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Die jungen Jahre
 
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Die jungen Jahre [Gebundene Ausgabe]

J. M. Coetzee , Jean M. Coetzee
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 3 (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100108191
  • ISBN-13: 978-3100108197
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 88.304 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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John M. Coetzee
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der namenlose Held in J. M. Coetzees Roman Die jungen Jahre ist unzufrieden: ein Student der Mathematik, der im Südafrika der Apartheit sein gesamtes, durch Gelegenheitsjobs erspartes Geld für eine Fahrkarte nach Großbritannien zusammenspart. In der Mathematik -- und in England -- will er zunächst jenes "Reich der Reinheit" finden, das ihm, als desillusioniertem IBM-Programmierer in London, später einzig die Dichtung verheißt.

Die jungen Jahre ist ein Porträt des Dichters als junger Mann: Derart deutlich hat Coetzee seiner Prosa autobiografische Züge verliehen, dass man gar nicht umhin kann, dies zu bemerken. Darüber hinaus aber handelt dieses glänzend geschriebene Buch vom hartnäckigen Versuch seines Protagonisten, sich in der Fremde trotz aller Widrigkeiten selbst zu finden, das nicht nur durch Liebesleid geprägte Unglück in fruchtbares Schreiben, in ein Bild des Glücks zu verwandeln. Am Ende ist es so wie mit jener Erzählung, die der Held des Romans einmal selbst verfasst: "Alles Wichtige spielt sich ab im Kopf des Erzählers, eines namenlosen Mannes, der ihm allzu sehr gleicht, der ein namenloses Mädchen mit an einen einsamen Strand nimmt und ihr beim Schwimmen zuschaut. Prosa ist wie eine glatte, ruhige Wasserfläche, auf der man in Ruhe kreuzen und Linien ziehen kann". Dieses "Kreuzen" durch den ruhigen Fluss eines Londoner Jugendlebens an der Schwelle zum schriftstellerischen Ruhm ist Coetzee hier wunderbar gelungen.

Coetzees Die jungen Jahre wird mit einem Motto Goethes aus dem Westöstlichen Divan eröffnet: "Wer den Dichter will verstehen/Muss in Dichters Lande gehen". Genau dorthin entführt uns der Roman: nicht nach Südafrika freilich, wo viele andere Bücher des Autors spielen, sondern letztlich ins weite Reich der Dichtung, in die eigene Schreibwerkstatt selbst. Allein schon aufgrund der intimen Reflexionen über Bücher und Romane, über persönliches Unglück und die Befriedigung des Dichtens lohnt die Lektüre von Die jungen Jahre allemal. --Thomas Köster

Kurzbeschreibung

In "Die jungen Jahre" setzt der große südafrikanische Romancier J.M. Coetzee seine mit "Der Junge" begonne Autobiographie fort. "Im richtigen Leben, so scheint es, kann er nur eins richtig: unglücklich sein", lautet das Fazit den jungen Studenten. Anfang der 60er Jahre kann er der Enge und politischen Situation Südafrikas in seine Traumstadt entrinnen: London. Doch obwohl er als Mathematiker rasch eine Stelle als Programmierer bei IBM findet, gelingt es ihm nicht, heimisch zu werden. Er fühlt sich als Außenseiter und Büromensch, während er sich insgeheim danach sehnt, daß der Dichter in ihm zum Ausbruch kommt oder wenigstens eine schöne Frau ihm ihre Liebe schenkt und ihn so zu unvergänglichen Versen inspiriert.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
J.M. Coetzes „Die jungen Jahre" beschreibt die Studienjahre eines jungen Mannes in London, seine Flucht vor den südafrikanischen Zuständen und seiner Familie und seine Sehnsucht danach, in England zum Künstler zu reifen. Zu seiner Überraschung muss er jedoch feststellen, dass sich die englische Welt für ihn nicht wie eine festlich gedeckte Tafel öffnet, als er von Kapstadt nach London kommt sondern ihn züchtigt, ernüchtert, erzieht, bis er „so hart wie ein Londoner" wird. Jeden Tag ist er bereit für die Liebe, für „eine ungeheure Begegnung, bei sich Menschen und Welten verbrennen und verwandeln", doch er trifft nur graue Mäuse, die ihn langweilen und abstoßen und bei denen er den Verdacht hegt, dass gerade sie es sind, die zu ihm passen. Die Liebe öffnet sich ihm nur als ein Defizitphänomen, als ein Folge der Einsamkeit, die auch die härteste Auster öffnet, nicht als ein freiwilliges Geschenk eines anderen. Er kommt zur Liebe wie ein Abstauber in den Turbulenzen anderer Leben, wie ein Dieb, ein Schnäppchenjäger des Schicksals, der sich mit dem zufrieden geben muss, was ihm der Zufall vor die Füße fallen lässt. Er bewundert die Lyrik und die Malerei, quält sich redlich durch alle Schmöker von Ford Maddox Ford, um doch am Ende dem Verdacht anheimzufallen, dass er nichts weiter sei als eine taube Nuss, was nicht ohne hintergründigen Humor erzählt wird. Gerade die Meisterschaft, mit der hier ein Meister eine Person beschreibt, die gerne ein Meister wäre ohne ein Meister zu sein, macht den Reiz dieses kleinen Werkes aus.
Ein Buch, dass Lust macht auf mehr vom südafrikanischen Nobelpreisträger.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Der - in wie hohem Maß, weiß ich nicht genau - autobiographische Roman von J.M.Coetzee schildert meiner Meinung nach sehr authentisch die Lebenssituation eines jungen Mannes, der mehr will - mehr als ein durchschnittlicher Student sein, mehr als ein aus seiner Sicht durchschnittliches Leben führen. Er will etwas Großes schaffen, notfalls auch zu dem Preis, unglücklich zu sein. Seine Vorstellungen von dem unglücklichen, dafür aber genialen Dichter, der er gerne wäre, muten teilweise recht naiv an und überhaupt ist er in seinem Verhalten und Denken häufig recht unreif. Er scheint häufig auf etwas zu warten - ein Ereignis oder eine Frau, die ihn aus seiner momentanen Situation herausholt, ihn einen neuen besseren Menschen und einen größeren Dichter werden lässt.

Vor allem aber sucht er nach sich selbst, versucht eine klare Richtung für sich zu finden - und steckt dabei einige Rückschläge ein. Er grübelt unheimlich viel, vor allem über Autoren, die er gut oder schlecht findet. Überraschend war für mich, dass ich diese Grübeleien sehr gerne gelesen habe, obwohl ich etliche von den Autoren nur vom Namen her kenne. Vielleicht deswegen, weil ich die Art und Weise, wie er über sie nachdenkt, kenne - mit Hinblick darauf, was er an diesen Autoren schätzt, welche er als Vorbild für sich selbst sieht.

In Johns Sehnsucht nach etwas Großem, seiner häufigen Unzufriedenheit und Einsamkeit und auch in dem Wunsch danach, unabhängig sein zu können konnte ich mich recht häufig wieder finden. Daher hat mir das Buch trotz eines relativ handlungsarmen Plots gut gefallen.

Nach "Schande" und "Warten auf die Barbaren" war das mein dritter Roman von Coetzee. Er war auf jeden Fall anders. Es gab weniger schockierende Ereignisse (wie zum Beispiel das Schlüsselereignis in "Schande" oder diverse grausame Szenen in "Warten auf die Barbaren"). Dafür mehr Nachdenken des Progatagonisten über sein Leben, sein Schreiben etc. Der Stil war weniger distanziert und weniger wertfrei. Gerade diesen distanzierten Stil schätze ich aber sehr, weswegen mir "Die jungen Jahre" nicht ganz so gut gefallen hat wie die beiden anderen Bücher.
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Von Serenus Zeitblom TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Dass er Nobelpreisträger werden würde, wusste Coetzee beim Abfassen noch nicht. Doch ein Schriftsteller eigenen Rechts war er unzweifelhaft.

In diesem Buch blickt er auf sein Leben zurück. Das hat Tradition. Schon die Bekenntnisse des Augustinus zeigen diesen frommen Kirchenvater als ursprünglich argen Wüstling - das lässt einen umso klarer erstrahlen. So ähnlich lassen sich auch die "jungen Jahre" Coetzees lesen. Ob also alles genauso war, bleibt offen.

Verpfuscht sein Leben aus eigener Sicht: mit einem Mathematikstudium in der Tasche setzt "John" sich von der südafrikanischen, afrikaanssprachigen Heimat nach London ab, wo er bei IBM etc. als Programmierer versauert. Gleichzeitig versucht er sich in (grottiger) Lyrik und Prosa. Handlung gibt es im Buch kaum außer ein paar extrem gefühlskalt beschriebenen Amouren.

Gestaltet ist das gebundene Exemplar halbwegs gut, die abnorm große Schrift auf der Umschlagrückseite lässt befürchten, dass allein die Zielgruppe der Lesebrillenvergesser erreicht werden sollte.

Ich schätze die bisher gelesenen Romane Coetzees sehr. An diesem Buch jedoch zündet nicht ganz so viel wie sonst. Vielleicht weil ich Selbstbespiegelung und Nabelschau auch von Künstlern nicht als so richtig ergiebig ansehe? Für Coetzee ist der Schreibstil - anders als etwa beim ebenfalls autobiografischen Summertime - vergleichsweise konventionell.

Wegen der ansonsten guten Beschreibungskunst und Sprache dennoch vier Sterne. Für Coetzee-Novizen hierbei den Tipp, andere seiner Bücher zunächst zu lesen.
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Psychopath mit autistischen Zügen
Was wir hier in den "Jungen Jahren" zu lesen bekommen, verlockt kaum Weiteres vom Autor zu lesen. Wir werden bekannt mit einem jungen Mann, der aus Südafrika kommt und in... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Januar 2008 von Bettina
Sehr zu empfehlen
Wer noch nie etwas von Coetze gelesen hat, sollte sich dieses Buch kaufen! Seine natürliche und ehrliche Erzählweise lässt einen dieses Buch nur so verschlingen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Oktober 2005 von "xchrissyx"
Nicht schlecht
Das Buch ist wirklich nicht schlecht und hat einige pikante wirklich nette Stellen (z.B. das Auswahlverfahren für den Job des Autors bei einem bekannten Computerunternehmen). Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Januar 2005 von Ulrich John
John oder J. M. ?
John kommt voller Enthusiasmus aus Südafrika nach London; er fühlt sich zum Dichter berufen und erhofft sich hier den Durchbruch. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Januar 2005 von XX
John oder J. M. ?
John kommt voller Enthusiasmus aus Südafrika nach London; er fühlt sich zum Dichter berufen und erhofft sich hier den Durchbruch. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Dezember 2004 von XX
Ein sehr gutes Buch
Stilistisch wunderbar schlank und inhaltlich sehr kompakt beschreibt der Dichter autobiographisch seine Zeit nach dem Studium in London. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Dezember 2003 von M. G. Herold
knapper stil, genaue selbstbeobachtung
das buch "die jungen jahre" beschreibt in sehr konzisen saetzen den inneren monolog eines 19-25 jährigen südafrikaners (weiss, untere mittelschicht,... Lesen Sie weiter...
Am 8. Dezember 2002 veröffentlicht
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