Nix da. Das ist keine "komisch- traurige, lustige " Beschreibung der 70er Jahre in Schweden!
Hier geht es um mobbing, um falsch verstandene Toleranz, um Weggucken und die erstickende Enge der Vorstadtidylle.
Ein Schüler wird von den anderen auf gekonnte und perfide Weise drangsaliert - weder Lehrer, Eltern,geschweige denn die eigene Mutter bekommen davon etwas mit. Wollen sie überhaupt etwas mitbekommen? Die Erwachsenen zumindest werden als desinteressiert und mit ihren eigenen Problemen befaßt dargestellt.
Nur der Erzähler. einst Mitschüler, sieht dies alles und macht sich in seinem Mitwissen und Nichthelfen schuldig und dies lastet auf ihm bis heute. (Übrigens ist Jonas Gardell ein bekannter Kabarettist in Schweden).
Das Buch ist schnoddrig im Stil, doch bis zum Schluß hält einen eine unbestimmte Bedrohung in Bann. Es ist dies eines der Bücher, das nach Jahren noch deutlich vor Augen ist und mir - ich gebe es zu - meine Schwedenbegeisterung eine kurze Zeit geschmälert hatte.
Zum Schluß: Der Titel "Die lustige Stunde", eine spezifische Schulstunde in Schweden, bezieht sich in sarkastischer Weise auf die Thematik des Buches.