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Die kleine Garbo [Audiobook] [Audio CD]

Bodo Kirchhoff
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Februar 2007
Hoederer, ein vom Pech verfolgter Altachtundsechziger, überfällt die Bank einer kleinen Stadt. Das Glück stellt sich dem lebenslangen Pechvogel auch diesmal nicht auf seine Seite: Sein Warnschuß tötet unglücklich eine Frau. Auf seiner Flucht entwendet er ein Auto: Was Hoederer nicht weiß, ist, daß er jetzt auch zum Entführer geworden ist, denn im Fond des Wagens versteckt sich ein Mädchen im Engelskostüm: Malu, mit ihren zwölfeinhalb Jahren bereits ein berühmter Fernsehstar; sie war mit ihrem Chauffeur zu einem nächtlichen Dreh an einem See im Wald nördlich von Berlin unterwegs. Dort wartet das Team, insbesondere die resolute Produzentin und ihr Handlangerregisseur ungeduldig auf das Eintreffen des Mädchens. Hoederer faßt schon wieder einen fatalen Entschluß: Anstatt die Kleine freizulassen, verlangt er Lösegeld für ihre Freilassung. Auf der Suche nach einem geeigneten Versteck gelangen sie in einen tief verschneiten Wald. Und es entspinnt sich ein Gespräch zwischen der kleinen Geisel, die bald die Situation in die Hand nimmt, und ihrem verzweifelten - letztlich jedoch gutherzigen Entführer. Doch reichen die zwölf Stunden bis zur Lösegeldübergabe mit der "kleinen Garbo", wie er sie nennt, aus, um sein versäumtes Leben nachzuholen?

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Produktinformation

  • Audio CD: 5 Seiten
  • Verlag: AUDIOBUCH; Auflage: 1 (1. Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899642252
  • ISBN-13: 978-3899642254
  • Größe und/oder Gewicht: 13,8 x 12,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 361.132 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hoederer ist vom Pech verfolgt. Obwohl er sich doch nur selbst hatte umbringen wollen, hat er gleich zwei Menschen in den Tod gerissen. Zum einen eine alte Frau, die während eines Banküberfalls von einer verirrten Kugel aus seiner Waffe getroffen wurde, zum anderen den Fahrer einer Filmcrew, der sich seinem Selbstmord in den Weg stellte, indem er plötzlich einfach da war. Nun sitzt Hoederer in dessen Wohnmobil, und als er die Pistole abermals in den Mund hält, ertönt "My little Runaway", ein Song seiner Jugend, verbunden mit Erinnerungen an eine frühe Liebe -- mit dem Unterschied, dass das Lied diesmal nicht von der Platte kommt, sondern aus dem Handy. Ein Engel hält das Handy in der Hand: ein Engel mit einem Hund. Der Hund heißt Lorca, der Engel Malu: ein 12-jähriger Fernsehstar auf dem Weg zu seiner nächsten Rolle, der sich im Fond des Wagens versteckt gehalten hatte. Mit ihr als Geisel macht sich Hoederer auf die Flucht: vor der Polizei, vor der Welt, vor sich selbst. Bis beide in einen tiefen Wald geraten, in dem sich alles entscheiden soll ....

Um eines gleich vorweg zu sagen: Die kleine Garbo ist nicht Der große Gatsby, an dessen epischer Größe sich der Roman -- obwohl sein Titel (unter anderem) darauf anspielt -- natürlich nicht messen lassen kann. Und das Buch hat auch keineswegs die herausragende Qualität von Kirchhoffs exotistischem Überraschungserfolg Infanta , mit dem sich der Autor aus Frankfurt am Main für immer in die Annalen der neueren deutschen Literatur eingeschrieben hat. Aber das muss auch gar nicht sein. Die kleine Garbo ist ein literarisches, leicht philosophisch angehauchtes Roadmovie über zwei völlig unterschiedliche Menschen: der eine am Beginn, der andere am Ende seines Lebens, der eine auf der glücklichen Seite, der andere vom Pech verfolgt -- erzählt in einem lakonischen Stil, den man so in der deutschen Literatur seit langem nicht mehr vernommen hat. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Es ist eine Lust durch die Seiten zu eilen." (Hamburger Abendblatt)

"Weil sich das Girlie und der täppische Täter, das Glückskind und der Pechvogel, auf merkwürdige Weise während der gemeinsamen Flucht näher kommen, nimmt der Verlauf des durchgeknallten Exkurses vom falschen ins richtige Leben ein überraschendes Ende. (...)

" (Die Welt)

"Kirchhoff schafft es auf wunderbare Weise Märchen und Thriller miteinander zu verbinden." (hr1-Kostbar)

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Kundenrezensionen

3.1 von 5 Sternen
3.1 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte als Mediensatire 22. Oktober 2006
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn wir den Namen Bodo Kirchhoff hören, dann erinnern wir uns an seine Romane „Mexikanische Novelle, „Schundroman“, „Parlando“, „Wo das Meer beginnt““ und sein so überaus erfolgreiches Buch „Infanta“. Von dem allen ist in seinem neuesten Werk nicht viel wieder zu erkennen.

Zum Plot: Der Held Hoederer ist vom Pech verfolgt. Eigentlich wollte er sich selber umbringen. Jetzt werden zwei Menschen seine Opfer. Eine alte Frau wird während eines Banküberfalls von der verirrten Kugel aus seiner Pistole getroffen. Der Chauffeur einer Filmcrew, der seinen Selbstmord verhindern will, wird bei einem Gerangel von der Kugel eines sich lösenden Schusses in die Brust getroffen. Hoederer holt den blutüberströmten Chauffeur in den Wagen. Er sitzt in dem Wagen der Filmcrew, will gerade wieder die Pistole zum Selbstmord ansetzen, da erklingt ein Song aus seiner Jugend „My little Runaway“. Es erinnert ihn an einen Liebe in seiner Jugend. Das Lied kommt diesmal von einem Handy. Der 12- jährige Fernsehstar Malu hält es in der einen Hand in der anderen hat sie die Leine ihres Hundes Lorca. Sie hatte sich im Fond des Wagens versteckt, hatte die grauenvollen Vorgänge miterlebt. Hoederer nimmt sie als Geisel, macht sich mit ihr auf die Flucht, vor der Polizei, vor sich selbst. Er erreicht schließlich einen Winterwald in Brandenburg.

Es geht eigentlich am Anfang über Stock und Stein, es kommt ganz knüppeldick. Es muss erst etwas ganz Schreckliches geschehen, damit man die anderen Dinge, die nun folgen, glauben kann.

Es geht in eine Entwicklungsgeschichte über in der Bodo Kirchhoff eine Balance zwischen Märchen und Realität herauszuarbeiten versucht. Von dem Grauen an Anfang ausgehend kann man erst versehen, was sich zwischen der Geisel und dem Geiselnehmer später sachte entwickelt. Es ist das Aufeinandertreffen und die Auseinandersetzung eines vermeintlichen Versagers und eines Glücksmädchens. Die beiden verbringen die Nacht in eisiger Kälte. Lösegeld spielt irgendwie auch eine Rolle, aber eigentlich geht es nur um die Beiden.

Das Wesentliche dieses dreihundert Seiten umfassenden Romans betrifft das Gespräch und die Intimität zwischen den beiden jungen Menschen sowohl im anfänglichen Schweigen wie auch im späteren Sprechen. Der Autor entfaltete und beschreibt auch einen gewissen Eros zwischen den Beiden.

Resümierend bleibt fest zustellen, dieser Roman fällt eigentlich aus dem Rahmen der Bücher heraus, die der Autor bisher geschrieben hat. Es gibt dafür zwei Erklärungen, zum einen ist es die Vorherrschaft der Handlung, die eigentlich nur mit einem Schundroman vergleichbar wäre, wo es auch so eine Art Dominanzhandlung gibt, zum anderen ist es die Form der Psychologie die hier eine dominierende Rolle spielt, wenn man die beiden auf engstem Raum aneinander gefesselten jungen Menschen denkt. Insofern ist es nicht nur ein Schundroman, sondern ein „Kammerspiel“, in kleinem Raum in Ton und Stimmung auf Wirkung bedachtes Schauspiel. Die Erotik bleibt draußen, wird auf die Tierwelt verlagert, auf die durch die Wälder streunenden Wölfe.

Es ist ein bisschen wie Convinience Food. Man kann das Buch auch nicht zwei Mal lesen. Man kann es nach dem ersten Mal schon sehr schnell vergessen. Wertvorstellungen und Moral sind spießig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr interessantes Thema - spannend verpackt! 14. September 2006
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Kleiner Superstar trifft älteren Superloser: Bodo Kirchhof behandelt dieses Thema sehr spannend und beschreibt die Nahtstellen eines Generationentreffens zu Herzen nahegehend. Dabei wird für mich die Handlung eher Nebensache, sie ist nur der Kitt, um diese Geschichte zu ermöglichen. Man ist gespannt auf das Ende und doch auch gespannt auf jede neue Seite. Ich mag Zustandsbeschreibungen unserer Gesellschaft in ihren feinsten Verzweigungen und Verästelungen. Das Treffen eines tiefsinnigen Grüblers mit einer oberflächlichen, verzogenen Göre schafft die unglaubliche Rahmenhandlung und besticht durch zutiefst menschliche, emotionale Dialoge. Es sind Gedanken über Erziehung, Schule, Gott und die Welt. Gedanken, die wohl in ihrer ganzen Gewalt nur in einer solchen Handlung möglich sind. Dieses gewaltige Erleben scheint uns allen heute verloren gegangen zu sein.

Etwas gewöhnungsbürftig ist der Schreibstil (oft zu lange, verschachtelte Sätze), aber wirklich gestört hat es mich nicht. Umso aufmerksamer liest man die darin versteckten Gedanken auf, die sich als Perlenkette dieses Romanes herausschälen. Die Persiflage des Medienbetriebes wirkt übertrieben, aber was soll man von Leuten halten, die für Quote alles machen und über Ihr Geschäft so denken: Fernsehen muss Menschen von einem Werbeblock zum anderen schleppen.

Das Buch durchbricht den geleckten Schein unserer Medienwelt, reibt sich an einem exponierten Star dieses Betriebes (deren Vater zudem noch Style Berater im TV ist), einer modernen Seuche der Oberfläche also. Es ist ein Plädoyer für echte Gefühle, für Sich-Selber-Wieder-Spüren, für das Aneinander-Reiben, schlicht und ergreifend nimmt es Partei für das Gespräch. Anderen zuhören, sich wieder etwas erzählen führt zu überraschenden Lösungen & Einsichten, über alle Alters- und Milieugrenzen hinweg.

Das Schönste an diesem Buch: es kann nie verfilmt werden, der Inhalt sperrt sich bestens gegen die seichte Oberfläche. Ich liebe das Ende.
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5.0 von 5 Sternen Ein Kammerspiel im Luxuswagen 1. April 2013
Von Thusnelda
Format:Taschenbuch
Ich hatte "Die kleine Garbo" zu Weihnachten geschenkt bekommen und länger mit dem Lesen gezögert, da auf dem Bucheinband ein "Schundroman" angekündigt war. Doch diese Bezeichnung wird dem Werk nicht gerecht. Viel mehr handelt es sich um eine sehr aktuelle und doch irgendwie mystische Geschichte. Auf der einen Seite ist es eine großartige Satire über die mediale Vermarktung eines Verbrechens, wie wir es zurzeit tatsächlich etwa beim Fall Kampusch erleben. Auf der anderen Seite haben wir ein eindringlich inszeniertes Kammerspiel im Inneren einer Nobelkarosse, wo sich der Entführer Hoederer und seine Geisel Malu auf engstem Raum begegnen, gegenseitig in das Leben des anderen eintauchen und eine besondere Beziehung zueinander aufbauen. Die langsame Entwicklung einer echten (nicht nur von der Schauspielerin Malu gespielten) emotionalen Bindung an den Entführer (das sog. Stockholm-Syndrom) vollzieht sich so augenscheinlich, dass es gar keines großen Blicks in ihre Gedankenwelt bedarf. Und über allem schwebt eine subtile erotische Spannung. Doch gerade durch die Gegenüberstellung des triebhaften Verhaltens des Schoßhündchens der Kleinen erscheint die Beziehung zwischen dem Todgeweihten Hoederer und dem Engel Malu umso reiner.
"Die kleine Garbo" ist ein Buch, das vom Anfang bis zum Ende seine Spannung hält und eine gewisse dramaturgische Struktur aufweist, die tatsächlich an eine Verfilmung des Stoffs denken lässt - welche Ironie!
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