Dieses Buch beschreibt ausgehend von dem vermuteten Fund eines der Boote Columbus' die Geschichte eines hervorragenden Seemannes, der ein gar nicht so großer Visionär und - offenbar - menschlich ein sehr "schwieriger" Charakter gewesen ist. Beim Lesen des Buchs wurde ich immer wieder an die Darstellung Gérard Depardieus erinnert. Die Fakten, die dieses Buch dem Leser bietet, sind wirklich überwältigend und eine nochmalige Lektüre für den interessierten Leser wert.
ABER - Zwei Dinge fand ich so störend, dass ich dieses Buch nur mit drei Sternen bewerten kann: Das erste sind die Zeitsprünge, die ich unerträglich fand. Von der Gegenwart, dem Fund des Bootes und dessen Bedeutung zurück zu den Tagebüchern und - zack! - wieder in die Gegenwart zu Forschern in Bibliotheken oder Wracktauchern. Dies zieht sich quer durch alle Themen durch das gesamte Buch und verursachte mir schon fast Übelkeit. Dies empfand ich als unnötig und sehr störend. Um mich dem Thema nähern zu können, brauche ich keine "Haptik" und mir ist es dann eigentlich auch egal, ob wir heute noch tatsächlich Columbus' Haus sehen oder nur das Nachbargebäude.
Der zweite Grund für meine negative Wertung ist dieser journalistische, anbiedernde Stil, in dem dieses Buch gefasst ist. Ausdruck dessen sind die ständigen anglizierten "Übersetzungen" von Begriffen aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Ja, glaubten die Autoren, mit dem, was sie unter "flottem Schreibstil" und "Jugendsprache" verstehen, selbst besser verstanden zu werden und "aktuell" zu sein? Da lobe ich mir konservativ geschriebene Bücher, die eine dem Thema angemessene präzise Sprache verwenden.
Aber weiter will ich gar nicht schimpfen, weil das dieses Buch nicht verdient hat. Es bietet eine Fülle mir bisher nicht bekannter Informationen und kommt zu einigen sehr überzeugenden und unabhängigen Ergebnissen. Das macht es - trotz des Schreibstils - lesenswert.