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Die jungen Jahre
 
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Die jungen Jahre [Broschiert]

J. M. Coetzee , Reinhild Böhnke
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (Juli 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596155843
  • ISBN-13: 978-3596155842
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 283.781 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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John M. Coetzee
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der namenlose Held in J. M. Coetzees Roman Die jungen Jahre ist unzufrieden: ein Student der Mathematik, der im Südafrika der Apartheit sein gesamtes, durch Gelegenheitsjobs erspartes Geld für eine Fahrkarte nach Großbritannien zusammenspart. In der Mathematik -- und in England -- will er zunächst jenes "Reich der Reinheit" finden, das ihm, als desillusioniertem IBM-Programmierer in London, später einzig die Dichtung verheißt.

Die jungen Jahre ist ein Porträt des Dichters als junger Mann: Derart deutlich hat Coetzee seiner Prosa autobiografische Züge verliehen, dass man gar nicht umhin kann, dies zu bemerken. Darüber hinaus aber handelt dieses glänzend geschriebene Buch vom hartnäckigen Versuch seines Protagonisten, sich in der Fremde trotz aller Widrigkeiten selbst zu finden, das nicht nur durch Liebesleid geprägte Unglück in fruchtbares Schreiben, in ein Bild des Glücks zu verwandeln. Am Ende ist es so wie mit jener Erzählung, die der Held des Romans einmal selbst verfasst: "Alles Wichtige spielt sich ab im Kopf des Erzählers, eines namenlosen Mannes, der ihm allzu sehr gleicht, der ein namenloses Mädchen mit an einen einsamen Strand nimmt und ihr beim Schwimmen zuschaut. Prosa ist wie eine glatte, ruhige Wasserfläche, auf der man in Ruhe kreuzen und Linien ziehen kann". Dieses "Kreuzen" durch den ruhigen Fluss eines Londoner Jugendlebens an der Schwelle zum schriftstellerischen Ruhm ist Coetzee hier wunderbar gelungen.

Coetzees Die jungen Jahre wird mit einem Motto Goethes aus dem Westöstlichen Divan eröffnet: "Wer den Dichter will verstehen/Muss in Dichters Lande gehen". Genau dorthin entführt uns der Roman: nicht nach Südafrika freilich, wo viele andere Bücher des Autors spielen, sondern letztlich ins weite Reich der Dichtung, in die eigene Schreibwerkstatt selbst. Allein schon aufgrund der intimen Reflexionen über Bücher und Romane, über persönliches Unglück und die Befriedigung des Dichtens lohnt die Lektüre von Die jungen Jahre allemal. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

"Mit achtzehn hätte er ein Dichter sein können. Jetzt ist er kein Dichter, kein Schriftsteller, kein Künstler. Er ist Programmierer in einer Welt, in der es keine dreißigjährigen Programmierer gibt. Mit dreißig ist man zu alt zum Programmieren: man wird dann etwas anderes - irgendein Geschäftsmann - ,oder man erschießt sich." "Geschrieben ist dieses wunderbare Porträt eines jungen Mannes als Künstler, das an die Künstlerporträts von James Joyce oder Michel Butor erinnert, in dem frischen, unerschrockenen Ton eines 20-Jährigen: Die Suche nach Antworten auf elementare Fragen, die Sehnsucht nach einer klaren Weltsicht, die ersten Rückschläge." ('Focus')

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen John oder J. M. ?, 2. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Die jungen Jahre (Broschiert)
John kommt voller Enthusiasmus aus Südafrika nach London; er fühlt sich zum Dichter berufen und erhofft sich hier den Durchbruch. Doch bald zeigt sich, dass er nichts von Belang zu Papier bringt. Als Brotberuf arbeitet er - wenig lyrisch - als Programmierer, gleitet aber bald in depressives Nichtstun ab. Statt einer Liebe, die ihm die erhoffte Inspiration brächte, hat er oberflächliche Affären und lässt die Frauen sein Desinteresse spüren. Am Ende versagt er auch als Programmierer.
Ein gänzlich pessimistisches Ende also? Nicht ganz, wenn man die autobiographische Komponente so hoch veranschlagt wie der Klappentext, der die Figur John mit dem Autor J. M. ohne Einschränkung identifiziert. Dann nämlich kann man den Roman mit dem tröstlichen Gedanken verlassen, dass aus dem Loser mit 26 der Nobelpreisträger mit 60 geworden ist.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Von einer tauben Nuss, die ein Meister sein will, 21. Januar 2004
Von 
ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die jungen Jahre (Gebundene Ausgabe)
J.M. Coetzes „Die jungen Jahre" beschreibt die Studienjahre eines jungen Mannes in London, seine Flucht vor den südafrikanischen Zuständen und seiner Familie und seine Sehnsucht danach, in England zum Künstler zu reifen. Zu seiner Überraschung muss er jedoch feststellen, dass sich die englische Welt für ihn nicht wie eine festlich gedeckte Tafel öffnet, als er von Kapstadt nach London kommt sondern ihn züchtigt, ernüchtert, erzieht, bis er „so hart wie ein Londoner" wird. Jeden Tag ist er bereit für die Liebe, für „eine ungeheure Begegnung, bei sich Menschen und Welten verbrennen und verwandeln", doch er trifft nur graue Mäuse, die ihn langweilen und abstoßen und bei denen er den Verdacht hegt, dass gerade sie es sind, die zu ihm passen. Die Liebe öffnet sich ihm nur als ein Defizitphänomen, als ein Folge der Einsamkeit, die auch die härteste Auster öffnet, nicht als ein freiwilliges Geschenk eines anderen. Er kommt zur Liebe wie ein Abstauber in den Turbulenzen anderer Leben, wie ein Dieb, ein Schnäppchenjäger des Schicksals, der sich mit dem zufrieden geben muss, was ihm der Zufall vor die Füße fallen lässt. Er bewundert die Lyrik und die Malerei, quält sich redlich durch alle Schmöker von Ford Maddox Ford, um doch am Ende dem Verdacht anheimzufallen, dass er nichts weiter sei als eine taube Nuss, was nicht ohne hintergründigen Humor erzählt wird. Gerade die Meisterschaft, mit der hier ein Meister eine Person beschreibt, die gerne ein Meister wäre ohne ein Meister zu sein, macht den Reiz dieses kleinen Werkes aus.
Ein Buch, dass Lust macht auf mehr vom südafrikanischen Nobelpreisträger.
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4.0 von 5 Sternen Bekenntnisse des John M. Coetzee, 2. Mai 2010
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die jungen Jahre (Broschiert)
Dass er Nobelpreisträger werden würde, wusste Coetzee beim Abfassen noch nicht. Doch ein Schriftsteller eigenen Rechts war er unzweifelhaft.

In diesem Buch blickt er auf sein Leben zurück. Das hat Tradition. Schon die Bekenntnisse des Augustinus zeigen diesen frommen Kirchenvater als ursprünglich argen Wüstling - das lässt einen umso klarer erstrahlen. So ähnlich lassen sich auch die "jungen Jahre" Coetzees lesen. Ob also alles genauso war, bleibt offen.

Verpfuscht sein Leben aus eigener Sicht: mit einem Mathematikstudium in der Tasche setzt "John" sich von der südafrikanischen, afrikaanssprachigen Heimat nach London ab, wo er bei IBM etc. als Programmierer versauert. Gleichzeitig versucht er sich in (grottiger) Lyrik und Prosa. Handlung gibt es im Buch kaum außer ein paar extrem gefühlskalt beschriebenen Amouren.

Gestaltet ist das gebundene Exemplar halbwegs gut, die abnorm große Schrift auf der Umschlagrückseite lässt befürchten, dass allein die Zielgruppe der Lesebrillenvergesser erreicht werden sollte.

Ich schätze die bisher gelesenen Romane Coetzees sehr. An diesem Buch jedoch zündet nicht ganz so viel wie sonst. Vielleicht weil ich Selbstbespiegelung und Nabelschau auch von Künstlern nicht als so richtig ergiebig ansehe? Für Coetzee ist der Schreibstil - anders als etwa beim ebenfalls autobiografischen Summertime - vergleichsweise konventionell.

Wegen der ansonsten guten Beschreibungskunst und Sprache dennoch vier Sterne. Für Coetzee-Novizen hierbei den Tipp, andere seiner Bücher zunächst zu lesen.
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