werde ich ihm keine Träne nachweinen, denn das Ostvolk, das sich als stärker erwiesen hat, wird die Macht übernehmen.
So oder so ähnlich das zynische Kalkül des Führers des dt. Volkes. Er missbrauchte es als Instument seiner Wahnideen, und in dem Moment als es "versagte",war es wertlos. Um sein Leben aber noch einmal zu verlängern, wurden Tausende Zivilisten, Soldaten, Hitlerjugend und Volkssturm verheizt.
Das Autorenteam um Guido Knopp befasst sich diesmal mit den letzten Tagen des Dritten Reiches und geht schrittweise vom 20.April 45 bis zum 02.Mai, der Kapitulation Berlins, vor. Das der Krieg dann immer noch 6 Tage dauerte, beruht auf den Bestrebungen der Nachfolgeregierung, soviel Soldaten und Zivilisten wie möglich den Westalliierten zu übergeben.
Die Schlacht war auf Seiten der deutschen Führung geprägt von der Hoffnung auf die Armee Wenck, die den Entsatz Berlins zusammen mit der 9.Armee unter Busse gewährleisten sollte. Die Hoffnung auf Uneinigkeit unter den Alliierten nach dem Tode Roosevelts im Januar hatte sich zerschlagen. Die Abschussbasen der Vergeltungs- und Wunderwaffen waren von amerikanischen, britischen und sowjetischen Panzern überrollt worden. Unter diesem Szenario fand die letzte Schlacht statt, die den infernalischen Untergang des Schreckensregimes besiegelte. Militärisch war sie nutzlos, Berlin mußte im Vorfeld verteidigt werden. Nach dem sowjetischen Durchbruch bei den Seelower Höhen an der Oderfront war die Eroberung Berlins nur noch eine Zeitfrage. Circa 180.000 Menschen mußten den letzten Irrsinn der Nazis mit ihrem Leben bezahlen.Davon waren fast die Hälfte Rotarmisten, die dem sowjet. Wettlauf zwischen den Marschällen Shukow und Konjew geopfert wurden, die beide Stalin die Beute präsentieren wollten, möglichst auch noch zum 01.Mai, dem Feiertag der Arbeiterklasse.
Das Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit den letzten Tagen im Führerbunker; die Abkehr der Paladine Göring und Himmler wird ausführlich dargestellt.Aber auch das Intrigantentum des Parteimarschalls Bormann und der Fanatismus des Reichspropaghandaministers Goebbels, der mit Frau und sechs Kindern in den Freitod ging, wird dem Leser deutlich. Die Kämpfe um Berlin und wie sich die Schlinge immer enger zog ,schildert Knopp in gewohnt fesselnder Erzählweise. Das Leid der Bevölkerung und die verzweifelte Stimmung der dt.Soldaten läßt er durch authentische Augenzeugenberichte zutage treten.
Alles in allem eine gute Aufbereitung der damaligen Geschehnisse.Was mir auffiel war, das Knopp die Schlacht eigentlich schon in "Der Sturm" behandelte, also sich in weiten Bereichen wiederholt. Natürlich kann er präziser und eindringlicher auf die zwölf Tage eingehen, wenn er ein ganzes Buch diesem Thema widmet; ich empfand es aber trotzdem als Doppelung.Deshalb auch nur vier Sterne.