Die Brüder Billy (Horst Frank) und George Clayton nutzen den Umstand dass Pat Garrett (Rod Cameron), der Sheriff eines kleinen Grenzstädtchens nahe der mexikanischen Grenze, gerade in der Kirche heiratet, um die örtliche Bank zu überfallen. Dies ist aber nicht besonders schlau, da beide in diesem Ort aufgewachsen sind. Prompt wird George, für den es der erste Banküberfall ist und der sich noch dazu eher unbeholfen anstellt, von den zwei Bankangestellten erkannt. Billy erschießt sie.
Von der Trauungszeremonie wegeilend nimmt Pat Garrett samt Hilfssheriffs sogleich die Verfolgung auf. An der Grenze zu Mexiko bleiben die Hilfssheriffs zurück, Garrett reitet alleine nach Mexiko weiter. Recht bald schon findet er die zwei Brüder und überwältigt sie. Der Weg zurück über die Grenze erweist sich aber als schwierig da der Bandit Santero (Mimmo Palmara) vom Banküberfall und auch den zwei nun in Garrets Gewahrsam befindlichen Brüdern samt sichergestellter Beute erfahren hat. Er will unbedingt an das geraubte Geld und verfolgt Garrett samt seinen Gefangenen. Am Anwesen der Rancherin Agnes (Vivi Bach!), wohin sich Pat Garrett durchgeschlagen hat, kommt es zu einer letzten großen Schießerei. Als die Sache schon verloren scheint, greift die US Kavallerie ein!
Die letzten zwei vom Rio Bravo wurde zeitgleich mit Für eine Handvoll Dollar realisiert, zum Teil auch in den gleichen Kulissen gedreht. Was nichts daran änderte dass er bei weitem nicht so erfolgreich an der Kinokasse war wie der dann einen Monat später startende Leone Film. Das mag wohl auch daran liegen dass Die letzten Zwei vom Rio Bravo ein sehr amerikanisch inszenierter und wirkender Italo-Western ist - das zeigt alleine schon das finale Auftreten der US Kavallerie. Fast so etwas wie eine Mischung aus John Wayne Western und Karl May Film mit einer Prise Italo-Western-Feeling gewürzt. Das ist hier gar nicht abwertend gemeint. Es ist ein relativ guter, aber halt recht konventioneller Western geworden, für das damalige Publikum vielleicht ein wenig zu konventionell. Während Leones Für eine Handvoll Dollar vom Stil her etwas vollkommen neues, innovatives wurde. Gemein und dreckig agieren Leones Protagonisten, während bei Die letzten Zwei vom Rio Bravo mit Ausnahme des verstaubten Anzugs von Pat Garrett alles recht sauber wirkt.
Rod Cameron wirkt in der Rolle des Pat Garrett recht souverän, ab und zu kommt sogar so etwas wie Selbstironie durch. Der von Horst Frank gut und interessant verkörperte Bösewicht Billy Clayton entspricht von Kleidung und Agieren am ehesten schon den Italo-Western Schurken der späteren Jahre.
Morricone (unter dem "fantasievollen" Pseudonym Emil Morik) steuert eine respektable Filmmusik bei, die spätere Italo-Western-Klänge erahnen lässt, jedoch noch sehr auf einen Film amerikanischer Machart zugeschnitten ist. Das schöne Titellied "Lonesome Billy" ist interessanterweise dem Banditen Billy Clayton gewidmet.
Wie von KOCH-MEDIA gewohnt wurden Bild und Ton wieder vorbildlich restauriert. Gut und informativ sind die im DVD Umschlag enthaltenen Hintergrundinformationen. Der FSK Hinweis ist aufgeklebt und lässt sich leicht entfernen.
DVD Extras:
*Featurette: Pistolen diskutieren nicht 9:00 Minuten
*Featurette: Lonesome Bruschini 11:00 Minuten
*Trailer deutsch und italienisch
*Bildergalerie
*Hidden Feature in den DVD Extras das man sich ansehen bzw. anhören sollte
Die Featuretten beinhalten je ein Interview mit dem Regisseur Mario Caiano und dem Filmhistoriker Antonio Bruschini und sind, wie bei KOCH-MEDIA üblich, sehr interessant.
Den Klassikern des Genres kann der Film nicht das Wasser reichen. Dazu ist er viel zu konventionell. Insgesamt aber ein solider Genrebeitrag aus der "Gründungszeit" des Italo-Western der überraschend gut unterhält. Nicht zuletzt durch die wiederum gute DVD Aufbereitung durch KOCH-MEDIA, halte ich den Film / die DVD mit schwachen vier Sternen fair bewertet - mehr Sterne aber auch wieder nicht, die sollten schon den herausragenden Genrebeiträgen vorbehalten sein.
Resümee: Italo-Western von Mario Caiano aus dem Jahr 1964. Er ist sehr konventionell angelegt und wirkt noch recht amerikanisch. Fast so etwas wie eine Mischung aus John Wayne Western und Karl May Film mit einer Prise Italo-Western-Feeling gewürzt. Den Klassikern des Genres kann der Film nicht das Wasser reichen. Insgesamt aber ein solider Genrebeitrag aus der "Gründungszeit" des Italo-Western der gut unterhält.