Hauptfigur Moll zieht im Laufe seines Abenteuers immer wieder Parallelen zu diversen Romanen von Phantastik- und Horror-Autoren und die Handlung ähnelt diesen auch wirklich. Das ganze ist zwar prinzipiell interessant, hat aber das Problem, dass es nicht immer original beziehungsweise originell wirkt. Gewisse Anleihen von Lovecraft sind recht offensichtlich, zum Beispiel das kleine Dorf und seine merkwürdigen Bewohner.
Der Schreibstil ist recht flüssig zu lesen, gegen Ende nervt aber die surreale Handlung. Es wird immer verworrener und irgendwie ist die Luft dann raus und man hofft, dass es endlich vorbei ist. Die (vermeintliche?) Auflösung weiß dann auch nicht ganz zu überzeugen.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, es handelt sich hier nicht um einen schlechten Roman. Über weite Strecken ist er spannend zu lesen und die Bezüge auf andere Romane funktionieren prinzipiell. Aber gerade zum Ende hin lässt der Roman stark nach und die vielen Bezüge lassen ihn inhaltlich eben auch teilweise geklaut klingen.
Einen Lokalkolorit-Bonus bekommt er dafür, dass er nicht in Neu-England spielt, sondern in der Eifel. Weitere Pluspunkte bekommt der Protagonist, der als Horror- und Phantastikfan dem Leser ja schnell vertraut wirken sollte. Seine Überlegungen, ob das alles wirklich sein kann oder er einfach zu viel gelesen hat, sind auch interessant. Die Idee der Bezüge verleitete mich fast dazu, dem Roman die Wertung „Gut" anstatt „Durchschnitt" zu geben. Aber auch nur, weil es in dieser Art und Weise das erste Mal war für mich. Das Ende lässt mich dann aber doch bei „Durchschnitt" bleiben.
Die Umschlagsgestaltung und das Bild im Inneren sind stimmungsvoll, mir fehlen aber die Bezüge zum Roman. Hiernach hätte ich eher einen Roman im Viktorianischem Zeitalter beziehungsweise zu Zeiten des Deutschen Kaisers erwartet oder gar Steampunk.