Die kürzeste Geschichte allen Lebens erzählen der Münchener Astrophysik-Professor und TV-Moderator Harald Lesch und der Kölner Wissenschaftsjournalist Harald Zaun in einer Tour de Force durch 13,7 Milliarden Jahre Naturgeschichte. Die beginnt mit dem Urknall, der unser Universum erschuf, und endet mit Albert Einstein, genauer: seinem bekannten Zitat "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." Gleichwohl wissen wir schon eine ganze Menge, und die beiden Autoren haben die nicht einfache, transdisziplinäre Aufgabe meisterhaft gelöst, eine Verbindung von der Kosmologie und Astrophysik zur Chemie, Geologie, Paläontologie, Biologie und Hirnforschung zu ziehen und eine Zeitreise vom Anfang der Welt bis zum Menschen zu schildern. Dabei müssen viele Aspekte ausgeblendet werden und Vereinfachungen sind teilweise auch nötig. Aber dessen sind sich die Autoren bewusst, und sie halten sich überwiegend an die gut etablierten naturwissenschaftlichen Kenntnisse, lassen jedoch auch Spekulationen und offene Fragen nicht unerwähnt und streifen philosophische Themen. Viele schöne Zitate schmücken den locker und unterhaltsam geschriebenen Text. Selten ist die gesamte Entwicklung der Materie so prägnant komprimiert worden. Und ein kleines Daumenkino gibt es auch noch: Es zeigt die Entwicklung vom plumpen Dinosaurier zum elegant dahinfliegenden Vogel und symbolisiert so auch die Kritik an Kreationismus- und "Intelligent Design"-Ideologien, denen die Autoren "eine klare Absage erteilen".