Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Was wäre eine kreative Revolution, wenn niemand hingeht?, 25. Oktober 2009
Kreativität ist der Treiber für Erneuerung. Das kann man nicht oft genug wiederholen, insoern sehe ich in dem Buch einen guten Beitrag, die Bedeutung von Kreativität für Gesellschaft und Wandel bewusst zu machen.
Die Reproduktion sollte man jedoch nicht vergessen. Sie ist es, die die Neuerungen für die Massen erschwinglich macht. Die Aufteilung in das gute Kreative und die böse Massenfertigung wirkt grotesk. Und das gute Kreative dann zur Kreativen Revolution hoch zu stilisieren erinnert mich ein bisschen an das papierlose Büro, welches mit dem Start der eMedien ausgerufen wurde. Fakt ist, noch nie wurde soviel Papier in Büros bedruckt wie heute.
Kein Zweifel, die Bedeutung von implizitem Wissen, Ideen und Kreativität werden zunehmen aber klar ist auch: ohne (Massen)produktion ist jede Kreativität nutzlos. Insofern sehe ich es als Träumerei an, dass Ende der Massenproduktion auszurufen (S.44). Viele Ungereimtheiten begleiten die These der neuen 'Creative Economy':
- zum einen sind es vor allem die Banker, die sich die Maßanzüge aus dem 5.Stock der Maslow-Pyramide (S.105) kaufen können.
- Unter den 'Kreativen' gibt es zum anderen in der Regel wenige Superstars und eine Mehrheit, die nur einer Zweibeschäftigung über die Runden kommt. Die Wenigsten können sich -weder als Schöpfer noch als Konsument - in der maslowschen Pyramide ganz oben bewegen. Sorry Wolf Lotter, das ist Wunschdenken. Ebenso, dass -im Angesicht von explodierenden Managerbezügen, Finanzkrise und Madoff - Fairplay und Gerechtigkeit in unsere Gesellschaft einzieht(S.92).
Fazit: Nett. Wie Sonntag abend bei Anne Will - ein Sturm im Wasserglas. Und anschließend das Wort zu Sonntag (oder vorher?). Aber für eine Revolution zu dünn.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Zukunft gehört den Kreativen, 15. März 2009
Wolf Lotter hat eine neue Salve gegen unser industrialistisches Denken abgefeuert: Zusammen mit Gastautoren enttarnt er die hilflosen Versuche von Command&Control Industrieunternehmen, in der Wissens- und Kreativwirtschaft anzukommen.
Erster Satz:
"Revolutionen, so scheint es, sind stets Umbrüche mit klaren Konturen. Auf den ersten Blick, doch eigentlich war keine einzige so."
Daraus leitet sich das Anliegen dieses Werkes ab: Es will uns darauf hinweisen, dass die kreative Zerstörung und der Ersatz sich lange hinziehen werden. Das soll aber kein Grund sein, zu resignieren. Resignieren müssen die, die vom Industrialismus wirklich abhängig sind und sich derzeit schamlos die Taschen vollstopfen, so lange noch etwas da ist: Industriemanager.
Ich fand folgenden Test zur Unterscheidung von Kreativen und Nicht-so- kreativen interessant:
Zwei Gruppen sollen aus einem über Kopfhörer vorgelesenen Text die eingestreuten, nicht zum Kontext passenden Wörter rausfinden und zählen. Nicht angekündigt wurden wechselnde, fremde Störgeräusche. Die erste Gruppe stammt aus der Industrie, in der nach strengen Ansagen und Regeln gearbeitet wird. Die andere Gruppe besteht aus Künstlern und Designern.
Ergebnis:
Die erste Gruppe lässt sich von den Störgeräuschen nicht ablenken, ihr Filtersystem "hemmt" alles, was ablenken könnte und nicht zum Auftrag gehört ("Disziplin"). Die Kreativen dagegen liefern falsche Ergebnisse. Sie ließen sich von den Geräuschen -aus Neugier- leicht ablenken bzw. "stören".
Jetzt kann jeder mal überlegen, ob er sich eher zu den "Gehemmten" oder den "Gestörten" (Lotter) zählt.
Wir treffen auch andere "Concerned" People in diesem Werk: Mathias Horx' Begegnung mit dem verzeifelten Investmentbanker hat mich sehr angesprochen. Gesa Ziemer hingegen kommuniziert leider sehr unverständlich im Wissenschaftsjargon, der es interessierten Laien schwer macht, ihre Gedanken nachzuvollziehen.
Aufschlussreich hingegen der Aufsatz von Herrn Felixberger. Er empfiehlt: Je unschärfer die Aufgabenstellung, desto heterogener sollte das Team für die "kreative Lösung" sein, damit möglichst viele Aspekte der Situation erkannt werden können. Je konkreter die Aufgabe, desto weniger "diverse" sollte das Team sein. Denn nun braucht man vor allem Spezialisten, die ihr Handwerk verstehen.
So oder so, es hilft mir immer, von diesen unermüdlichen Agenten der Kreativwirtschaft zu lesen. Wir brauchen sie und ihr Wort. Damit wir nicht in Versuchung geraten, zurück in die alte Industriedenke zu fallen.
Der Vorwurf meiner Vorrezensentin, die Kreativen seien schuld an der New Economy Krise gewesen, und seien nun auch noch Schuld an der gegenwärtigen Industriekrise, zeigt wieviel Aufklärungsarbeit noch zu leisten ist. Genau hier setzen Wolf Lotter und Kollegen mit ihrem Werk an.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wir stehen vor erstaunlichen Veränderungen in den nächsten Jahrzehnten, 14. Februar 2009
Die für unvorstellbar gehaltenen Vorgänge in den letzten Monaten im Rahmen der weltweiten Finanzkrise zeigen, dass das gegenwärtige Wirtschaftsystem an Grenzen gelangt ist, die drohen, es zu zerstören. Doch da in jeder Krise auch eine Chance für das Neue, noch Unbekannte, verborgen ist, das werden und sich entwickeln will, ist vielleicht eine etwas unaufgeregtere Haltung angemessen.
Der Journalist Wolf Lotter, der durch seine Leitartikel im Wirtschaftsmagazin "brand eins" immer mehr Menschen in der letzten Zeit ein Begriff geworden ist und der als "eine der führenden Publizisten auf dem Gebiet der Beschreibung der Transformation von der alten Industriegesellschaft hin zur neuen Wissensgesellschaft" gilt, macht genau dies im vorliegenden Buch vor. Er postuliert und beschreibt die schon erkennbaren Ansätze einer kreativen Revolution", die mitten in der Wirtschaftskrise Raum schafft für Neues. In dieser Revolution, so Lotter, geht es nicht mehr um die höchsten Profite und die Macht. Es geht um die besten Ideen und um eine Wirtschaft von Menschen für Menschen und nicht eine auf Kosten von Menschen ( und der Umwelt, wie sich der Rezensent erlaubt hinzufügen).
Lotter glaubt, dass ein Paradigmenwechsel bevorsteht, in dem eine kreative Ökonomie die alte, an ihre Grenzen gekommene, ablösen wird. Er und seine Mitautoren, unter anderem der bekannte Trendforscher Matthias Horx glauben, dass es auch die immer gleichen, phantasielosen Produkte sind in der Welt der Waren, die eine ernste Konsumkrise ausgelöst haben. Nur wer unwiderstehliche Ideen hat, so sind die Autoren überzeigt, wird in der Zukunft erfolgreich sein.
Man muss das Buch lesen und nehmen als das, was es ist: eine Trendbeschreibung, die schon andere zuvor unter dem Stichwort "Wissensgesellschaft" postuliert haben. Doch seine empfehlenswerte Lektüre zeigt, dass wir vor erstaunlichen Veränderungen stehen in den nächsten Jahrzehnten.
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