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Er fiebert live am Mikro mit, wenn sich auf ihnen die Tour de France entscheidet. Er ist seit Jahren direkt vor Ort, wenn in ihren steilen Rampen das große Leiden beginnt. Er hat sie unter das eigene Rennrad genommen, hat sie mitunter gleich mehrfach von Angesicht zu Angesicht niedergerungen. Er kennt jede Spitzkehre, all die unvergesslichen Momente in ihrer Historie, all ihre Schattenseiten. Peter Leissl und die legendären Pässe der Tour de France. Peter Leissl und die Anstiege hors catégorie, außer Kategorie, jenseits von gut und böse.
Jetzt hat der ZDF-Reporter ein Buch über sein Herzensthema geschrieben. Eine kenntnisreiche, mitreißende Hommage an 20 Passstraßen, auf denen die Tour de France Geschichte geschrieben hat. An Gipfel, die jeden Sommer Heerscharen von Hobbyfahrern anlocken, einmal auf den Spuren von Fausto Coppi und Jan Ullrich zu radeln. Vom Tourmalet als Vater aller Tour-Pässe über das große Radsportkino in Alpe dHuez und die Dramen in der Geröllwüste am Mont Ventoux bis hin zur Luz-Ardiden als kurvenreicher Showbühne der modernen Tour fehlt keiner jener Anstiege, die Radsportlerherzen höher schlagen lassen.
Wenn Radsportberge eine Biografie haben können, Peter Leissl hat sie mit diesem Buch geschrieben: Er zeichnet den Aufstieg abgelegener Schmugglerpfade zu Legenden der Sportwelt nach. Er lässt ihre größten Augenblicke wiederaufleben. Er ist mit wertvollen Tipps für all jene zur Stelle, die darüber nachdenken, sich vielleicht einmal selbst auf den berühmtesten Bühnen der Tour de France zu versuchen. Und er würdigt in zwanzig Bergfahrer-Porträts die größten unter jenen Radprofis, die sich in Alpen und Pyrenäen zu Engeln und Königen der Berge aufgeschwungen haben. Zahlreiche großformatige Fotos sowie Passprofile, Übersichtskarten und ein Statistikteil runden diesen Band ab.
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Ballon d'Alsace
Col de Porte
Col du Galibier
Col d'Allos
Col d'Izoard
Col de l'Iseran
Col de la Croix de Fer
Alpe d'Huez
Sestrières
Col de la Madeleine
Col de Joux-Plane
Mont Ventoux
Col de Portet d'Aspet & Col de Menté
Col de Peyresourde
Col d'Aspin
Col du Tourmalet
Col d'Aubisque
Luz-Ardiden
Plateau de Beille
Puy-de-Dôme
Die Auswahl, so Peter Leissl in seinem Vorwort, erfolgte nicht streng nach objektiven Maßstäben wie beispielsweise Steigungsprozenten, sondern auch nach einigen subjektiven Empfindungen wie landschaftliche Schönheit, spannende oder legendäre Ereignisse bei Touretappen oder auch eigene Erfahrungen - denn der Autor hat sämtliche Anstiege mit seinem Rad erkundet und bezwungen.
Jeder einzelner Anstieg wird sehr genau unter die Lupe genommen. Dabei kommen sowohl Radsportfans als auch Selberfahrer auf ihre Kosten. Zum einen blickt Leissl auf vergangene Touretappen zurück, bei denen der entsprechende Anstieg eine entscheidene Rolle gespielt hat. Zum anderen werden die Anstiege in ihren einzelnen Abschnitten sehr bildlich beschrieben, so dass das Buch auch als wertvolle Hilfe bei einer späteren Radtour dienen kann. Als Bonus für die Selberfahrer werden zum Tourmalet, Col de la Croix de Fer und dem Col d'Allos drei Radtourentipps vorgestellt.
Die Berichte werden jeweils von Renn- und Landschaftsfotos, Höhenprofilen, Übersichtskarten und statistischen Angaben zum Anstieg ergänzt.
Neben den Anstiegen werden zusätzlich 20 Fahrer portraitiert, die bei der Tour de France als außergewöhnliche Bergfahrer aufgefallen sind!
Im einzelnen sind das:
René Pottier, Charly Gaul, Emile Georget, René Vietto, Louison Bobet, Claudio Chiappucci, Gino Bartali, Luis Herrera, Fausto Coppi, Jan Ullrich, Richard Virenque, Raymond Poulidor, Luis Ocana, Jean Robic, Lucien Van Impe, Eugène Christophe, Julio Jimenez, Lance Armstrong, Marco Pantani, Federico Bahamontes
In einem großen Statistikteil werden abschließend jeweils die ersten drei Fahrer der Bergwertungen in den Jahren von 1933 bis 2003 mit der persönlichen Punktzahl genannt. In einer weiteren Statistik werden alle bislang gefahrenen Tour de France Anstiege aufgelistet, zusammen mit der Höhenangabe, dem Erstbezwinger und der Jahreszahl der „Jungfernfahrt".
Gesamturteil:
Absolut empfehlenswert! Denen, die sich für Bergetappen interessieren und sich schon immer über die einzelnen Bergpässe, die als Mythos in die Radsportgeschichte eingegangen sind, informieren wollten, sei dieses Werk wärmstens ans Herz gelegt! Was meiner Meinung nach das Buch auch auszeichnet, ist nicht nur der blanke Informationsfluß, sondern vor allem die Art und Weise, wie die einzelnen Anstiege vorgestellt werden. Der Autor macht deutlich, was das Besondere oder auch Legendäre an jedem einzelnen Bergpass ist!
Zwanzig Anstiege von den Vogesen durch die Alpen über die Pyrenäen ins Zentralmassiv porträtiert der Autor sehr faszinierend, mitreißend und teilweise sogar bewegend.
Man fühlt sich an die Seite von Jan Ullrich am Galibier versetzt wenn Peter Leissl über den Hungerast des deutschen Radstars am "Olymp der Tour" 1998 schreibt.
Oder man erinnert sich an die denkwürdige Etappe 2003 als Lance Armstrong auf dem Weg nach Luz-Ardiden stürzt, Ullrich auf ihn wartet und der Amerikaner zu einem letzten Schlag ausholt und die Etappe mit 40 Sekunden Vorsprung auf seinen deutschen Wiedersacher noch gewinnt.
Dies sind nur zwei der vielen spannenden Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart der Tour in diesem Buch. Deshalb und aufgrund der fundierten Beschreibungen der einzelnen Anstiege mit Höhenmetern, Karten, Einkehrtipps usw. 5 Sterne für dieses Meisterwerk.
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