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Die letzten Tage von Europa: Ein Kontinent verändert sein Gesicht
 
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Die letzten Tage von Europa: Ein Kontinent verändert sein Gesicht [Taschenbuch]

Walter Laqueur , Henning Thies
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch (1. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548608353
  • ISBN-13: 978-3548608358
  • Originaltitel: The Last Days of Europe: The Changing Face of a Continent
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 263.686 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Walter Laqueur
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Seit über vierzig Jahren ist der 1921 in Breslau geborene Walter Laqueur ein Pendler zwischen den Welten diesseits und jenseits des Atlantiks. Er lebt und arbeitet in Amerika und in Europa. Seine Erinnerungen an Europa reichen, wie er im Vorwort schreibt, bis in die Kindheit zurück. Und weil er Europa in schlechten wie in guten Zeiten erlebt habe, sei „vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Bilanz“, denn „sein Europa“, das Europa, das er kenne, sei im Verschwinden begriffen. Und Laqueur verhehlt nicht, dass die allgemeine Richtung, die sich für die Zukunft des „neuen Europas“ aus seiner Sicht abzeichne, sein Herz „nicht gerade mit Freude erfüllt“. Er vermutet vielmehr, „dass es eher eine bescheidene Zukunft sein wird“.

Skeptisch stimmt Laqueur unter anderem, dass sich überall in den Zentren Europas die gleiche kulturelle Verarmung abzeichnet; Ganz gleich, ob in Berlins Kreuzberg („SO 36“), wo „Türkischkenntnisse manchmal hilfreicher seien als solche des Deutschen“, man als Jugendlicher aber noch besser mit der so genannten „Kanaksprach“ zurechtkomme, oder in der Pariser Banlieue, deren Argot aus gerade mal 400 Wörtern bestehe. Nach Ansicht des Autors versprühen zwar die südostasiatisch, arabisch oder afrikanisch geprägten Stadtteile etwa im multikulturelle London „auch einen attraktiven exotischen Reiz“ -- aber sie stehen in der Summe zugleich eben auch für einen kulturellen Gesichtsverlust, der seiner Ansicht nach zugleich Spiegel des politischen Bedeutungsverlusts des „alten Europas“ ist.

Mit diesem „alten Europa“ meint Laqueur aber nicht etwa das „alte Europa“, von dem Donald Rumsfeld einmal gesprochen hat, als er sich harsch darüber beklagte, das Länder wie Deutschland oder Frankreich ihm nicht mit wehenden Fahnen in den Irak-Krieg folgen wollten. Laqueurs „altes Europa“ bezeichnet vielmehr „das Europa der EU, schließt aber auch Russland und andere Teile der ehemaligen Sowjetunion diesseits des Urals ein“. Wie auch immer die Zukunft des Nachfolgers des alten Europas aussehen wird -- diesbezüglich will sich Laqueur en detail nicht festlegen, bietet aber zum Teil mit viel (Sprach-)Witz vorgetragene, durchweg düstere Szenarien an -- eines steht für ihn fest: dass nämlich der Kontinent „auf eine existentielle Krise zusteuert“. Diese Krise manifestiert sich in vielen Bereichen, hat aber seiner Ansicht nach eine wesentliche Ursache: die demographische Entwicklung. Diese zieht Probleme des Wohlfahrtsstaats ebenso nach sich, wie solche der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Integration. Dies nicht zuletzt, weil die Geburtenraten der überwiegend muslimischen Einwanderungsgesellschaften „gegenwärtig deutlich höher sind als die der lokalen Bevölkerung (und zwar drei bis vier mal so hoch)“. Dies ist auch der Grund, weshalb der Autor die letzten Kapitel nach Ländern differenziert der „Zukunft des muslimischen Europas“ gewidmet hat. -- Ein zweifellos brisantes, deshalb aber nicht minder lesenswertes Buch! -- Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

'Laqueur gehört zu den fruchtbarsten und einflussreichsten Zeitgeschichtlern der westlichen Welt.' (DIE ZEIT)

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65 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der große Historiker und Publizist Walter Laqueur bezeichnet den Titel seines neuesten Buches "Die letzten Tage von Europa"selbst als "nur eine Metapher". Eine Metapher für die wahrscheinlich ziemlich düstere Zukunft des alten Abendlandes. Laqueur macht sie fest u.a. an der dramatisch abnehmenden Bevölkerungszahl und der zunehmenden Islamisierung Europas.

Schonungslos und höchst pessimistisch prognostiziert der Autor die Zukunft des europäischen Wohlfahrtsstaat und die immensen Probleme, die durch die dramatische Veralterung der europäischen Bevölkerung zunehmend entstehen werden.

Viel Platz nimmt in Laqueurs Buch das Problem der mangelnden Integrationswilligkeit, ja sogar Fähigkeit eines Großteils vor allem männlicher mohammedanischer Jugendlicher mit Migrationshintergrund ein, bei denen der Autor eine enorme materielle Erwartungshaltung feststellt. Allerdings stünden die Forderungen dieser Jugendlichen oftmals in eklatantem Gegensatz zu der Bereitschaft, auch selbst etwas "zum Wohlergehen der Allgemeinheit beizutragen".

Darüber hinaus sorge die "Kultur der coolen Pose" und die permanent aggressive Macho-Attitüde dafür, daß "die jungen Männer" immer wieder in Schule und Gesellschaft scheitern.

Laqueur schreibt : "Sie beanspruchen Respekt, obwohl nicht ganz klar ist, womit sie diesen Respekt verdient haben wollen, vielleicht meinen sie, man schulde ihnen Respekt, weil "diese Strasse uns gehört".

Auch in anderer Hinsicht sieht für Walter Laqueur die Zukunft Europas nicht rosig aus. Länder wie Deutschland und Frankreich haben riesige Probleme, ihre nicht mehr zeitgemäßen Soziastaatsstrukturen den globalen und vor allem demographischen Realitäten anzupassen. Wenn irgendwann einmal die Bereitschaft zu konsequentem Handeln da sein sollte, könnte es bereits zu spät sein.

Auch prognostiziert Laqueur anders als z.B. Tony Judt oder Mark Leonard einen zunehmenden politischen Bedeutungsverlust Europas. Er entlarvt die "Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik" (GASP) der EU, angesichts der nationalen Egoismen der nun mehr 27 EU-Mitgliedsstaaten, als Farce.

Spätestens seit Hoimar von Ditfurths apokalyptischem Werk "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen" oder auch Francis Fukuyamas Essay "Das Ende der Geschichte" weiß man, wie kurz die Haltwertzeit der Prophezeiungen mancher "Experten" ist. Walter Laqueur betont immer wieder, daß vieles nicht eintreffen muß, was er befürchtet. Daß allerdings das Europa des Jahres 2100 ein völlig anderes sein wird als heute, und daß die Probleme eher mehr und größer werden, erscheint als sehr wahrscheinlich.

"Die letzten Tage von Europa"ist eine keineswegs angenehme, aber eine sehr gewinnbringende Lektüre über einen Kontinent, der "ein Bild des Niedergangs" bietet, "das den Europa-Optimisten nur wenig Trost bieten kann".

Vielleicht sollte man doch ein Apfelbäumchen pflanzen. Unter Umständen ist es soweit.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es war einmal... Europa 11. Januar 2009
Format:Taschenbuch
Die verstärkte Integration der EU und ihre Erweiterung nach Osteuropa weckten nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" in der politischen Elite Europas die Hoffnung, den Kontinent auf den Status einer den USA und China auf Augenhöhe begegnenden Großmacht heben zu können. "Europa wird Weltmacht - ob es das will oder nicht", soll gar ein deutscher EU-Kommissar verkündet haben. Doch der Zeitgeschichtler Walter Laqueur hält diesen anspruchsvollen Ambitionen einen ernüchternden und pessimistischen Ausblick entgegen. Für ihn steht außer Frage, dass sich Europa nicht zu einer Großmacht entwickeln wird, nach deren Vorbild sich der Rest der Welt orientiert, sondern in einer existentiellen Krise befindet, an deren Ende die Transformation des Kontinents in ein gewaltiges Altersheim und Museum steht.

In seinem sozial- und gesellschaftspolitischen Essay "Die letzten Tage von Europa. Ein Kontinent verändert sein Gesicht" analysiert Laqueur die Ursachen für den Niedergang des Kontinents, der einst die Welt dominierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Wohlfahrts- und Sozialstaat und zwischenstaatliche Zusammenarbeit die tragenden Säulen seines Erfolgsmodells. Heute jedoch sind Europas Ökonomien unter den Bedingungen der Globalisierung und der durch Geburtendefizite überalternden und schrumpfenden Gesellschaften immer weniger in der Lage, die ausgeuferten Sozialleistungen aufzubringen.

Das naive Selbstverständnis der EU als zivile Supermacht, die es aus seiner auf europäischer Ebene erfolgreich erprobten zwischenstaatlichen Zusammenarbeit abgeleitet hat, wertet Laqueur als ein Zeichen von Schwäche, weil der Verzicht auf den Einsatz militärischer Stärke eine fatale Fehleinschätzung der realen weltpolitischen Lage impliziert.

In die demographische Lücke stoßen die geburtenstarken Zuwanderer muslimischen Glaubens nach. Ihre Integration sieht Laqueur trotz verschiedener Ansätze in allen betroffenen Staaten als gescheitert an. Nicht den Rassismus der Einheimischen, sondern den zu Abhängigkeit erziehenden Sozialstaat und die bewusste Selbstabschottung der Muslime - sowie vor allem die Bildungsverweigerung der jungen Männer unter ihnen - macht Laqueur für dieses Scheitern verantwortlich.

In ihrer zunehmenden Bedeutung und ihrem steigenden Einfluss werden die muslimischen Migranten den nationalen Charakter ihrer Aufnahmeländer gravierend ändern. Laqueur rät den autochthonen Europäern, sich damit abzufinden und sich um des Friedens willen den Regeln der Political Correctness und der positiven Diskriminierung zu unterwerfen. Aus Sicht des Rezensenten wäre aber damit Europas Ende endgültig besiegelt und sein geistiges Erbe restlos begraben. Es ist auch unwahrscheinlich, dass sich auf dieser zweifelhaften Basis auf Dauer ein auch nur halbwegs soziales Nebeneinander praktizieren lässt, von einem Zusammenleben ganz zu schweigen. Irgendwann steht der Kessel so unter Dampf, dass auch ein solcher Deckel dem Druck nicht standhalten wird.

Auf 240 Seiten enthält Laqueurs Essay alle tiefgreifenden Probleme des europäischen Kontinents zusammengefasst, die seinen zukünftigen Weg in Richtig Abstieg bestimmen werden. Jede Überlegung ist sorgfältig in alle Richtungen abgewogen. Gesonderte Betrachtungen widmet er den westeuropäischen Kernländern und Russland. Dabei verzichtet Laqueur auf zuspitzende Dramatisierungen und enthält sich jeder Erörterung von Bürgerkriegsszenarien. Bewohner westeuropäischer Metropolen, die in den letzten Jahrzehnten die Veränderungen ihrer Quartiere mit all ihren negativen Begleiterscheinungen aufmerksam verfolgt haben - im Gegensatz zu den Traumtänzern auf der politischen Ebene-, dürften Laqueurs Beobachtungen mit viel Zustimmung quittieren. Und für künftige Historikergenerationen, die erfahren wollen, woran Europa zugrunde gegangen ist, dürfte Laqueurs Essay alle Chancen haben zu einem mit Edward Gibbons "Verfall und Untergang des Römischen Reiches" vergleichbaren Klassiker zu werden.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dieses Werk bietet einen Überblick über den kulturellen und politischen Niedergang der größeren europäischen Länder (GB, F, I, E, D). Es wird die Geschichte der jeweiligen Haupteinwanderergruppen abgerissen und auf aktuelle Probleme mit diesen - Kriminalität, Fanatismus, nationalfaschistische Verbundenheit zum Heimatland, Ablehnung und Hass auf die zahlende einheimische Bevölkerung, dreiste Arbeits- und Leistungsverweigerung - Bezug genommen. Jedoch stets mit einem zynischen Unterton die einem den Eindruck vermittelt, der Autor sei über diesen Niedergang nicht gerade traurig sei.
Ein großes Manko jedoch sind die Lösungsvorschläge, die einer hämischen Verhöhnung des um seinen Kontinent besorgten Europäers gleich kommen - sie gleichen den gebetsmühlenartig wiederholten Plattitüden der Multikulturalisten.

Der aufmerksame Beobachter des Zeitgeschehens erhält bei Lektüre dieses Buches wenig Erkenntnisgewinn.
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