Sicherlich ist es Janwillem van de Wetering gelungen, nette Fabeln zu schreiben; doch das konnten bereits Äsop und Jean de la Fontaine (und das besser...). Hübsch (wenn auch nach dem "Hund in der Küche" weder neu noch orginell, aber vor allen Dingen nicht mit der buddhistischen Suche nach dem Nirvana in Einklang zu bringen ) ist der infinite Regress, in den die Krankenbettgeschichten für die Tierkinder führen. Wer aber hofft, mit der kleinen Eule mehr Weisheit für den Weg ins Leben zu finden, der wird sicherlich enttäuscht. Die Zuordnung der Tiere zu den von ihnen vertretenen Äußerungen zum Lebenssinn erfolgt oftmals zufällig. Schlimmer ist jedoch, dass dieses Buch suggeriert, dem Leser den Buddhismus näher zu bringen, was es aber nicht leistet, da die Schlagwörter, die den "heiligen, achtfachen Pfad" beschreiben sollen, lediglich von den Tierkindern aufgezählt werden, aber keine inhaltliche Ausgestaltung erfahren. Es ist also kein Buch für Erwachsene; aber ebenso wenig ist es ein Buch für Kinder, die die besseren Philosophen sein mögen, aber dann die vorgefertigten, letztendlich aber inhaltsleeren Antworten auf die Frage, was "im Leben das wichtigste" sei, für sich nicht nutzen können.