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Die italienische Begeisterung: Roman [Gebundene Ausgabe]

Gerd-Peter Eigner
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

21. August 2008
Ein großer Roman über das späte Wiedersehen zweier Männer, die ein Geheimnis verbindet: Aischa Gerd-Peter Eigner meldet sich als Romancier zurück: Mit einem Lebens- und Liebesroman, der an der deutschen Nordseeküste beginnt, im Latium endet und dabei ein halbes Jahrhundert und drei Schicksale durchmisst. Die Geschichte des Seelotsen Rolf Boddensiek und seines früheren Mitschülers Theo Bronken kreist um eine abwesende Dritte – die von beiden geliebte Aischa.Gerd-Peter Eigner hat ein unstetes Leben an den verschiedensten Orten geführt, von Nordafrika und dem Nahen Osten über Kreta und die Balearen bis nach Italien, und dazwischen immer wieder in Paris. Er war meist nicht da, wenn seine Bücher erschienen, doch diese Bücher wurden hochgelobt und sind geblieben. Sein erster Roman Golli erschien 1978, sein bisher letzter, Lichterfahrt mit Gesualdo, 1996, und nun liegt ein neues Buch vor, das die Themen einer Generation mit großer sprachlicher Meisterschaft entfaltet: Rebellion und Aufbruch, Freiheit und Verantwortung, Liebe und Verstrickung. Es beginnt mit einem männlichen Impuls. Kurz vor ihrem Tod hat Aischa, Boddensieks Frau, ihm gestanden, dass sie immer nur Bronken geliebt habe. Also macht sich Boddensiek auf, den anderen zu besuchen, der sich nach einer nicht eben aufsehenerregenden Karriere als Vertretungsanästhesist am Ende nach Italien zurückgezogen hat. Dort angekommen, lässt er sich immer tiefer in das Leben Bronkens und in die gemeinsame Vergangenheit hineinziehen, erfährt Unerhörtes und umkreist doch immer wieder nur das eine: dass ihrer beider Leben unauflöslich ineinander verwoben sind. Mit großer Bildmacht, feinem Einfühlungsvermögen und subtilem Humor erzählt Gerd-Peter Eigner von zwei alternden Männern – und von den Träumen, Enttäuschungen und Hoffnungen zweier Einzelgänger, die aus Zwängen und Engen ausbrachen, um die Freiheit zu suchen, die sie dann immer wieder nur in entschiedenen Bindungen fanden.  

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch; Auflage: 2 (21. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462040316
  • ISBN-13: 978-3462040319
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,8 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 254.338 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Gerd-Peter Eigner, geb. 1942 in Malapane/Oberschlesien, aufgewachsen in Wilhelmshaven, verließ die Schule ohne Abschluss und ging nach Paris. Er holte das Abitur nach, studierte Volkswirtschaft, Soziologie und Geschichte und arbeitete als Lehrer für verhaltens- und entwicklungsgestörte Kinder, bevor er freier Schriftsteller wurde und für mehr als zwanzig Jahre mit wechselnden Wohnsitzen durch die Welt reiste. Seit 1998 lebt er in Olevano Romano und in Berlin. Gerd-Peter Eigner erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Hörspielpreis des Österreichischen Rundfunks, das Stipendium der Villa Massimo in Rom, den Förderpreis zum Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen und die Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. 2009 erhält der Autor den Eichendorff- und den Kranichsteiner Literaturpreis. Als seine Hauptwerke gelten neben Golli und Lichterfahrt mit Gesualdo die Romane Brandig, 1985, und Mittenentzwei, 1986. Darüber hinaus schrieb er zahlreiche Hörspiele und Essays.  

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5.0 von 5 Sternen Großartige Satzungetüme 1. April 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Eigners Satzungetüme sind immer wieder unglaublich - und großartig. Schon klar: man muss das mögen... Er erzählt, ähnlich wie schon in "Brandig" (1985) von einer Männerfreundschaft. Zwei alte Kauze, Theo Bronken und Rolf Boddensiek, die sich von der Schulbank kennen, treffen sich in hohem Alter in Italien wieder, wo Theo lebt.

Ihre Gespräche kreisen zunächst um das tägliche Leben im Dorf, um die Nachbarschaft, die Landbestellung und die herrliche Landschaft mit ihrem Licht, ihren Früchten auf dem Feld, dem Weinanbau und geben zauberhafte Einblicke in das Ambiente des römischen Umlands. Nur allmählich tasten sie sich zu den zentralen Themen vor. Denn das Einzige, das sie ihr Leben lang tatsächlich verbindet, ist eine Frau - Aischa. Theo hat sie in sehr jungen Jahren geliebt, der andere später geheiratet. Nun ist sie tot. Rolf will dem Freund berichten, ihren letzten Willen erfüllen. Am Ende legen beide eine Lebensbeichte ab, die vielmehr Lebensbekenntnis ist, weil sie bei allen Krisen, Konflikten und Verletzungen Leben bejaht. Sie erzählen einander - fast 70% des Buchs ist wörtliche bzw. indirekte Rede! - von ausufernden Affären, gescheiterten Ehen, eigenen Kindern, Halbgeschwistern, die sich beim ersten Treffen in Lyon heulend in den Armen liegen. Und all das setzt Eigner in die heiß flirrende Luft Olevano Romanos. Seine Sprache ist Rausch, so wie sich die beiden am Roten berauschen.

Zurecht ist das Buch mit dem Eichendorff- und Kranichsteiner Literaturpreis ausgezeichnet worden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der erste Satz ist natürlich interessant: "Eine Woche vor ihrem Tod sagte mir die Frau, mit der ich ein Vierteljahrhundert gelebt und drei Kinder großgezogen hatte, dass sie immer nur ihn geliebt habe."Das ist der Ausgangspunkt für Theo Boddensiek, seinen Freund Rolf Bronken, der in Italien lebt, aufzusuchen.
Er hatte ihnvor einiger Zeit nach Jahrzehnten zufällig in seiner Heimatstadt in Norddeutschland getroffen, und ihn, da er selbst als Schiffslotse arbeitete, eingeladen, mit ihm per Hubschrauber zu einem Schiff zu begleiten, und ihm bei seiner Arbeit zuzuschauen. - Bronken, der Alleskönner und Meister im Turmspringen usw., hatte große Probleme und schämte sich, weil ihm schlecht wurde, und von seinem Freund gerettet werden musste. -
Rolf Bronken ist Mediziner, der immer nur Vertretungen als Narkosearzt macht, und dazwischen oft wochenlang in Italien lebt.

In Italien hat er sich in einem kleinen Dorf einen Wohnsitz eingerichtet, ziemlich ungewöhnlich, seine Behausungen, werden im Buch genauestens beschrieben. Er hat einmal 'unten' seine so genannte Höhle, und dann oben noch in seinen Gärten, am Hang nochmal eine Wohnmöglichkeit mit Terrasse usw. - Alles ziemlich urig und primitiv.

Boddensiek macht sich auf die Reise, hat vor nur ein paar Tage bei Bronken zu bleiben, und dann weiter nach Rom zu fahren.
Bronken gibt ihm in seiner Höhle, wo er Bücher, Schreibtisch, und ein Gästebett hat, Unterkunft. Bronken selbst schläft aber oben.

Die Schilderung der Ankunft, der ersten Eindrücke, der Gedanken, das alles schreibt der Autor in einer sehr ausgefeilten Sprache, die in meinen Augen eigentlich primär ist für die Qualität des Buchs. Ist doch der Inhalt zwar interessant, aber nicht großartig spannend.
Als Leser wartet man ja bis zum Ende, wie und was geschieht, wenn Boddensiek Bronken erzählt, was seine Frau ihm gesagt hatte. Es war nämlich Bronken gemeint, den die Frau Boddensieks als einzigen immer geliebt hat.
Aber dieses Erwarten tritt immer mehr in den Hintergrund, einfach durch die Beschreibung, wie diese beiden älteren Männer sich gegenseitig Teile ihres Lebens erzählen.
Wobei zunächst Bronken derjenige ist, der am meisten erzählt, Boddensiek kommt gar nicht dazu, weil der andere einfach anfängt zu erzählen, und ihm keinen Raum gibt, auch eigenes zu erzählen. - Nun gut, es sind dann eben nicht Dialoge, sondern ein Monolog, aber die Antworten, die gedacht werden, werden, auch wieder in dieser sehr ausgefeilten, teilweise blumigen Sprache geschildert, und bleiben sehr interessant.
Über das Verhältnis Bronkens zur späteren Frau Boddensieks, als sie noch Kinder, dann Jugendliche waren, als Aischa, die Frau Boddensieks, die Freundin und Gefährtin Bronkens ist.
Einzelheiten kommen Boddensiek wieder in den Sinn, über Bronken, den Alleskönner, der als erster vom 10-Meter-Turm sprang, und viele andere kleinere Einzelheiten. - Aber alle nicht einfach so beschrieben, sondern eben in dieser dem Autor eigenen Sprache.

Ein kleiner Auszug mal, als Boddensiek über seine Ausbildung erzählt:
".......Nachdem ich drei Monate am untersten Ende der menschlichen Möglichkeiten an Bord des geschlossenen Systems Schiff in der Küstenschifffahrt in Personalunion als Assistent des Smutje - an Land hätte man gesagt: Tellerwäscher (wenn ich nicht mit dessen Aufstiegsmöglichkeiten) - und Nachwuchskalfaktor, der u.a. für die Beseitigung von Möwenschiss auf dem Decksrost verantwortlich war, gedient, mich zugleich aber über Aufstiegsmöglichkeiten informiert hatte, meldete ich mich an der Schiffsjungenschule an.........."
Hier ist so in etwa der Sprachstil zu erkennen, den der Autor benutzt.

Noch eine andere Stelle:
".......Es ist kein Raum mehr zwischen uns, nackt stehen wir ineinander gegossen in unserer jeweiligen Kleidung. Denn nie ereignet sich - anders kann ich es am Ende nicht nennen: ereignet sich - dieser Aufprall, wenn wir tatsächlich nackt sind. Wenn wir tatsächlich nackt sind, gibt es immer noch den Ausweg, die Ausflucht der Lust. Sie lässt mich nicht los. Wir stehen Minuten. Ich stehe sie durch. Ich mache mich irgendwann frei. Fast übe ich Gewalt. Ihre Arme erlahmen. Ich blicke ihr ins Gesicht. Streife ihr den tiefdichten Pony aus der Stirn. Sie erwidert den Blick. Und blickt doch so, als sähe sie mich nicht. - - - ................"

Auch ein interessanter Auszug, gegen Ende des Buchs, wo Boddensiek über Bronkens Tiraden erzählt:
" >Lieber Rolf!< . Ich zucke zusammen. Es ist schon seltsam, wie einer, der sich nicht mit einem unterhält, allein durch sein Reden, das ja letztendlich eine Form des Selbstgesprächs in Anwesenheit eines Fremden ist, sich allein durch seinen ununterbrochenen Redefluss in die andere Existenz hineinquält und derartig nicht nur in dieser so etwas wie Vertrautheit, ja, Zutrauen hervorzubringen vermag, sondern sich selbst, obwohl man als Zeuge des Geschehens so gut wie nichts zu dem fluvialen Geschehen beigetragen hat, offenbar in eine Art Vertrautheit und Zutrauen zum anderen einzuschwemmen versteht. Er schafft es aus eigener Kraft. Ich bleibe austauschbar................."

Als Boddensiek über sein Verhältnis und sein Liebesleben mit Aischa nachdenkt, fällt ihm auch wieder ein, wie z.b. schon gleich nach der Hochzeit immer ein dritter (imaginär) dabei war. - Das bliebt ihr ganzes Eheleben so. - Das lief so ab: Beim Sex hatten sie in Gedanken immer eine oder mehrere Personen dabei, diese Personen taten Dinge, die sie selbst real nicht taten, und die ließen sie die verrücktesten Praktiken durchführen.
Und weiter erfährt der Leser auch die Geschichte der beiden, wann sie sich näher kennengelernt hatten, nach ihrer Kinderzeit, nach einer Ehe Aischas mit einem anderen, aber das alles sind die Gedanken von Boddensiek, das Bronken zu erzählen lässt ihm dieser ja keinen Raum.

Letztendlich bleibt Boddensiek über die ganze Zeit seines Urlaubs bei Bronken in Italien. Unterbrochen von landwirtschaftlichen Aktivitäten immer wieder diese Dialoge zwischen diesen beiden älteren Männern..... Die verbunden waren/sind, durch eine Frau, die nach ihrem Tod ihnen Rätsel aufgibt, und beiden unerwartete Wahrheiten hinterlässt.

Meine abschließende Meinung
*************************
mir kommen da Ähnlichkeiten mit dem Buch von Sandor Marai: Die Glut in den Sinn.http://giselasletterbox.rosslauer.de/autor_mr /marai_sandor_die_glut.htm

Aber von der Sprache her erinnert mich die Schreibweise auch an Thomas Mann.
Das war das, war mir als erstes auffiel: die Sprache, die der Autor verwendet.
Der Anfang war recht schwierig zu lesen, aber aufgrund genau dieser Sprache blieb ich dabei, und wenn auch diese ganze Geschichte so richtig erst in Gang kommt, wenn der Leser sich durch die ersten 100 Seiten gelesen hat, so geht es danach um so interessanter weiter; und wird sogar richtig spannend.

Der Autor lässt beide, zunächst Bronken weitaus mehr, ja den Hauptteil bestreitend, in einer Art Weisheit erzählen, wo Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrungen verbunden werden mit den verschiedenen Personen, am meisten aber geprägt von Frauen, die das Leben begleiteten; und sie geprägt haben, latent beeinflusst, letztendlich geformt haben.
Das alles wird diesen beiden alternden Männern bewusst.
Schonungslos, offen und in einer präzisen, oft sehr ausschmückenden Erzählart geschrieben, kann das Buch begeistern.
Mich hat es begeistert.
Nunja, besondere Erkenntnisse konnte ich nicht für mich verwenden, aber es ist einfach schon durch seine Sprache und seine dennoch leicht dahinplätschernde, vor allem der Landschaft angepassten Art und Weise sehr angenehm zu lesen, und durchaus bereichernd, wenn frau mal diese Einsichten dieser alten Männer betrachtet.

Und nicht zu vergessen, der mediterran anmutende, zumindest aber beeinflusste, subtil verarbeitete Humor. Fein herausgearbeitet, stehen die Dialage, bzw. Monologe nicht alleine, sondern was der nicht zur Sprache kommende Partner denkt, ist ja eingefügt.
Für alle, die gerne in einer sehr schönen Sprache lesen, nichts Spektakuläres bezüglich des Inhalts erwarten, ist dieses Buch ein Gewinn, und vor allem ein sehr großes Lesevergnügen!
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lang, lang ist's her! 1. Oktober 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Nach Jahrzehnten treffen sie sich wieder: Rolf Bronken und Theo Boddensiek. Sie haben gemeinsam das Gymnasium besucht und hatten sich lange aus den Augen verloren. Inzwischen sind sie alt geworden, und als Bronken im Heimatort der beiden im Norden Deutschlands plötzlich auftaucht, und sie sich für den Abend verabreden, folgt alsbald ein Besuch von Boddensiek bei Bronken in Italien. Dorthin hat sich Theo in ein Bergdorf zurückgezogen. Er lebt als Anästhesist von Urlaubs - und Gelegenheitsvertretungen in deutschen Krankenhäusern. Das gibt ihm die Freiheit, in seiner geliebten zweiten Heimat Italien viel Zeit zu verbringen und einfach zu leben.
Boddensiek ist Schiffslotse und gehört einer Brüderschaft der Lotsenvereinigung an, eine honorige Angelegenheit.
Nun sehen sie sich in Italien wieder, genießen Land und Leute und finden erst nach längerem Zögern allmählich zusammen.

Die Gespräche kreisen um das tägliche Leben im Dorf, um die Nachbarschaft, die Landbestellung und die herrliche Landschaft mit ihrem Licht, ihren Früchten auf dem Feld, dem Weinanbau und geben lebhafte Einblicke in das schöne italienische Ambiente.

Zwischen den Zeilen ahnt man schon, dass mehr hinter dieser Begegnung steckt als nur die Erkundung italienischer Lebensart. Denn es gab Aischa, eine Frau, die beide liebten!
Atmosphärisch einprägsam, jedoch von einer gewissen Geschwätzigkeit beseelt, lässt uns der Autor an Boddensieks Erkundungen teilnehmen. Was will er von Bronken?
Bei den gemeinsamen Unternehmungen in die Umgebung tauchen unerwartet Fragen auf, die sich auf das bisherige Leben beziehen: Bronken hatte eine Frau, und er hat eine Tochter, die aber beide nicht mehr bei ihm leben; Boddensiek war mit Aischa verheiratet und hat mehrere Kinder. Sie umkreisen ihr Privatleben scheu und zurückhaltend, als gäbe es da etwas zu verbergen.
G.P. Eigner schreibt in einem nachdenklichen, zögerlichen Stil. Die Sätze zirkulieren um die richtige Beschreibung dessen, was er sagen will. Das zeigt nicht unbedingt eine tiefe Reflexionsebene, sondern deutet eher auf ein Zaudern hin, mit dem sich der Held und Icherzähler seinem eigentlich Anliegen nähert: nämlich von Bronken mehr über die gemeinsame Schulzeit mit Aischa, Boddensieks späterer Ehefrau, zu erfahren. Es folgen die Lebensbeichten der Männer, die vom beruflichen Lebensweg, von der Liebe und von ihren Frauen handeln. Abgründe tun sich auf, wenn es um ihre Liebesbeziehungen geht.

Langsam erst kommt man den Umständen näher, die ihre Lebenswege markieren. Mit vielen malerischen Abschweifungen nähert sich Eigner dem eigentlichen Plot: wie meistert man sein Leben, wenn man seine Frau in Gedanken mit einem anderen teilen muss?
Verzwickt wie das Leben nun einmal sein kann, sind es die Komplikationen, die Irrtümer, der Neid, die Lebensläufe und die Liebe, die jedes Leben zu einem spannenden Abenteuer werden lassen. Auf weite Strecken könnte man fast zu dem Eindruck gelangen, dass hier Seemannsgarn gesponnen wird. Es ist jedoch eine ernsthafte Geschichte, die erzählt wird. Eigner hat sie langsam und bedächtig entwickelt, so dass man mit Neugier auf das Ende wartet.
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