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Schulbücher & Lernhilfen
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Dass die deutsche Literatur mit dem Jahr 1950 ende, ist natürlich eine polemische Überspitzung, aber wenn man unsere Nachkriegs-Nobelpreisträger Grass und Böll neben Thomas Mann, Robert Musil oder Franz Kafka stellt, dann wird wohl jeder verstehen, was Schlaffer gemeint hat. (- Deutschland hat 1933-1945 seine besten Köpfe entweder vertrieben. Das konnte nicht folgenlos bleiben.)
Die Beobachtungen, die er über die er über die Blütezeiten der deutschen Literatur macht (1770-1830 und 1900-1950) streben ebenfalls keine Vollständigkeit an, sondern versuchen zu verstehen, warum gerade in diesen Zeiten die deutsche Literatur sich so entwickelte, wie wir sie kennen. Er tut das mit dem Blick des Komparatisten und kann so äußerst plausible Thesen über das spezifisch Deutsche der deutschen Literatur aufstellen. Der Bildungsroman und das liedhafte romantische Gedicht sind nun einmal Spezialitäten der deutschen Literatur.
Eine letzte Bemerkung noch zu Schlaffers ebenfalls umstrittener Behauptung vom Einfluss der Religion auf die deutsche Literatur. Alle europäischen Literaturen sind von Autoren geprägt, die dezidiert als Christen Literatur verfasst haben: Dante in Italien, Racine in Frankreich, Milton in England. Die zahlreichen Pfarrersöhne der deutschen Literatur greifen jedoch die Sprache der enthusiastischen Gottesunmittelbarkeit auf, um sie der neuen Religion der Poesie zu widmen. Dass sie damit eine völlig neue Sprache in die Poesie brachten, wurde überall in Europa verstanden - und nachgeahmt: Die europäische Romantik orientierte sich am ihr vorangegangenen deutschen Vorbild.
Schlaffer hat ein elegantes, spannendes und unterhaltsames Essay geschrieben, das jeder Freund der deutschen Literatur mit Gewinn und Genuss lesen wird. Dass man sich an manchen Stellen ärgern kann und widersprechen möchte, das gehört sicher zu den Qualitäten dieses Buches: Schlaffer hat es geschafft, die Germanistik wieder ins Gespräch zu bringen.
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