"Die jiddische Mamme" ist ein Roman des deutsch-israelischeren Schriftstellers und Publizisten Rafael Seligmann.
Kritisch beäugt er in "Die jiddische Mamme" das jüdische Leben in Deutschland, wie auch in Israel, lässt uns an der Lebensart und Philosophie der Juden teilhaben.
Inhaltlich erzählt er die Geschichte des Deutschjuden Samuel und dessen Leben, welches bestimmt wird von seiner jiddischen Mamme, einer Frau, die sein Leben bis ins Kleinste bestimmt. Samuel und seine Mamme pflegen ein symbiotisches Verhältnis zueinander.
Samuel selbst ist fast 30 und hat noch kein festes Verhältnis zu anderen Frauen aufbauen können. Er fürchtet sich vor der Enge der Ehe, flüchtet sich in zahllosen Affären, zieht wie eine Biene von Blüte zu Blüte. Eines Tages jedoch rennt doch in die Ehefalle.
Seligmann möchte allgemein in seinen Werken schonungslos, kritisch und provokant über das schwierige deutsch-jüdische Miteinander berichten.
In "der jiddischen Mamme" ist ihm dies auch teils recht gut gelungen, wäre da nicht dieser elende Charakter des Samuel. Ein Weichei vom Übelsten, abhängig von Mamme, mit Frauenphobie, aber unglücklicherweise auch mit ewiger Geilheit nach eben dieses geplagt. Eigentlich handelt ein Großteil des Buches von seiner "Geilheit".
Mit Verlaub war das einfach nur langweilig und öde. Natürlich wollen alle Frauen nur ihn und verlieren dabei jegliche Selbstachtung und Stolz. Die inzestuöse Beziehung zu seiner Tante war meines Erachtens nur widerlich.Der Humor Seligmanns, wenn man das denn so nennen kann, ist dürftig, seine Anekdoten abgenutzt.
Positiv bemerken kann man an dieser Stelle wirklich nur, die kritischen Beobachtungen zu Israel und dessen Politik und diesbezüglich Erklärungen zu der Motivation der Israelis. Er hätte sich darauf konzentrieren sollen.
Insgesamt eine für mich nicht gerade zu empfehlende Lektüre.