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„Überschwemmungen in Sydney und London...Hochwasser auf beiden Seiten der Welt.“ Und das mit rasant steigender Tendenz, der Einstieg in den 750 Seiten starken Science-Fiction-Wissenschafts-Thriller ist wie ein Paukenschlag, dessen Nachbeben bis zur letzten Seite anhält. Aber mal im Ernst: hätte man von Bestsellerautor Stephen Baxter anderes erwartet? Eine Gruppe von Wissenschaftlern macht sich auf die Suche nach den Ursachen für den extremen und nicht enden wollenden Anstieg der Meere, eine Ozeanographin schließlich macht dabei eine ungeheuerliche Entdeckung. Könnten unterirdische Meere verantwortlich sein?
Von der ersten Seite an ist dieser gewaltige Roman, angelegt über den Zeitraum von mehreren Jahrzehnten, ein absolut spannender Genuss. Neugier und Faszination auf jeder neuen Seite, aber auch subtile Ängste beschleichen einen, Manches klingt erschreckend real, macht betroffen und nachdenklich. Eine Geschichte über die Bedrohung unserer Zivilisation, eine Geschichte, in der es um die Erde, unsere Erde geht, „die sich verwandelt, wie sie es auch in der Vergangenheit getan hat. Selbst wenn wir ihr den Arschtritt verpasst haben, der sie dazu gebracht hat, diesen Prozess einzuleiten.“ Die biblische Sintflut in neuzeitlichem Gewand.
„Die Welt war kalt, windig, nass und laut.“ Detailliert beschreibt Baxter die aus den Fugen geratende Welt, die Auflösung gesellschaftlicher Strukturen, die Flucht von Millionen von Menschen, die Bedrohung aller Wirtschafts- und Lebensgrundlagen. Ein Thriller, der vor globalem Geschehen nationale Hilflosigkeit und Ratlosigkeit bloß stellt. Atmosphärisch brillant beschriebene Situationen, Akteure, die allesamt eine rundum plastische und lebendige Figur machen, dazu beste Recherche der Geschehnisse und deren effektvolle, düstere und dramatische Extrapolierung. „Inzwischen gibt es Hinweise, dass der Erdmantel...tatsächlich Wasserspeicher enthalten könnte, die alle existierenden Meere in den Schatten stellen würden.“ - Barbara Wegmann
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .In nur zwei Jahren ist London verschwunden, New York, der Vatikan und Mecca folgen. Baxter schildert nationale und internationale Konflikte als Folge der durch die Katastrophe zusammenbrechenden Infra- und Staatenstrukturen. Eine kleine Gruppe Menschen versucht Pläne und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln, die in eine Arche für die Reste der Menschheit und damit auch in den zweiten Band Arche mündet.
Trotz der guten, ambitionierten und zeitgemäßen Idee von Flut verschenkt Baxter mit seinen relativ blassen Hauptpersonen viel Lesespaß, während er mit immer neuen Schrecken der fortschreitenden Flutkatastrophe auf sie einhämmert. Etwa im Vergleich zu McCarthys Die Straße mit den emotionalen Einzelschicksalen im Zentrum, versucht Baxter das große Bild der Katastrophe einzufangen und verliert dabei aber die Menschen, um die es geht aus dem Blick. Flüssig lesbarer, gut recherchierter Katastrophen-SF vergleichbar mit Emmerichs 2012. --Wolfgang Treß/textico.de
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