Wilfried Erdmann ist einer der wenigen deutschen Seglerlegenden. Seine Törns waren spektakulär, aber dennoch unprätentiös. Seine erste Einhand-Weltumsegelung startete er ohne viel Geld in einem kleinen, nur 7 Meter langem Boot. Sein seglerisch anspruchsvollster Törn war die Einhand-Weltumsegelung gegen Wind und Strom (
Allein gegen den Wind. Nonstop in 343 Tagen um die Welt (Abenteuer)). Damit gehört er zu einem sehr kleinen Zirkel von Seglern, welche solche Extrem-Törns absolviert haben.
In dem Buch "die magische Route" beschreibt Erdmann die Vorbereitung und die Durchführung eines seiner Törns: Einhand (mit Wind und Strom) um die Welt - wieder in einem vergleichsweise kleinem Boot. Ohne üppiges Budget und zahlungskräftige Sponsoren startet er dieses Abenteuer, getrieben von der Sehnsucht nach der See.
Wilfried Erdmann schreibt dieses Buch im Logbuch-Stil. Chronologisch kann man an seinen Gedanken, Stimmungen, Ängsten und Freuden teilhaben. Der Schreibstil ermöglicht es, schnell in das Buch einzutauchen und mit an Bord der Kathena den stürmischen Südozean zu durchsegeln. Beim Lesen erlebt man sehr anschaulich, welche Strapazen und Herausforderungen ein solcher Törn mit sich bringt. Trotz allem bleibt aber auch die Fazination und diese schwer fassbare Sehnsucht für das Meer.
Wilfried Erdmann hat bei mir - insbesondere auch mit diesem Buch - diese besondere Fazination für das Meer und das Segeln vermittelt. Jeder, der eine gewisse Affinität zur Schifffahrt und Interesse an extremen Abenteuern hat, sollte dieses Buch lesen. Aber Vorsicht - es könnte einen auf 'dumme' Ideen bringen :-)
Eine Anmerkung zum Schluss: Das Buch ist ein Reisebericht, keine Buch mit dem Versuch von literarischem Anspruch. Wer sowas sucht, wird möglicherweise enttäuscht. Ebenso ist es keine Action-geladene Lektüre zur seichten Unterhaltung. Wer aber tieferen Einblick in die Psyche des Abenteurers sucht und in die Stimmung eines Extremtörns eintauchen will, kommt hier voll auf seine Kosten.