Wie Schwestern sind sie aufgewachsen - Maureen und Leslie - wie eine Familie lebten sie gemeinsam - Leslie immer ein bisschen attraktiver und selbstbewusster als Maureen, haben sie sich niemals aus den Augen gelassen. Selbst als die eine den gut aussehenden, erfolgreichen Marketingmenschen David kennen lernt, heiratet und mit ihm ihre Tochter Jessica in einer Wohnung der Upper East Side groß zieht und die andere an den abgehalfterten Zocker und Erfolglosen Joey trifft und diesem zum Mann nimmt.
Doch irgendwann ist Schluss! Joey schlittert immer schlimmer in eine Schuldenspirale, verwettet seinen Job und sein Geld auf der Pferderennbahn und sieht sich eines Nachts einem Schlägertrupp gegenüber.
Noch ahnt niemand etwas von den Leichen, die selbst der makellosen David in seinem Keller verbirgt, unterhält er seit einiger Zeit eine Affäre mit der jungen Chinesin Amy Lee - dem nicht genug droht ihm alles über den Kopf zu wachsen, denn Amy erpresst ihn, fordert zuviel seiner Zuneigung und wird zur Stalkerin der Familie Sussman. Nun hat Joey einen Plan, und der soll auf wundersame Weise aufgehen!
Es wäre nicht Jason Starr, würden sich nicht alle Ereignisse und Handlungsstränge laufend verdichten und in einer ausweglose Situation münden - welche nicht zuletzt mit Mord und Totschlag endet. In diesem Roman werden zwei Kapitalverbrechen parallel begangen, was der Spannung zuviel Fahrt nimmt. Die Geschehnisse benötigen beinahe zwei Drittel des Romans, um im Verbrechen zu gipfeln, die Aufklärung erfolgt schleppend und gelingt nicht richtig, wodurch - verglichen mit anderen Romanen des Autors - der Täter nicht wie üblich immer weiter in die Enge getrieben wird und schließlich in einem heillosen Chaos untergeht.
Sehr gut ist hier jedoch die Fassade dargestellt, hinter welcher sich die Bilderbuchfamilie Sussmann verbirgt! Und noch besser das Abbröckeln, das im Roman ein unerwartetes Ausmaß annimmt. Schließlich wird der eine oder die andere das Gesicht gehörig verlieren. Auch gut ist die gegenseitige Abhängigkeit beschrieben - so fühlt sich Leslie in Maureen Gegenwart sicher, schöner, erfolgreicher und tankt dadurch Kraft und Maureen wiederum in ihrer Ehe mit dem Versager, der ihr eindeutig unterlegen ist.
Trotz aller Kritik eine durchaus spannende Story - für Jason Starr jedoch zu träge und beinahe ein wenig plump.