Gäbe es ein Buch solchen Typus noch nicht, wäre dem Autor zu danken, daß er einen lobenswerten Anfang gemacht hat, denn seine Anordnung des Themas und sein Verfolgen auch neuester Entwicklungen sind lobenswert. Vergleicht man ihn aber mit solchen, die ähnliche Bücher geschrieben haben (wie etwa Singh, Bodanis, Rößler), so zieht er klar den Kürzeren. Sein Stil ist schwerfälliger und bemühter als der der Könner.
Was mir an Fischer mißfällt, ist sein Wunsch, vor dem Leser nicht nur als Wissenschaftshistoriker, sondern als gebildeter Mensch dazustehen, der sich auch in Literatur und Kunst auskennt. Seine Bildungsprotzerei führt dann zu solchem Unfug wie der Behauptung (S.7), "daß die Ästhetik die Mutter der Ethik" sei. Oder, im Zuge einer Mehrfacherwähnung des Hamlet nennt er als Shakespeares Lebensdaten 1546-1611. Ziemlich schludrig. Auch sein gerne gebrauchter Journalistenpräsens, als schreibe er für den Spiegel oder für Guido Knopp, gehört nicht in ein historisches Buch.
Insgesamt ein einigermaßen nettes, nicht zu lang geratenes Buch, das bei gleicher Anordnung ein anderer Autor wahrscheinlich besser geschrieben hätte.