Dem niederländischen Krimipreisträger und Drehbuchautor Jac. Toes ist auch diesmal ein spannender und überaus lesenswerter Krimi vom Verschwinden eines Familienvaters gelungen, dessen unerklärliches Fehlen die nächsten Familienangehörigen vor große Rätsel stellt und sie existenziell ins Wanken bringt, wie es scheint.
Das Buch besticht durch seine Fülle an Details in der Schilderungen von Charakteren und Milieus, inder gesamten Ausgestaltung von Figuren. So gelingt es ihm, sie in besonderer Weise gerade durch ihr Fehlen, ihr Gesucht-Werden und die Zweifel, die sich ergeben, noch viel plastischer zu werden. Aber auch Toes' Eingehen auf Fragen und Überlegungen zu einem radikalen Tierschutz scheinen damit verbunden, einem Thema, das den Autor sehr bewegt zu haben scheint, werden in diesem Krimi schwerpunktmäßig und tiefgründig verhandelt. Und so stellt sich bald die Frage, ob des Vaters Verschwinden mit dem Abgleiten des Sohnes in den radikalen Tierschutz zu tun hat, nicht nur im Menschlichen, nicht nur im charakterlich-psychischen Tiefgang.
Toes ist hier ein mit Liebe, Täuschung und tiefgründig Obskurem und Dunklem durchgemischter Krimi gelungen. Besonders wem das Thema Tierschutz, wem die psychische und charakterliche Tiefe von Figuren am Herzen liegt, dürfte mit diesem Buch und Autor an der richtigen Adresse sein. Einfach lesenswert!
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.