Rom brennt. Mal wieder, könnte man sagen, denn es handelt sich nicht um den legendären Brand zu Neros Zeiten, sondern es brennt jetzt. Doch dieses Mal ist die Katastrophe weit verheerender, denn der Vatikan wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Er brennt nicht direkt, doch aufgrund des Rauches werden in den Archiven die Sprinkleranlagen ausgelöst und all die Schätze in den Bibliotheken werden nass. Eine fatale Situation für alte Bücher aus Pergament. Der Verlust all dieser Schätze aus Zeiten, die längst vergangen sind, wäre eine noch größere Katastrophe als der Brand.
Und so kommt Amadeo Fanelli ins Spiel. Denn er ist Restaurator in der renommierten officina di Tomasi, einer Restaurationswerkstatt für alte Bücher. Der Vatikan gibt ihm den Auftrag, einige der Folianten zu retten, doch was er findet, während er eines der Bücher begutachtet, spottet jeder Beschreibung.
Es ist die Letzte Offenbarung" des Jüngers Johannes. Ein Werk, das in den Augen der Kirche niemals existieren dürfte, denn es besagt unter anderem, dass Johannes und Jesus ein Paar waren.
Allerdings versteckt sich nicht das komplette Dokument in diesem Buch, nur der erste Teil und ein Hinweis, in welchem Folianten der nächste versteckt ist... Eine aberwitzige Jagd durch ganz Europa beginnt.
Amadeo Fanelli ist ein Mensch wie du und ich, der durch einen Zufall etwas entdeckt, was nie hätte entdeckt werden sollen. Gemeinsam mit seinem Mentor Professor Helmbrecht (dem geneigten Leser vielleicht aus Das Geheimnis des Dorian Grave" ein Begriff) und der etwas undurchsichtigen Rebecca Steinmann steht er vor der Aufgabe, ein Dokument zusammen zu tragen, dass in dieser Form für einen der gewaltigsten Umstürze der Kirchengeschichte sorgen würde, aber die drei sind nicht die einzigen, die hinter der Geschichte her sind...
Während Das Geheimnis des Dorian Grave noch ein Buch für Kinder ist, ist die Letzte Offenbarung doch eher etwas für das ältere Publikum, ganz in der Tradition der Vatikanverschwörungsromane zeigt sich Rother hier, aber worum es genau geht, lässt sich ja in der Buchbeschreibung oben finden.
Sicherlich kann man sagen, "gab's alles schon mal", "hat Dan Brown auch schon gemacht" (worauf der Autor etwas allergisch reagiert, da er Brown nie gelesen hat ) und "ist eh immer das gleiche".
Stimmt bei der Grundstruktur sicherlich, wobei es eben doch ein paar Dinge gibt, die anders sind als in den bisher von mir gelesen Vatikanthrillern (und das sind einige, da ich eine Zeitlang regelrecht süchtig nach den Dingern war).
Mir hat die Offenbarung gut gefallen, ich hab mit Amadeo mitgefiebert und gerade im Showdown wurde er mir extrem sympathisch. Professor Helmbrecht gefiel mir schon in Dorian Grave gut, der ist wirklich herrlich durchgeknallt ^^ Ich mag das Buch und es hat definitiv seinen Platz im Regal gefunden und wird nicht in eine der Kisten wandern.