Ulrich Saft hat in seinem Standardwerk "Krieg in der Heimat - Das bittere Ende zwischen Weser und Elbe" den hier in diesem neuen Buch behandelten Raum schon kurz angerissen, aber das Saft-Buch ist nun schon etwas älter, und dem Interessierten wird schnell klar: Da gibt es noch viel zu erzählen.
Die Quellenlage vor allem zu den letzten Kriegstagen ist lückenhaft und gleicht oft einem Puzzlespiel. Dem Autorenteam ist es aber gelungen, zumindest für den Bereich der Elbefront eine beeindruckende und spannende Schilderung des (für uns heute sinnlosen) Kampfes um die Elbefront zu geben. Man kann da nur hoffen, dass auch die vielen anderen, von Saft nur angerissenen Themen so eingehender behandelt werden. Der britische und amerikanische Vormarsch wird erklärt, die Verteidigungsversuche der deutschen Truppen, die Improvisation und auch die Motivation der Soldaten wird gut rübergebracht.
Das Buch ist dabei qualitätiv ansprechend gestaltet, hochwertiges Papier, gute Bindung, guter Druck. Die Karten könnten etwas besser sein, aber das ist auch eher eine subjektive Meinung.
Nicht schön ist die Verwendung von Bildern aus Beltring (einem großen MIlitärfahrzeugtreffen), um alliierte Fahrzeuge zu zeigen. Da wäre es "seriöser" bzw angemessener, auf Archivbilder oder gleich auf Museumsbilder zurückzugreifen. Aber auch hier ist es sicher Geschmackssache.
Ich empfehle das Buch allen, die einen Eindruck von den letzten Kriegstagen im Norden Deutschlands bekommen wollen, fürchte aber, dass nicht-interessierte Leser schnell gelangweilt werden. Ist halt ein Fachbuch zu einem Nischenthema.
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