Das Buch "Die isländische Mafia" von Einar Karason wird auf dem Buchrücken beworben mit "John Irving Islands". Ob das nötig ist, einen ausländischen Autor, den man noch nicht kennt, zumal er noch von einer so kleinen und uns fremden Insel wie Island stammt, auf Gedeih und Verderb mit einem großen Autor aus dem Großen Bruder-Land USA zu vergleichen, ist die eine Frage. Gerechtfertigt ist es jedenfalls nicht. Wo bei einem Irving die Übertreibung, das fast schon lächerliche überwiegt, setzt Karason vielmehr auf die leisen Töne. Vieles bleibt ungesagt, vieles wird ironisch umschrieben, wie sich schon am Titel "Die isländische Mafia" zeigt. Gerade das tut dem Roman gut. Mit vielen Sprüngen erzählt er die Geschichte einer isländischen Dynastie in ihrer Entwicklung über mehrere Jahre, vom Fall und Aufstieg der unterschiedlichen Brüder. Dabei zeichnet Karason auch ein Bild von der isländischen Gesellschaft, wie sie hoffentlich noch lange erhalten bleibt und sich eben nicht einer amerikanischen Gesellschaft mit Irving annähert.