Dara Horns "Die kommende Welt" ist ein sehr schön geschriebenes Buch, ein Buch, dessen schönste Passagen entfernt an I. B. Singer erinnern, ein Buch- das in der besten jüdischen literarischen Tradition schwelgt, eine Familiengeschichte, die sich um ein Bild von Chagall dreht und viele Generationen bis zurück in ein Waisenhaus in Malakhovka in Russland verfolgt.
Mein einziger Einwand (neben dem Gefühl, daß der Roman ca. 80-100 Seiten zu lang ist) ist, daß die "Beziehung" von Erica und Ben zu spät und zu knapp (im Vergleich zu anderen Kapiteln, die sich um Bens Eltern, oder den Nister drehen) entwickelt wird. Dadurch ergibt sich eine Unterbelichtung der Gegenwart, die den Zug dieses Romans leider etwas stört.
Trotzdem: ein sehr bewegendes Buch, mit kleinen Einwänden.