Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Die letzte Diät (1)
Lebenshunger (2)
Traumfigur (3)
Klappentext
Über den Autor
Auszug aus Die letzte Diät. Roman. von Eva B. Gardener. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Erschöpft vom Graben mit den bloßen Händen und von der furchtbaren Angst, die ihn über Stunden zu übermenschlichen Anstrengungen getrieben hatte, wischte sich Eduardo Joaquim Machado mit dem Ärmel seines verwaschenen, blauen Hemdes über die Stirn. Er war am Ende seiner Kräfte angelangt, sein Hemd klebte schweißnass und schmutzig an dem ausgemergelten Körper.
Aber er hatte keine Zeit sich auszuruhen, er musste hier weg, so schnell es ging. Er durfte nicht an diesem Ort gesehen werden, an der letzten Ruhestätte seines Cousins. Des Cousins, den er jetzt dafür hasste, dass er ihn in diese Sache hineingezogen hatte, auch wenn der dafür bereits mit seinem Leben bezahlt hatte und vergraben im Boden zu seinen Füßen lag, sorgfältig unter Zweigen und Laub verborgen.
Der Schweiß brannte Eduardo in den Augen. Er presste die Fäuste gegen den pochenden Schmerz in seinem Kopf, aber auch das half nichts. Als er ein Geräusch hinter sich hörte, drehte er sich erschreckt um. Nein, es war nur ein Vogel, der da im Laub hüpfte. Man war ihm noch nicht auf der Spur.
Heilige Mutter Maria, lass mich das überleben, betete Eduardo und machte sich auf den Weg, nicht nur um mich, sondern um meiner Familie willen, bitte, lass mich das überleben.
Ja, hätte er, Eduardo, sich bloß nicht locken lassen von den Geschichten über schnellen Reichtum, die ihm sein Cousin und dessen narbengesichtiger Kumpane erzählt hatten. Hätte er sich doch nicht den Träumen eines sorgenfreien Lebens hingegeben, das ihm einfach so in den Schoß fallen sollte. Aber das Leben war so verdammt hart gewesen, seit er und seine Familie sich mit dem geliehenem Geld eines Kredithaies ihre kleine Fazenda in den Bergen von Treze Minas gekauft hatten.
Das Geld, das sie für die geraubten Diamanten bekämen, würde ihn von allen seinen Sorgen befreien, so hatte es der Cousin versprochen. Aber nun liegt er in einem fauligen Erdloch mitsamt all dem Reichtum, dachte Eduardo. [...]
Deutschland 1994
Es war Juni, es war Montag, und es herrschte verdammt miese Stimmung in Janas Büro. Und das, obwohl sie alleine darin saß!
Seit sie wieder auf Diät war, hielt sich Jana manchmal selbst kaum aus. Aber das war ja auch kein Wunder, da sie laut Plan gerade mal drei Diätdrinks und einen Apfel pro Tag zu sich nehmen durfte. Sonst nichts. KEIN MENSCH konnte dabei seine gute Laune behalten.
Jana brauchte jetzt einen Cappuccino, und zwar sofort. Sie wusste zwar, dass sie damit schummelte, denn in dem Fertigpulver, das sie mit heißem Wasser zusammenrührte, war auch Zucker enthalten, aber ohne die kleine Kalorienspritze würde sie beim nächsten Anrufer die Wände hochgehen.
Schon nach den ersten Schlucken des heißen, süßen Gebräus entspannte sie sich. Es war fast wie der Flash eines Heroinsüchtigen, endlich wohlige Entspannung.
Jana sah auf die Uhr. Erst kurz vor zwölf. Der Anfang der Arbeitswoche zog sich wieder so zäh hin wie die Zeit im Wartezimmer beim Zahnarzt. Hier wie da hätte sie am liebsten die Flucht ergriffen.
Hätte sie das doch getan, würde sie später sagen. Hätte sie doch Überstunden genommen und wäre nach Hause gegangen an diesem schrecklichen Montag, dann würde Angelika Jordan noch leben.
[...]