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Produktinformation
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Als sich der Unfall dann ereignet in i>Die kleine Kartäuserin, trifft es den Eigenbrödler Vollard gleich doppelt heftig. Obwohl er schuldlos ist, besucht er das wochenlang im Koma liegende Mädchen, Eva mit Namen, regelmäßig im Krankenhaus. Er erzählt ihr Geschichten und bringt ihr Vorlesestoff aus seinem Buchladen vorbei. Als Eva erwacht, ist sie voll mit Geschichten, aber für immer stumm. Dann wird das Mädchen in ein anderes, unerreichbares Krankenhaus verlegt, und Vollard muss erkennen, dass das Kind längst zu seinem einzigen Lebensinhalt geworden ist
In Frankreich war Die kleine Kartäuserin des französischen Philosophen, Essayisten und Schriftstellers Pierre Péju der Sensationserfolg des Jahres 2002. Jetzt wird es endlich auch den Lesern hierzulande ermöglicht, sich in die wundervolle Geschichte rund um väterlicher Liebe, Hoffnung und Verzweiflung -- dazu noch in der ausgezeichneten Übersetzung von Elsbeth Ranke -- zu versenken. Dass Péju zahlreiche Biografien zu Schriftstellern der Romantik, darunter Ludwig Tieck, Adalbert von Chamisso und Bonaventura, geschrieben hat, merkt man dem Roman dabei auf jeder Seite an. Denn der Geschichte von Die kleine Kartäuserin wohnt trotz aller drastisch geschilderten Realistik ein Zauber inne, der auch wenig romantisch gestimmte Leser begeistern wird. --Isa Gerck
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
meisterhaft. poetisch. menschlich.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die kleine Kartäuserin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte des Buchhändlers Etienne Vollard. Obwohl räumlich sehr eng begrenzt, irgendo in irgendeiner kleinen Stadt in den französischen Alpen, öffnet der Roman Räume, die ausserhalb des real Fassbaren liegen. Ein gealterter, großer, fetter Buchhändler überfährt an einem grauen, unwirklichen Nachmittag ein kleines Mädchen. In diesem kurzen Moment des Zusammenpralls blickt er in ihre Augen. Dieser Blick wird sein Leben verändern - und ihn doch zu einem Leben (zurück)führen. Es entwickelt sich eine zarte Beziehung zwischen dem kranken Kind, ihrer Mutter, die sich wie ein Schatten durch die Welt bewegt, und dem Buchhändler. Bei aller Tragik und Melancholie, die zwischen den Seiten schweben, kann sich der Leser doch auch nicht dem Zauber der Zwischenmenschlichkeit und einem Schimmer der Hoffnung entziehen. Ein Roman, der sich auch sprachlich steigert, sich immer weiter verdichtet, und den Leser auch nach der letzten Seite noch ein Stück begleitet.Poetisch, zauberhaft, lesenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein traurig schönes Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die kleine Kartäuserin: Roman (Taschenbuch)
Ein traurig schönes Buch. Der Weg dreier schrecklich einsamer Menschen kreuzt sich. Der Buchhändler Etienne Vollard fährt die kleine Eva an. Er ist unschuldig, sie ist ihm ins Auto gerannt. Sie liegt wochenlang im Koma. Die alleinstehende Mutter ist nicht in der Lage, sich um sie zu kümmern. Vollard besucht sie und liest ihr vor. Sie kommt wieder zu sich, kommt in die Reha und kann nicht mehr sprechen. Auch in der Reha besucht er sie wöchentlich und kümmert sich rührend um sie. Seine Schuldgefühle wird er nicht los.Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Im zweiten Teil erzählt ein ehemaliger Mitschüler von Vollard etwas über ihn, wie er in der Schule war und so erfährt der Leser über Vollard und seine Vergangenheit. Es bleiben aber auch viele Fragen offen, z.B. warum ist die Mutter von Eva, wie sie ist. In Bücher war Vollard schon immer vernarrt. Sie sind seine Welt. Bücher werden aber auch zu einer Last für ihn, denn er kann den Inhalt nie vergessen und die Wörter und Sätze sind in seinem Kopf, auch ohne dass er es will. Der Schluss ist traurig, als Leser wünscht man sich ein Happy End. Dieser Wunsch geht leider nicht in Erfüllung. Trotzdem sehr lesenswert und auch gut zu lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kraftvoll,
Rezension bezieht sich auf: Die kleine Kartäuserin: Roman (Taschenbuch)
Es ist nicht so sehr die Ausgangssituation - Autounfall mit dramatischen Folgen, Hauptprotagonist schuldlos schuldig -, sondern die Erzählweise Péjus, die mich mitgerissen hat, und hier vor allem die Unzahl von Anspielungen - literarischer, mythologischer, psychologischer, philologischer und philosophischer Art. Auch wenn sich dem Leser nicht alle erschließen, so ist er dennoch in den Bann gezogen von der Kraft und Schönheit der Worte, von einer romantisch-unheilvollen Stimmung sowie einem (postmodernen?) Netz aus Metaphern und Querverbindungen, das sich durch die Erzählung zieht. Assoziative Ketten wie diese: "Körpermasse - Bergmassiv - Dichte - Nebel - Einsamkeit - Eingesperrtsein - Kerker - Kartause - Schweigegelübde - Meditation - Labyrinth" dröselt man im Nachklang noch länger auf.Es gibt kaum eine Entwicklung in diesem Roman, es ist ein Auf-der-Stelle-Treten, ein Stochern im Nebel, der niemals aufreißt. Drei Personen, drei verschiedene Einsamkeiten. Die Protagonisten versuchen zwar, ihr Heil zu finden, wissen aber nicht, wie und stolpern von einem falschen Ausweg aus ihrem persönlichen Labyrinth zum nächsten. Vollards Flucht ist die Literatur, deren Hohelied Péju hier singt. Gleichzeitig wird aber deutlich: Sie kann nicht Heil, nicht Lebensersatz sein. Vollard ist gefangen, in seiner Biographie, seiner Einsamkeit, in den Bergen, in seinem Körper, in der Nicht-Mitteilbarkeit seiner Gefühle. Der Roman hat mich neugierig gemacht, einmal selbst zur Großen Kartause bei Grenoble in die französischen Alpen zu fahren, die Péju so sehr inspiriert zu haben scheint. Es gibt auch einen sehr stimmungsvollen Dokumentarfilm aus dem Kloster zur Großen Kartause ("Die Große Stille"). Sprachlich dicht und voller Metaphern, und dennoch in einfachen Worten, daher bei Interesse und vorhandenen Grundkenntnissen (Schulfranzösisch) auch im Original ("La Petite Chartreuse") zu empfehlen. Den zweiten ins Deutsche übersetzten Roman von Pierre Peju, "Schlaf nun selig und süß", kann ich auch nur wärmstens empfehlen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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