergangenen Werken Allegorien.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von latong
Format:Gebundene Ausgabe
Mit Erwartung nahm ich diese "Erzählung" in Angriff. Und wurde von der ersten bis zur letzten Seite enttäuscht. Als Handke-Fan, der ich nun mal bin, hatte ich nach dem Jahrhundertwerk "Mein Jahr in der Niemandsbucht" wieder Ähnliches erwaret. Nichts davon. Eine sehr konstruierte Erzählung, bei der sehr selten der Geist Handkescher Schreibart rüberkommt. Hier schwebt nichts oder kaum, hier wird um nichts palavert, hier wird leeres Wort gedroschen bis zum Gehtnichtmehr. Einzig die Situation, als er, der Nichterzähler, der ja doch der Ich-Erzähler ist, den Bruder wiedersieht, von der Mutter posthum als Nichtverantwortlich für deren Selbstmord (Siehe: Wunschloses Unglück) freigesprochen wird, erinnert an die Zeit- und Raum vergessende Handkesche Schreibweise der Nach-2000-Jahre. Hier geschieht gar nichts, wird nichts erlebt und kaum was erzählt, außer einer gekünstelt wirkenden Begegung auf einem ex-jugoslawischen Boot. Und viel Ex spielt mit. Was Handke damit sagen will, bleibt ihm selbst vorbehalten. Er erreicht weder mit Sprache noch mit Inhalt die Aussagen früherer Bücher. Ich habe den Eindruck, er wollte so schnell wie möglich etwas Aufgeschriebenes als Buch vermarkten. Die ungeheure Produktivität der letzten Jahre bestätigt dies. Und dass - bei den Verkaufszahlen - der Verlag alles abnimmt, was aus Handkes Bleistift kommt - versteht sich von selbst. Schade. Als Erzählung auf ein Fünftel geschrumpft, hätte sicherlich wieder etwas Bleibendes und Schönes herauskommen können. So bleibt ein schaler Nachgeschmack mit dem Beiwort: Was solls?
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11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mein erster Handke 19. Januar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Die morawische Nacht

Dies ist mein erstes Buch, das ich von Handke lese. In den letzten Jahren immer sehr präsent in den Medien, wollte ich mich nun einmal direkt mit diesem sympathischen Menschen auseinandersetzen. FAZIT: Ich wurde nicht enttäuscht. Sein Schreibstil ist so, wie ich es mag. Man kann so viel mit Worten ausdrücken, mit Worten malen, mit Worten ins Detail gehen - bis zur Unendlichkeit. Jedesmal, wenn ich das Buch zur Hand nehme, werde ich eingetaucht in eine besondere Magie (ich bin dann plötzlich auch Zuhörer auf dem Boot). Was Menschen auf dieser Welt tun und denken, das ist doch überhaupt das Interessanteste von allem - oder nicht? Und auch das sich Hineindenken . Es ist auch sehr viel HEIMAT in diesem Buch - egal, wo man sich gerade aufhält. Und auch viel Sachliches, aus dem man lernen kann (z. B. die Probleme am Balkan). Und auch eindeutig ganz viel Autobiographisches. Ich gratuliere auf diesem Wege dem Autor zu seinem Werk.
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