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Die merkwürdigen Fälle des Dr. Irabu
 
 

Die merkwürdigen Fälle des Dr. Irabu [Kindle Edition]

Hideo Okuda , Matthias Pfeifer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Mehr als nur eine gelungene Unterhaltungslektüre." (Deutschlandradio )

Kurzbeschreibung

Neue Geschichten vom japanischen Kult-Psychiater Dr. Irabu

Der Chef einer großen Tageszeitung und Besitzer einer eigenen Baseballmannschaft, der Angst vor der Dunkelheit hat. Ein äußerst erfolgreicher Geschäftsmann der IT-Branche, dem plötzlich die einfachsten Wörter nicht mehr einfallen. Eine berühmte Schauspielerin, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere panische Angst vor dem Alter bekommt. Und ein Tokioter Verwaltungsbeamter, der in die Provinz versetzt und unvermittelt mit den rauhen Sitten seines Landes konfrontiert wird. Sie alle suchen Hilfe bei Dr. Irabu, dem eigenwilligen Psychiater. Und siehe da – seine unkonventionellen Behandlungsmethoden zeigen Wirkung!


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Dr. Irabu therapiert wieder. Im inzwischen dritten Band der Reihe um den schrulligen Psychiater, der selbst sein bester Kunde ist, gibt es wieder 4 Fälle, in denen Irabu therapiert - und therapiert wird!

Jedes Mal werden Irabus Patienten, die unter Ängsten und Zwängen leiden, auf irgendeine unkonventionelle Methode geheilt. Irabu scheint daran meist nur zufällig beteiligt, denn er selbst hat keine psychiatrischen Qualitäten: er ist uneinfühlsam, unhöflich, direkt, hat einen Mutterkomplex und scheint sich nur für sich selbst zu interessieren.

Es sind nicht Irabus Fälle an sich, sondern die Figur des skurrilen Doktors macht die Erzählungen so humorvoll, spannend und immer wieder neu, unerwartbar, da man nie vorhersehen kann, was Irabu als nächstes tut.

Die merkwürdigen Fälle des Dr. Irabu enthält drei Geschichten über Menschen, die alle besonders unter ihren Psychosen leiden, da sie in der Öffentlichkeit stehen: Ein einflussreicher Verleger hat Angst vor der Dunkelheit, Eine Schauspielerin verfällt in einen Schönheitswahn und ein Geschäftsmann kann auf einmal nicht mehr schreiben.

Diese Geschichten verlaufen alle nach dem altbewährten Muster und unterscheiden sich von den vorherigen Erzählungen aus Band eins und zwei nur im jeweiligen Krankheitsfall. Zwar variiert Okuda jede Erzählung, sodass es nie langweilig wird, für Irabu-Kenner wird es allerdings langsam etwas langweilig und man stellt sich die Frage, ob sich die Serie nicht langsam ausgelaufen hat.

Anscheinend scheint der Autor ähnlich zu denken, denn die letzte Geschichte unterscheidet sich stark von den restlichen: Irabu geht als Vertretung auf eine kleine Insel, auf der gerade ein erbitterter Wahlkampf zwischen zwei Lagern abläuft. Gekämpft wird auf der kleinen Insel um jede einzelne Stimme und mit allen Mitteln der Korruption - auch Irabu wollen beide Seiten für sich gewinnen.

Irabu-Fans bekommen hier Erzählungen in gewohnter Qualität, sollten aber nicht zu viel Neues erwarten. Irabu-Einsteigern empfehle ich den ersten Band Die japanische Couch, da dieser immer noch die besten Fälle enthält
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3. Band über Dr. Irabu 4. Dezember 2010
Von Mireya
Format:Taschenbuch
Nach dem 1.Band Die japanische Couch" und dem 2.Band Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu" nun der vorliegenden 3. Band von Hideo Okuda.

Ich kann mich meinem/r Vorredner/in nicht anschließen, dass das einfach nur ein weiteres Buch mit Geschichten mit Dr. Irabu ist und nichts Neues zu bieten hat.

Im Gegenteil: Dr. Irabu hat sich sogar in gewisser Weise entwickelt, ist etwas reifer geworden ohne seine typische Art verloren zu haben. Es scheint sich zu widersprechen, tut es aber nicht.
Auch Mayumi-Chan ist immer noch die Unnahbare, aber mit Tiefe. Hier sind die Geschichten auch sogar etwas miteinander verknüpft, was auch eine interessante Variante ist.

Leider musste ich für die letzte Geschichte einen Punktabzug machen, da sie mir zu langatmig und zu lange negativ (psychisch brutal) ist.

Trotzdem: hoffentlich bringt der Autor doch noch mal einen 4.Band raus...!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von T. Jannusch VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Was für ein kurzweiliger, und doch hintersinniger, Genuss! Das ist für mich Unterhaltungsliteratur im allerbesten Sinne. Dennoch finde ich, dass man dieses Buch, auf sich allein gestellt, nur schwer verstehen kann - oder, anders ausgedrückt, es entgehen einem Informationen, wenn man es nicht als Teil einer Reihe betrachtet.

Der mehr als verschrobene Psychiater Dr. Ichiro Irabu aus Tokio hat die Literaturszene schon in zwei vorherigen Bänden gründlich aufgewirbelt: in "Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu" und "Die Japanische Couch", wobei der Autor sogar für letzteres einen Literaturpreis in Japan erhielt. Ach, ich kann sie so gut verstehen, die Japaner. Dieses so auf Etikette und Hierarchien bedachte, strebsame Volk kann gar nicht anders, als angesichts der schrillen Persönlichkeit dieses literarischen Charakters und seiner bisweilen haarsträubend komischen Methoden in schallendes Lachen auszubrechen - auch wenn sich der Humor für einen Westler manches Mal erst auf den zweiten Blick erschließt.

Da ist erst einmal der Arzt an sich. Es wird durch die Beschreibungen nicht ganz klar, ob er seinen Doktorgrad wirklich erworben hat, oder ob er nur im Untergeschoss dieser ominösen Klinik residieren darf, weil Papi im Vorstand sitzt. Doch das ist eigentlich auch völlig unerheblich, und trägt eher zur Würze der Handlung bei. An Irabu scheiden sich einfach die Geister, vor allem die seiner Patienten: er ist dick, vorlaut, stellt sich oft einfältig, er ist verfressen und auf Statussymbole bedacht, er freut sich an Streichen wie ein kleines Kind, er ist ein Spritzen-Fetischist, und er unterhält ein eigentümliches Verhältnis irgendwo zwischen Abhängigkeit und Antagonismus zu seiner Sprechstundenhilfe Mayumi.

In den ersten beiden Bänden sind die Geschichten kürzer, und sehr bunt gewürfelt. Pro Band 6 oder 7 Geschichten sorgen für starke Heiterkeitsausbrüche. Die Patienten kommen eigentlich nie freiwillig zu Irabu, sondern werden durch kuriose Notlagen dazu gezwungen - weil ihn dann doch irgendjemand empfiehlt, oder weil sie einfach nicht mehr weiterwissen. Es sind Menschen aus allen Schichten der japanischen Gesellschaft, und insofern kann man sie auch als einen repräsentativen Querschnitt verstehen, den der Autor vor den Lesern ausbreitet - sie sind "Typen" viel eher als Charaktere. Die Symptome reichen von Handy-Sucht über eine Dauer-Erektion bis hin zu zwanghaftem Schwimm-Training. Wie gesagt, es sind kuriose Notfälle des Alltags, die Irabu mit sehr außergewöhnlichen Methoden stets zu heilen weiß.

Als ich dann in der Buchhandlung las, dies sei der dritte und letzte Band der Reihe, dachte ich mir, dass sich der Autor dann bestimmt etwas Besonderes für diesen Band hat einfallen lassen. Und richtig. Die Unterschiede sind zunächst eher oberflächlicher Natur: hier sind es nur vier Geschichten, und alle sind wesentlich länger. Fast schon Novellen, keine Kurzgeschichten mehr - besonders die letzte, "Bürgermeisterwahl". Zweitens sind die vier ratsuchenden Personen hier doch nicht ganz so zufällig ausgesucht wie die "Helden des Alltags" aus den vorherigen Bänden. Mir scheint es, es sind speziell vier Menschen porträtiert worden, die Japan konkret darstellen sollen, wie es heute ist - vier Charaktere, die erstens einmal wirklich ausführlich als solche porträtiert werden, und die aus genau den vier Bereichen stammen, die die japanische Öffentlichkeit zur Zeit umtreiben: ein Zeitungsmagnat und Besitzer einer Baseballmannschaft, ein Emporkömmling aus der IT-Branche, eine erfolgreiche Schauspielerin, und ein mittlerer Verwaltungsangestellter.

Was ganz neu ist, ist das Konzept, alle vier Geschichten miteinander zu verbinden. In jeder Geschichte wird auf die vorherige Bezug genommen - der Protagonist erfährt zum Beispiel, Irabu habe vorher den-und-den behandelt. Oder er sei für die Heilung von XY berühmt. Und in der letzten Geschichte erleben wir etwas noch nie Dagewesenes: Irabu verlässt sein stickiges Untergeschoss, und wird als Vertretung auf eine Insel vor der japanischen Küste versetzt. Doch auch dies hat seine Haken: bei der Bewerbung hatte sein Papi die Finger im Spiel, und der hat natürlich verschwiegen, dass Irabu Neurologe und kein Allgemeinmediziner ist... Wie sich Irabu nun mit kränkelnden Alten und sich bekriegenden Politikern mitten im Wahlkampf umgeht, das ist wieder einmal haarsträubend, komisch, und drastisch. In eine andere Umgebung versetzt, fällt dem Leser noch viel mehr auf, wie sehr Irabu sämtliche Vorstellungen von Etikette und Methodik sprengt. Man lacht quasi schon aus Hilflosigkeit!

Mehr möchte ich über die einzelnen Fälle gar nicht sagen. Man erklärt ja schließlich auch keine Witze. Nur einige weitere Besonderheiten möchte ich noch erläutern. Wie bereits erwähnt, sind diese Geschichten einfach epischer. Ein oberflächlicher, auf reine Unterhaltung bedachter Leser könnte sich eventuell sogar langweilen. Aber ich persönlich finde, die ausführlichen Darstellungen aus den Lebenswelten der Helden sind notwendig, um wirklich zu verstehen, wie originell und hintersinnig Irabus Methoden sind. Denn er lässt die Menschen ganz konsequent mit ihren Obsessionen auflaufen, und konfrontiert sie genau mit dem, was sie nicht hören wollen. Zweitens hat mich in diesem Band ungeheuer gefreut, dass der "running gag" mit der obligatorischen Spritze so vielfältig variiert wird! Einmal kommt sogar ein Blecheimer zum Einsatz, der einem unwilligen Patienten schlicht auf den Kopf geschlagen wird. Und - zur Freude vieler Leser, die sich das schon in den vorherigen Bänden wünschten - hier tritt Mayumi endlich einmal stärker hervor. Sie bekommt eigene Szenen, wir erfahren mehr über sie. Und sie trägt sogar manchmal etwas zur Heilung bei.

Für welche Leser ist dieses Buch also geeignet? Sicherlich besser für Leser mit Vorkenntnissen über die japanische Gesellschaft. Auch wären für eine der Geschichten Grundkenntnisse über das japanische, dreigeteilte Schriftsystem von Vorteil. Man sollte sich gefasst machen auf lange Schilderungen von alltäglichen Abläufen aus den Leben der Protagonisten - die jedoch immer wieder drastisch umschwenken, sobald Irabu ins Spiel kommt. Man sollte trockenen Humor und "running gags" mögen. Man sollte ein Faible für Anti-Helden haben. Und man sollte damit leben können, dass die letzte Geschichte quasi "offen" endet. Ein wahrer "Knalleffekt" für dieses Buch - im ganz wörtlichen Sinne... Ach, ich werde Sie vermissen, Dr. Irabu! Sie haben mir einige unvergeslliche Stunden bereitet. Und Mayumi wünsche ich alles Gute für ihre Karriere als Rock-Musikerin...!
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